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Kinder singen für Kinder

Kinder orientieren sich intensiv an gleichaltrigen Vorbildern. Daher stehen fast 300 singende Kinder im Mittelpunkt des Kinderlieder-Projekts. Kinder singen für Kinder: Sie können am besten vermitteln, dass Singen wieder „in“ ist, warum Singen Spaß macht.

Eine Reportage aus dem SWR-Studio Stuttgart. Von Nicole Dantrimont

Mädchenkantorei der Dommusik St. Eberhard in StuttgartAlicia, Sarah, Martina, Leonie, Friederike, Jana, Stella und all die anderen Mädchen gehören zum Aufbauchor der Mädchenkantorei der Dommusik St. Eberhard in Stuttgart. In diesem Chor singen Mädchen im Alter von 10 bis 11 Jahren, nachdem sie die Früherziehung und den Nachwuchschor bereits durchlaufen haben. Und sie gehören zu insgesamt zehn Kinderchören aus ganz Deutschland, die am Kinderlieder-Projekt von SWR2 und dem Carus-Verlag mitgewirkt haben. Es sind Kinderchöre aus Beckum in Nordrhein-Westfalen, aus Berlin, aus Ulm, aus Leipzig, aus Tübingen, aus Vaihingen und eben aus Stuttgart. Die Produktion mit der Mädchenkantorei ist die letzte, die im Rahmen des Kinderlieder-Projekts stattfindet. Und sie ist auch eine besondere. Denn der 28. Juni ist bis auf Weiteres der heißeste Tag des Jahres im Südwesten mit sagenhaften 34,9 Grad. Ideales Freibadwetter also.

Was treibt Kinder an, bei so einem Bilderbuchwetter nicht ins Freibad zu stürmen und sich ins kühle Nass zu stürzen, sondern im Funkstudio des SWR Kinderlieder aufzunehmen? Ganz einfach. „Wann hat man dazu schon einmal die Gelegenheit?“ meinen Jana und Stella, beide 10 Jahre. Unbekümmert stehen sie da, die eine im karierten Hängekleidchen, die andere in Shorts, Top und Badelatschen, und widmen sich dem Lied „Ich schenk dir einen Regenbogen“. Jana und Stella sind zwei der vier Solistinnen, die ganz alleine, nur begleitet von einer Pianistin und gecoacht durch ihre Stimmbildnerin, im Studio antreten. Für beide ist es die erste Aufnahme überhaupt. Klein hätten sie sich gefühlt, sagen sie, und dass sich ihre Stimmen auf der Aufnahme anders anhören als sonst - ungewohnt eben. Leonie und Alicia dagegen singen „nur“ gemeinsam mit dem Chor. Trotzdem ist die eine ein wenig nervös wegen der vielen Mikrofone und die andere hat Respekt vor dem großen Studiosaal. Selbstbewusst dagegen gibt sich die elfjährige Sarah, die Solosängerin des Lieds „Kuckuck, Kuckuck“. Sie findet die Aufnahmesituation im Studio und das viele Drumherum „Total cool!“ und würde das sofort wieder machen.

Das hängt zu einem großen Teil auch an dem SWR-Team in der Tonregie: Dort sitzen Aufnahmeleiter Manfred Deppe und seine Kollegen. Mit Ruhe und Gelassenheit gehen sie ans Werk. Das ist notwendig, denn die Kinder brauchen Motivation, wenn es mal nicht so läuft. „Die Außenwahrnehmung der Kinder ist eine völlig andere als bei professionellen Musikern“, meint Manfred Deppe. Während Profis selbst bemerken, warum das eine oder andere noch nicht so ganz geklappt hat und was verbessert werden muss, ist das den Kindern noch nicht bewusst.

Die Mädchen nehmen Korrekturen schnell auf. Diszipliniert und hochkonzentriert folgen sie den Anweisungen von Dirigent und Aufnahmeleiter. Selbst im Foyer verwandeln sich die 34 Sängerinnen nicht in einen schnatternden Haufen. Auch hier zeigen sie sich zielstrebig, ehrgeizig und selbstbewusst. Von Nervosität und Unsicherheit keine Spur, auch wenn sie zweifellos vorhanden sind. Der Aufnahme an sich kommt das zugute: Die Arbeit verläuft ruhig, fast bedächtig. Vieles ist bereits auf Anhieb da, nur wenige Dinge müssen grundlegend geklärt werden. Da macht es auch nichts, wenn der Luftballon mal „leis“ emporschwebt und nicht „leicht“.

Drei Stunden sind die Mädchen vor Ort, am Ende sind vier Sololieder und drei Chorlieder im Kasten. Oder anders gesagt: sieben von 88! Denn so viele Lieder sind es insgesamt beim Kinderlieder-Projekt von SWR2 und Carus. Die meisten Lieder wurden eigens dafür aufgenommen, davon gut zwei Drittel von Kindern gesungen. Die Aufnahme sei sehr entspannt gewesen, geben die Mädchen hinterher zu. „Herr Deppe hat uns einfach gesagt, was noch fehlt, und dann haben wir super gesungen“, freut sich Martina. „Oh je, jetzt nochmal das Ganze singen“, dachte sich Alicia immer dann, wenn aus der Regie die nächste Wiederholung wegen einiger Unsauberkeiten gewünscht wurde. Für Stella war es „ein tolles Gefühl und auch ein bisschen komisch“, und Jana war froh, als es vorbei war: „Ich habe mich gefreut, dass ich es geschafft habe.“

Auch Manfred Deppe ist zufrieden. Der Aufnahmeleiter, selbst Vater von zwei Kindern, die schon fast dem Teenageralter entwachsen sind, ist fasziniert von dem Projekt. Besonders die Vielfältigkeit habe es ihm angetan, sagt er, und „die Arbeit mit dem unberechenbaren Medium Kind.“ Für ihn wird es nun spannend, die vielen Lieder in eine Reihenfolge zu bringen und die verschiedenen Interpreten abwechslungsreich zu positionieren. „Das wird ein Experiment!“ sagt Manfred Deppe und schmunzelt. Doch die Möglichkeiten der Tontechnik lassen so manches zu. Der Aufnahmeleiter und sein Team werden die Aufnahme so gestalten, „dass man sich vorstellen kann, dass alle Interpreten nacheinander in einem Raum gesungen haben.“

Mittlerweile reitet bei über 30 Grad im Schatten Sankt Martin durch Schnee und Wind. Und trotz der unterschiedlichen Wetterlage in Lied und Wirklichkeit sind die Mädchen noch immer hoch motiviert. Dass sie mit Spaß und Begeisterung bei der Sache sind, sieht und hört man ihnen an. Singen ist eine ihrer Leidenschaften, die sie gerne auch an ihre Freundinnen weitergeben. Und in Zukunft vielleicht auch an andere Kinder. Dabei gehören Kinderlieder eigentlich gar nicht zum Repertoire des Chores, das umfasst vor allem Geistliche Musik. Wie stehen also die fast schon pubertierenden Mädchen zu Kinderliedern? „Eigentlich mag ich eher Lena, Kinderlieder sind nicht so mein Ding“, gibt die elfjährige Sarah unumwunden zu. „Aber wenn man sie selber singt, ist es doch etwas anderes.“ Und ihren Mitsängerinnen von der Mädchenkantorei der Dommusik St. Eberhard in Stuttgart geht es ähnlich.

Normalerweise hören die Mädchen gerne Popmusik – Lady Gaga ist ein Name, der genannt wird. Bruno Mars, Katy Perry, „Black Eyed Peas“ sind andere. Manche Mädchen hören gerne Klassische Musik. Das ist wohl die Musik, die dem Repertoire des Chores am nächsten kommt. Doch egal ob Kinderlieder oder Geistliche Musik, auf das Singen kommt es an: Für Helena ist das Singen mehr als nur Freizeitbeschäftigung, es hilft ihr in schwierigen Situationen: „Beim Singen kann ich alles rauslassen, wenn ich bedrückt bin, und in dem Moment an was Schönes denken.“ Emilia bringt die Sache kurz und knapp auf den Punkt: „Singen macht einfach Spaß!“, sagt sie und strahlt übers ganze Gesicht.

Quelle: Kinderlieder-Pressemappe von Carus/SWR


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