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|  | Die Rheinberger-Gesamtausgabe
Website der Rheinberger-Editionsstelle
Die Bände der Gesamtausgabe
Die Rheinberger-Gesamtausgabe wurde 1987 auf gemeinsame Initiative von Harald
Wanger, dem langjährigen Leiter des Josef-Rheinberger-Archivs in Vaduz, und
Günter Graulich ins Leben gerufen. Mit diesem Projekt getragen vom Land
Liechtenstein wurde der Grundstock für die lebendige Pflege eines lange
vergessenen Komponistenwerks gelegt. Rheinberger selbst hat sich um die Verbreitung
seiner Kompositionen nicht besonders intensiv gekümmert. Oft haben wir es seiner
tatkräftigen Frau zu verdanken, dass ein Werk überhaupt an einen Verleger gesandt
wurde. Auch gab Rheinberger nicht jedem Werk eine Opuszahl. Gelegenheitsarbeiten
und Jugendwerke trennte er säuberlich von den als Opera gezählten Kompositionen,
wie dies anhand seiner handschriftlichen Werkkataloge zu erkennen ist. Aufgrund
dieser Entscheidung des Komponisten beschränkt sich die Rheinberger-Gesamtausgabe
auf die Werke mit Opuszahl; weitere repräsentative Werke erscheinen in Supplementbänden
und Einzelausgaben.
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Autograph des Klaviertrios op. 112
Bayerische Staatsbibliothek München (Mus.ms. 4584)
Faksimileausgabe
erschienen bei Carus
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Die Quellenlage stellt sich bei Rheinberger günstig
dar. Sein musikalischer Nachlass hat die Weltkriege überdauert und befindet
sich im Wesentlichen in der Staatsbibliothek in München, jener Stadt, in
der Rheinberger von seinem 13. Lebensjahr bis zu seinem Tode wirkte. In
München liegt der Großteil der Werke im Autograph vor, dazu die zeitgenössischen
Erstdrucke, handschriftlichen Werkkataloge, die Tagebücher seiner Frau Fanny
und mehrere Skizzenbücher. Bedeutsam ist ferner das Familienarchiv in Rheinbergers
Geburtsort Vaduz. Die Gesamtausgabe greift also einerseits auf einen gut
erhaltenen und dank des Thematischen Werkverzeichnisses von Hans-Josef Irmen
auch gut erschlossenen Quellenfundus zurück, steht andererseits aber vor
dem Problem, dass die Rheinberger-Forschung generell noch in den Kinderschuhen
steckt und damit in fast jeder Edition musikwissenschaftliche Pionierarbeit
geleistet werden muss. |
Die Gesamtausgabe zieht alle zugänglichen Quellen zur Edition heran. Der Notentext,
der seit einigen Jahren in hochwertigem Neustich erscheint, stützt sich dabei
weitgehend auf die Erstausgaben, die der Komponist selbst redigiert hat. Die
seitherigen Editionserfahrung haben gezeigt, dass Rheinberger kein sehr sorgfältiger
Korrekturleser war, denn in vielen Drucken finden sich Fehler und Ungenauigkeiten,
die sich meist durch Vergleich mit den Kompositionsautographen, den originalen
Aufführungsmaterialien, den Stichvorlagen und Skizzen klären lassen. Editorische
Entscheidungen erfordern z.B. die Artikulationsbögen, die in den Quellen oft
unterschiedlich und unklar gesetzt sind. Über die Quellenlage und die Unterschiede
in den verschiedenen Quellen gibt der Kritische Bericht jedes Bandes detailliert
Auskunft. Herausgeberzutaten sind im Notentext diakritisch gekennzeichnet, Entscheidungen
bei verschiedenen Lesarten anhand der Einzelanmerkungen des Kritischen Berichts
nachzuvollziehen.
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Informationen zu Werkgestalt, Überlieferung, Aufführungsgeschichte und
anderen historischen Zusammenhängen vermittelt das Vorwort, das in deutscher,
englischer und französischer Sprache abgedruckt ist. Faksimileabbildungen
aus wichtigen Quellen und eine biografische Übersicht zu Rheinberger runden
jeden Band ab. Die Bände sind in blauem Leinen mit Prägung gebunden und
haben das Format 26 x 33 cm.
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Um der Praxis entgegen zu kommen, veröffentlicht der Carus-Verlag über die
Bände der Gesamtausgabe hinaus Einzelausgaben mit Aufführungsmaterial. Seit
dem Jahr 2000 wird die Gesamtausgabe von der Editionsstelle
Rheinberger im Carus-Verlag betreut, die Ihnen gerne weitere Auskünfte erteilt
und einen Subskriptionsprospekt sendet.
Barbara Mohn
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