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Joseph Haydn
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Joseph Haydn (1732–1809)

Alle Werke von Joseph Haydn bei Carus

Die Schöpfung - mit komplettem Aufführungsmaterial erhältlich!

Die lateinischen Messen

Kleinere Kirchenwerke

Weltliche Chorwerke

Chorbücher Mozart · Haydn

 


Das kirchenmusikalische Schaffen

Im Zentrum von Joseph Haydns Kirchenmusik im engeren, liturgischen Sinn stehen seine vierzehn Vertonungen des lateinischen Messentextes, angefangen von den ersten Missae breves aus den Jahren um 1749/50 bis zu den großen späten Messkompositionen im Auftrag des Fürstenhauses Esterházy. Hinzu kommen, neben einigen kleineren Kirchenwerken wie Motetten und Offertorien, zwei gewichtige Te-Deum-Vertonungen in C- und D-Dur, zwei Salve Regina, ein Stabat Mater sowie eine instrumentale und eine vokal-instrumentale Fassung der Sieben Worte des Erlösers am Kreuze.

Während sich Johann Michael Haydn in seiner Salzburger Lebensstellung zum Muster eines renomierten „Kirchenkompositeurs“ entwickelte, blieb die Sakralmusik bei Joseph Haydn, trotz gewichtiger Einzelbeiträge, über Jahrzehnte ein Nebenfeld seiner Arbeit, die vor allem der Instrumentalmusik gewidmet war. Erst in späteren Jahren und angereichert mit den experimentellen Erfahrungen in der Sinfonik ergeben sich auch für ihn wieder Gelegenheiten, seine allseits anerkannte Originalität auch in die Komposition von Messen einfließen zu lassen, nun ausgedehnter und vertiefter als das bei seinen frühen Missae breves der Fall war.

Die neuen Impulse hängen mit der wechselvollen Musikpolitik der Fürsten Esterházy zusammen, einem einflussreichen ungarischen Magnatengeschlecht mit ausgedehnten Besitzungen im Burgenland. Sie unterhielten lange Zeit ein verschwenderisch ausgestattetes höfisches Musikleben, deren Leitung Haydn fast dreißig Jahre lang versah. Diese Position kam mit dem Tod des Fürsten Nicolaus Esterházy im September 1790 zu einem vorläufigen Ende, da der Nachfolger, Fürst Paul Anton II., die Hofmusiker kurzerhand entließ. Die Mühen des aufreibenden Hofdienstes mit ständigen Konzerten und Opernaufführungen waren mit einem Schlag beendet. Haydn verblieben jedoch Titel und Versorgungsanspruch eines Fürstlich-Esterházyschen Kapellmeisters.

1794 jedoch, während seiner zweiten England-Reise, veränderten sich die Umstände. Fürst Paul Anton starb, Nicolaus II. etablierte wieder eine Hofmusik und der Hofkapellmeister wurde in sein Amt zurückberufen, allerdings unter anderen Bedingungen: Haydn war inzwischen eine europäische Berühmtheit, und so erhielt er auch im Hause Esterházy einen Sonderstatus. In den kommenden Jahren bis zu seinem Tod am 31. Mai 1809 (in seinem Haus in Wien-Gumpendorf) war er nicht mehr zwingend an die Lokalpräsenz im Schloss Esterházy gebunden und seine kompositorischen Verpflichtungen bestanden vornehmlich darin, jährlich im September zum Namenstag der Fürstin Maria Josepha Hermenegilda eine feierliche Missa solemnis zu liefern. Neben den letzten Streichquartetten, dem prächtigen C-Dur-Te-Deum für Kaiserin Marie Therese und den beiden deutschsprachigen Oratorien (die sakrale Konzertmusik, keine Kirchenmusik sind) entstehen die sechs sog. „späten Messen“ (Hob. XXII: 9–14), seine letzten Vertonungen des Ordinarium Missae.

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