Das geistliche Vokalwerk
In Halle an der Saale am 23. Februar 1685 geboren, verdiente sich Georg Friedrich
Händel in Hamburg sowie während einer Bildungsreise durch die Musikzentren Italiens
vor allem als Opernkomponist seine Sporen. Darüber hinaus bewies er bereits
in diesen prägenden Jahren seine außergewöhnlichen kompositorischen Fähigkeiten
mit geistlichen Werken wie den drei lateinischen Psalmvertonungen. Seine Kompositionen
für Tasteninstrumente aus dieser Zeit sind Produkte des gefeierten Virtuosen.
Dank seines hervorragenden Rufes erhielt Händel 1710 die hoch dotierte Hofkapellmeisterstelle
in Hannover, knüpfte aber bald Kontakte zum Londoner Hof- und Opernleben und
siedelte zwei Jahre später in die englische Metropole über. Dort schuf er in
den Folgejahren – 1723 zum Composer of Musick for His Majesty’s Chapel Royal
ernannt – Werke wie Anthems oder die Water Music für das englische Königshaus.
Außerdem entstanden insbesondere ab 1719 seine großen Opere serie für das Haymarket
Theatre; 1734 wechselte Händel an das Covent Garden Theatre. Über Jahre feierte
er mit seinen von Ausnahme-Interpreten gesungenen Opern oder mit Serenaden wie
Acis and Galatea triumphale Erfolge.
Ab Anfang der 1730er Jahre ergänzte er dann seine Opern mit Oratorien. Erste
Werke dieser Gattung hatte er bereits in Italien geschrieben und die für Hamburg
geschriebene Brockes-Passion war bereits in den ersten Londoner Jahren entstanden.
Aufgrund äußerer Konkurrenz im Opernbereich, finanziellen Schwierigkeiten und
weil er gesundheitlich angeschlagen war, nahm er in der Folgezeit immer mehr
Oratorien wie Ode for St. Cecilia’s Day, Saul oder Israel in Egypt ins Repertoire
des Covent Garden Theatre auf. Zudem bereicherten eigene Orchesterwerke und
Konzertkompositionen die Oratorienaufführungen. Trotz der Probleme in London
wuchs Händels Ruhm in dieser Zeit weit über seinen Wirkungsort hinaus, da u.
a. seine Konzerte auf Kur-, Konzert- und Gastspielreisen begeistert aufgenommen
wurden.
1741 schuf Händel für Dublin innerhalb von nur drei Wochen sein wohl bedeutendstes
Oratorium Messiah. Das Werk wurde als „vollendetes Musikstück“ überschwänglich
gefeiert. Es veranlasste Händel wohl dazu, ab 1742 alljährlich zur Fastenzeit
meist neu komponierte Oratorien im Covent Garden Theatre zu geben, was ihm nun
erneut großen Beifall einbrachte. Händel starb am 14. April 1759 in London.
Händel-Katalog 2008
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