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Giacomo Puccini
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Giacomo Puccini (1858–1924)

Alle Werke von Puccini bei Carus

Vokalwerke

Instrumentalwerke

Puccini-Biografie von Dieter Schickling

 

Dieter Schickling
Giacomo Puccini – Biografie

Carus 24.116, Hardcover mit Schutzumschlag, 468 Seiten mit 60 Abbildungen
ISBN 978-3-89948-087-0

Biographisches

Giacomo Puccini (1858–1924) stammt aus einer Musikerfamilie, die seit seinem Ururgroßvater das Musikleben der toskanischen Stadt Lucca beherrschte. Seine männlichen Vorfahren, deren Namen er bei der Taufe erhielt (Giacomo Antonio Domenico Michele) waren Musikdirektoren der Stadt und Domorganisten. Puccini sollte diese Familientradition fortsetzen und erhielt deshalb eine gründliche Ausbildung am „Istituto musicale Pacini“, einer Art musischem Gymnasium. Am Ende der Schulzeit, 1880, verließ er Lucca, um noch drei Jahre am Konservatorium in Mailand zu studieren. Danach war er entschlossen, das ihm bestimmte lucchesische Amt nicht anzutreten, sondern als freier Opernkomponist Karriere zu machen.

Sein erstes Bühnenwerk, der Einakter Le Willis (1884, später Le Villi) war relativ erfolgreich, so dass der führende italienische Musikverlag Ricordi einen Vertrag für weitere Opern mit ihm schloss. Die nächste, Edgar (1889), missglückte zwar völlig, aber dann ereignete sich der Durchbruch mit Manon Lescaut (1893). Danach waren alle Opern Puccinis bald auch international große Erfolge. Sie machten ihn zu einem reichen Mann, der von nichts anderem lebte als vom Komponieren und niemals einen anderen Beruf ausübte, etwa als Dirigent oder als Lehrer. Zwischen 1894 und 1904 entstanden seine bis heute meistgespielten Werke La Bohème, Tosca und Madama Butterfly. Die späteren Stücke, La Fanciulla del West (1910), La Rondine (1917) und die drei Einakter des Trittico (1918) erreichten zwar noch immer spektakuläre Anfangserfolge, wurden aber im Repertoire nicht heimisch. Seine letzte Oper Turandot blieb unvollendet und wurde in einer von Franco Alfano nach Puccinis Tod ergänzten Fassung 1926 uraufgeführt.

Neben den Opern, die das Zentrum seines kompositorischen Schaffens bilden, hat Puccini eine große Zahl anderer Werke in zahlreichen Gattungen geschrieben: Orchester- und Chormusik, Lieder, Streichquartette und Klavierstücke. Das meiste davon entstand während der Schul- und Studienzeit, zwanzig Arbeiten aber auch noch danach, meistens auf Bestellung und zu konkreten Anlässen. Alle diese Werke ermöglichen interessante Einblicke gleichsam in die Werkstatt des Komponisten. So hat Puccini Themen und manchmal sogar ganze Abschnitte aus früheren Stücken in seine Opern übernommen oder sich komponierend auf die nächste Oper quasi eingestimmt.

Aber nicht nur deshalb hat das Interesse an diesen Werken in den letzten Jahren zugenommen, nachdem sie jahrzehntelang fast vergessen waren. Es ist auch ganz allgemein die Erkenntnis gewachsen, dass Puccinis Gesamtwerk einer Neubewertung bedarf. Zunehmend wird er nicht mehr als letzter Repräsentant der von einer neuen Zeit überholten italienischen Belcanto-Oper des 19. Jahrhunderts verstanden, sondern als ein den Aufbruch in die Moderne suchender Musiker. Sein kompositorisches Verfahren ist eher verwandt mit den gleichzeitigen Experimenten an den Rändern der Tonalität von Zeitgenossen wie Debussy, Richard Strauss, Mahler, Zemlinsky, Schreker, Busoni und Schönberg, die er kannte und für deren Arbeit er sich lebhaft interessierte. Voraussetzung für eine nähere Beschäftigung mit solchen Zusammenhängen ist die Existenz korrekter Editionen seiner Werke. Das gilt nicht nur für die Opern, sondern auch für die weiteren Kompositionen, die teils gar nicht oder nur in überwiegend unzuverlässigen Ausgaben verfügbar waren. Die vom Carus-Verlag begonnenen kritischen Editionen wollen diesem Mangel abhelfen. Es zeigt sich dabei, dass eine sorgfältige Berücksichtigung von Puccinis Autographen nicht nur zu Korrekturen von Details führt, sondern vielfach erst die Subtilität seiner Kompositionen deutlich macht.

Dieter Schickling

Puccini in seiner Schulzeit Puccini nach 1920

 

 

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