Das geistliche Vokalwerk
Die geistliche Chormusik ist ein Grundpfeiler im Schaffen Mendelssohns und
spiegelt seine musikalische Entwicklung und Vielseitigkeit wider. Der Komposition
geistlicher Vokalmusik widmete er sich bereits in den 1820er Jahren mit den
ersten Studienwerken und erreichte kurz vor seinem Tode den Höhepunkt mit
seinem größten Wurf: dem Oratorium Elias – 1846 uraufgeführt
und nur wenige Wochen vor seinem Tod im Druck erschienen.
Alles in allem vollendete Mendelssohn mehr als 50 geistliche Werke, unter ihnen
A-cappella-Motetten, Kantaten, Psalmvertonungen, Arbeiten für liturgische
Anlässe und Oratorien. Sein Werk umfasst Vertonungen deutscher und lateinischer
Texte für die evangelische und katholische Kirche, einige Werke für
den anglikanischen Gottesdienst und die Vertonung des 100. Psalms für die
Synagoge in Hamburg. Ein Großteil seiner geistlichen Musik wurde nicht
in der Kirche, sondern im Konzertsaal oder auf den großen städtischen
Musikfesten uraufgeführt, die Mendelssohn in den 1830er und 1840er Jahren
in Deutschland und England leitete.
Der Carus-Verlag publizierte das geistliche Werk des Komponisten vollständig
als Ergebnis eines mehr als zwei Jahrzehnte umspannenden Projektes. Alle geistlichen
Werke liegen der Musikpraxis in kritischen Neuausgaben vor. Dazu gehören
neben den großen Oratorien und gängigen Chorwerken auch 38 Erstveröffentlichungen.
Mendelssohn-Katalog 2008
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