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Er lastet zu Unrecht auf Johann Joseph Fux, der spätere Ruf
des trockenen Kontrapunkt-Theoretikers. Immerhin bekleidete Fux im frühen 18.
Jahrhundert unter den musikalisch gebildeten Kaisern Leopold I. und Karl VI. das
hoch angesehene Amt des Musikdirektors am kaiserlichen Hof in Wien. Dieses Amt
verpflichtete ihn zu der Komposition repräsentativer Unterhaltungs- und
Tafelmusik. Und die Auswahl von Orchesterwerken, die das Freiburger
Barockorchester jetzt zum Teil in Weltersteinspielung vorgelegt hat, zeigt, dass
die Musik von Fux überhaupt nichts Trockenes hat, ja dass sie von einer
spritzigen Leichtigkeit ist, ohne seicht zu sein. Im Zentrum der ausgewählten
Werke stehen stilisierte Barocktänze, in denen das reizvolle Verhältnis des
Solo- und Tutti-Spiels lustvoll ausgekostet wird. Und hier erweist sich das so
temperamentvoll sprühende wie präzise aufeinander abgestimmte Zusammenspiel der
Freiburger geradezu als Glücksfall.
Neben dem mitreißenden Schwung, dem unglaublich synchron atmenden Zusammenspiel
und der stupenden technischen Virtuosität, ist es noch eine besondere
theatralische Magie, welche die Fux-Interpretation des Freiburger
Barockorchesters auszeichnet. In einem nie abreißenden Spannungssog erwachen die
barocken Motive und Figuren der Tanzsätze zu dramatischer Individualität. Aber
auch die immer wieder aufblitzende kunstvolle Kontrapunktik bei Fux gelingt dem
Ensemble ungemein plastisch und intensiv. Mit ihrer suggestiven Artikulation
sowie faszinierenden rhythmischen Beweglichkeit lassen die Freiburger Fux'
schillernde Barockjuwelen in neuem Licht erstrahlen.
Michael Schmidt
Quelle: Bayern 4 Klassik, 21.12.2006
Fux followers - and there are some -
will have cause to welcome this latest Carus disc because it renders valuable
discographic duty. The works here have only fairly recently been rediscovered
and none therefore had been recorded before. […]
The orchestral works don't, it's true, add materially to what is known of Fux.
Too conventional to be stamped with any highly personalised traits they satisfy
more domestic and traditional courtly needs. They are nevertheless played with
vigour and understanding by the Freiburger Barockorchester and Fux Followers
will need no second invitation.
Jonathan Woolf
Johann Joseph Fux dürfte vielen Musikinteressierten vor allem durch das Gradus
ad Parnassum bekannt sein. [...]
Die bisher recht spärliche Diskographie mit Werken des oststeirischen Bauernsohns,
der 1715 Hofkapellmeister am kaiserlichen Hof in Wien wurde, hat bisher recht
wenige Blüten getrieben. Vollkommen zu unrecht, wie man meinen möchte, sobald
man die Sammlung mit fünf Orchesterwerken - darunter vier Ersteinspielungen
- in Händen hält, die das Freiburger Barockorchester unter der Leitung von Gottfried
von der Goltz für das Label Carus aufgenommen hat. [...]
Einmal mehr empfiehlt sich das Freiburger Barockorchester - trotz seiner Erweiterung
des künstlerischen Fokus auf spätere Epochen - als Spezialensemble für das ausgehende
17. und das 18. Jahrhundert. Kapellmeister Gottfried von der Goltz kanalisiert
die solistischen Ambitionen aller Beteiligten zu einem spannungsreichen Gesamtbild,
in dem keine Einzelheiten übersehen werden. Fux' brillanter und einfallsreicher
Orchestersatz bildet Folien für hervorragende solistische Meisterleistungen
einzelner Ensemblemitglieder. Als virtuoses Glanzstück sticht vor allem die
Intrada mit der strettahaften Schlusssteigerung hervor. Schließend sollte bemerkt
werden, dass mit dieser Aufnahme ein eindrückliches Plädoyer für einen barocken
Meister gelungen ist, der sicherlich nicht auf einer Stufe mit Bach und Händel
steht, sich allerdings in puncto Originalität und Qualität auch nicht hinter
anderen Neu- und Wiederentdeckten zurückzustehen braucht.
Markus Rubow
Quelle: klassik.com
Die glanzvolle Orchester-Besetzung und der festliche Charakter deuten auf besondere
Anlässe der Entstehung hin - Geburts- oder Namenstage der kaiserlichen Familie
-, ohne dass man Näheres darüber wüsste. Das Freiburger Barockorchester jedenfalls
erweist sich einmal mehr als eines der heute besten Ensembles seiner Art [...]
Quelle: WDR3 Hörzeichen, 6.2.2007
[...] Fux' brillanter und einfallsreicher Orchestersatz bildet Folien für hervorragende
solistische Meisterleistungen einzelner Ensemblemitglieder. Als virtuoses Glanzstück
sticht vor allem die Intrada mit der strettahaften Schlusssteigerung hervor.
Schließend sollte bemerkt werden, dass mit dieser Aufnahme ein eindrückliches
Plädoyer für einen barocken Meister gelungen! list, der sicherlich nicht auf
einer Stufe mit Bach und Händel steht, sich allerdings in puncto Originalität
und Qualität auch nicht hinter anderen Neu- und Wiederentdeckten zurückzustehen
braucht.
Markus Rubow
klassik.com, 30.01.2007
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