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Gottfried August Homilius wurde am 2. Februar 1714 in Rosenthal (Sachsen) als Sohn eines Pastors geboren. Im Mai 1735 wurde er als Jura-Student an der Universität Leipzig immatrikuliert. Die durch Johann Adam Hiller bezeugte Schülerschaft bei Johann Sebastian Bach dürfte in diese Zeit fallen. Außer zu Bach bestand Kontakt zu dem Bachschüler und Nicolai-Organisten Johann Schneider, dessen Aufgaben Homilius vertretungsweise übernahm. Nach einer erfolglosen Bewerbung auf eine Organistenstelle in Bautzen erhielt Homilius 1742 eine Anstellung als Organist an der Dresdner Frauenkirche. 1755 trat er schließlich die Nachfolge Theodor Christlieb Reinholds als Kreuzkantor und Musikdirektor der drei Dresdner Hauptkirchen an, ein Amt, das er bis zu seinem Tod am 2. Juni 1785 inne hatte.
Homilius hat ein umfangreiches OEuvre hinterlassen. Erhalten sind nach derzeitigem Kenntnisstand über 60 Motetten, 180 Kirchenkantaten, ein Oster- und ein Weihnachtsoratorium sowie mindestens neun Passionsmusiken, vier unbegleitete Magnificat-Vertonungen, zwei umfangreiche Sammlungen mit Choralsätzen, etliche Gesänge für Maurer, zahlreiche Orgel-Choralvorspiele sowohl mit als auch ohne obligatem Melodie instrument sowie eine Generalbassschule. Die Kompositionen von Homilius waren zu ihrer Zeit sehr beliebt und außerordentlich verbreitet. Schon zu seinen Lebzeiten schrieb J. F. Reichardt, Homilius sei „jetzt wohl ausgemacht der beste Kirchenkomponist“. Wenige Jahre nach Homilius’ Tod kam der Lexikograph Ernst Ludwig Gerber zu der Einschätzung: „Er war ohne Widerrede unser größter Kirchenkomponist“ (1790).
Uwe Wolf, Editionsleiter
Homilius · Ausgewählte Werke |