*1611 oder 1612 in Brüx (Böhmen), +1675 in Zittau. 1626 Umzug der Familie nach Freiberg in Sachsen. Schulische und musikalische Ausbildung nicht bekannt. 1633 Organist bei Graf Rudolf von Bünau auf Schloss Wesenstein, Sachsen. 1635 Organist der Petrikirche in Freiberg. 1639 Organist der Johanniskirche in Zittau, gefragter Lehrer für Tasteninstrumente.
Hammerschmidt verband unter dem Einfluss von Heinrich Schütz traditionelle Satzformen des 16. Jh. mit Elementen der neuen italienischen Musik. Die überwiegend geistlichen Werke aus den Gattungsbereichen Motette, Konzert und Lied waren auf ein breites Publikum zugeschnitten und sind in variablen Besetzungen realisierbar: Die „Capella“, so in der Vorrede zum zweiten Teil der „Musicalischen Andachten“ (1641), könne „entweder Vocaliter oder Instrumentaliter“ ausgeführt werden.
Mit den „Dialogi“ (1645) und den „Musicalischen Gesprächen über die Evangelia“ (1655/56) widmeten sich in Deutschland erstmals ganze Sammlungen ausschließlich dem Dialog, einer Sonderform des Geistlichen Konzerts. |