Singspiele und Opern bei Carus

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Musik für das Theater nimmt bei Carus einen breiten Raum ein, vor allem als geistliches, aber auch weltliches Singspiel und Musical für Kinder und Jugendliche. Eine Reihe gewichtiger Werke sind aber auch für die klassische Opernbühne bestimmt und werden mit komplettem Aufführungsmaterial angeboten. Mit Johann Adolf Hasses 1731 in Dresden uraufgeführter großformatigen Opera seria Cleofide begann die über 30 Jahre andauernde Verbindung des Komponisten zum sächsischen Hof. Ignaz Holzbauers einaktige Oper Der Tod der Dido war das erste Werk, das eigens für das Mannheimer Nationaltheater komponiert wurde; 1779 noch mit italienischem Text aufgeführt, unterlegte der Komponist dem Werk ein Jahr später einen deutschen Text. Holzbauers Oper steht zeitlich zwischen zwei Singspielen Mozarts: 1768 komponierte der Zwölfjährige sein Singspiel Bastien und Bastienne KV 50, das auf Rousseaus Pastoralkömodie der „Dorfwahrsager“ basiert; 1786 wurde das „Schauspiel mit Arien“ Der Schauspieldirektor KV486 (als deutschsprachiges Pendant gemeinsam mit Salieris Buffa-Parodie „Prima la musica, poi le parole“) in Szene gesetzt. Josef Gabriel Rheinbergers Opernerstling Die sieben Raben op. 20 (nach dem gleichnamigen Märchen der Gebrüder Grimm) wurde 1869 am Münchner Hoftheater uraufgeführt (1873 folgte dort seine komische Oper Türmers Töchterlein op. 70). Ulrich Plenzdorfs Roman „Paul und Paula“, eine Liebesgeschichte der 70er Jahre aus der DDR, inspirierte Ludger Vollmer zu seiner zwischen Oper und Musical angesiedelten Oper Paul und Paula (UA: Nordhausen 2004).