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Die Kinderlieder sind da!
Joseph Martin Kraus (17561792)
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Werke von Joseph Martin Kraus bei Carus
Zu den musikalisch originellsten Zeitgenossen Mozarts zählt der im selben Jahr
geborene Joseph Martin Kraus, der den Wiener Klassiker nur um ein Jahr überlebt
hat. Außer dieser nahezu identischen Lebensspanne bestehen zwischen beiden weder
stilistische noch biographische Analogien. Geboren 1756 in Miltenberg am Main,
studierte Kraus in Mainz, Erfurt und Göttingen Jura mit dem Ziel, wie sein Vater
Beamter in Mainzer kurfürstlichen Diensten zu werden. Erste kompositorische
Versuche hatten bereits während der Gymnasialzeit in Mannheim stattgefunden,
Kirchenmusik entstand vom Zwanzigjährigen während einer Studienunterbrechung
in Buchen im Odenwald, wohin sein Vater bald nach der Geburt von Kraus versetzt
worden war. In Göttingen schien dann der Entschluss gereift zu sein, sich ganz
der Musik zu widmen.
Ein schwedischer Kommilitone bewog Kraus, 1778 mit ihm nach Stockholm zu übersiedeln.
Nach drei entbehrungsreichen Jahren veranlasste der Erfolg seiner Erstlingsoper
"Proserpine" den kunstbegeisterten König Gustav III. Kraus zum königlicher
Kapellmeister zu ernennen, verbunden mit dem Auftrag, die musikalischen Theater-
und Ausbildungsverhältnisse in den wichtigsten Zentren Europas zu studieren.
Eine für den Komponisten Kraus bedeutsame Station auf einer sich anschließenden
vierjährigen Reise (Herbst 1782 bis Ende 1786) war der halbjährige Aufenthalt
in Wien, wo er Gluck, Haydn, Albrechtsberger und Salieri aufsuchte, anscheinend
aber nicht den damals schon bekannten Mozart, was auch etwas über Kraus' musikalische
Orientierung aussagt.
Ein enormes Arbeitspensum erwartete Joseph Martin Kraus nach seiner Rückkehr:
Seine wichtigste Aufgabe war die Neuorganisation des Musik- und Theaterwesens
und die Komposition und Aufführung eigener Werke. Im März 1792 starb sein Förderer
Gustav III. an den Folgen eines Attentats (Verdi machte es zum Inhalt seiner
Oper "Ein Maskenball"), wenige Monate später, im Dezember 1792, auf
dem Höhepunkt seines Schaffens, erlag Joseph Martin Kraus am 15. Dezember in
Stockholm der Lungenschwindsucht.
Das kompositorisches Schaffen von Joseph Martin Kraus umfasst neben den frühen
kirchenmusikalischen Werken, Opern, Bühnen- und Ballettmusiken, Lieder, Arien
und Kantaten in deutscher, schwedischer, italienischer und französischer Sprache,
Sinfonien und kammermusikalische Werke.
Erster Band der Kritischen Ausgabe
Bd. VI/1: „Kammermusik I“
10 Streichquartette; Sonate für Flöte und Viola; Quintett für Flöte, 2 Violinen, Viola und Violoncello
Herausgegeben von Sonja Gerlach
Carus 50.601
Der erste Band der neuen Kritischen Ausgabe der Werke von Joseph Martin Kraus (1756-1792) enthält die komplette Kammermusik ohne Klavier. Die gewichtigste Werkgruppe bilden die Streichquartette, von denen 10 überliefert sind. Entstanden sind die Werke in den 1770er Jahren, als Haydn gerade die Gattung ausprägte. Die jeweils unterschiedliche Gewichtung so verschiedener musikalischer Mittel wie imitatorische Stimmeneinsätze, "galante" Melodik, schneller Bewegungswechsel und überraschende Modulationen verleihen jedem der Quartette seinen spezifischen Reiz. Dass sechs davon 1784 als Kraus' "Opus 1" im Verlag J. J. Hummel erschienen, zeigt, dass der Komponist selbst von seinen Quartetten überzeugt war. Mit dem Flötenquintett enthält der Band ein weiteres Schlüsselwerk von Kraus’ Kammermusik. Um 1783 in Wien entstanden und auch handschriftlich veröffentlicht, wurde das Werk 1799 von Ignaz Pleyel in Paris gedruckt.
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