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Informationen zu:
Alle Werke von Franz Schubert bei Carus Die Kirchenmusik beschäftigte Franz Schubert ein Leben lang. Schon als Elfjähriger wurde er zum ersten Sopranisten seiner Heimatgemeinde Wien-Lichtenthal ernannt, bald darauf wirkte er als Sängerknabe in der Hofmusikkapelle unter Antonio Salieri. Früh setzte auch seine Kompositionstätigkeit ein, die ersten erhaltenen geistlichen Werke stammen aus dem Jahr 1812. Ein Teil seiner Kirchenmusik entstand als Auftragswerk, u. a. für den Chorregenten der Pfarre Lichtenthal, Michael Holzer, und für dessen Kirchenchor, in dem Schubert nach seinem Austritt aus dem k. u. k. Stadtkonvikt Wien "jeden Sonn- und Feiertag" mitwirkte. Anders als noch Joseph Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart komponierte Schubert somit nicht mehr für Berufsmusiker, sondern für bürgerliche Gemeindemitglieder, die mittlerweile die Pflege der Kirchenmusik übernommen hatten. Auch in Wien war im Gefolge der französischen Revolution das einstige sozialpolitische Gefüge erschüttert worden. Vor allem Schuberts frühe Kompositionen erweisen sich infolgedessen als stark praxisorientiert: Es sind Werke für mannigfache liturgische Gelegenheiten, von unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad und Umfang, die auch den heutigen kirchenmusikalischen Bedürfnissen in idealer Weise gerecht werden. Einfache, schlichte Sätze stehen neben anspruchsvolleren Chorpartien und solistisch-virtuosen Konzertstücken; die Besetzungen sind entweder klein gehalten nach Art des Wiener Kirchentrios (2 Violinen, Bass und Orgel), variabel gestaltet oder zum großbesetzten Orchesterapparat mit ‚Pauken und Trompeten‘ ausgebaut. In den Jahren nach 1818 nehmen Schuberts liturgische Werke bekenntnishaften Charakter an. Ähnlich den religiösen Liedern spiegeln sie eine sehr private, der Romantik verpflichtete Frömmigkeit, welche – so Schubert selbst – "alle Gemüter ergreift und zur Andacht stimmt". Zu Lebzeiten des Komponisten erfuhr seine Kirchenmusik eine vergleichsweise weite Verbreitung, danach gerieten vor allem seine kleineren Werke in Vergessenheit – jedoch sehr zu Unrecht. Das vorliegende Verlagsprogramm strebt Vollständigkeit im Bereich von Schuberts Kirchenmusik an und berücksichtigt die Vielfalt seines geistlichen Schaffens. Zahlreiche kleinere liturgische Kompositionen erscheinen hier erstmals als Einzelausgaben. Zu entdecken gilt es ein spannungsreiches Œuvre, dessen Gestaltungsweise sowohl im "stile antico" als auch in den Kompositionen der Wiener Klassik wurzelt. In seinen liedhaften, harmonisch tiefgründigen Elementen aber spiegelt es eine typisch Schubertsche Ausdruckswelt wider: Werke von großer Überzeugungskraft und ausnehmender musikalischer Schönheit. Salome Reiser
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