Camille Saint-Saëns: Oratorio de Noël (Speck)

Beschreibung

Die Gleichsetzung des Begriffs „Weihnachtsoratorium“ mit dem Werk von J. S. Bach verstellt den Blick auf die große Vielfalt in diesem Bereich. So ist das Oratorio de Noël von Camille Saint-Saëns ein wichtiges und bereicherndes Element im Repertoire. Dieses zehnsätzige Werk wartet mit einer ungewöhnlichen Besetzung auf: Zum Vokalpart sowie Streichquintett und Orgel tritt in drei Sätzen eine Harfe als besonderer Klangeffekt hinzu, was die besondere lyrische Stimmung bewirkt. Diese Atmosphäre – hervorgerufen durch die weiche Harmonik, den schlicht gehaltenen Chorsatz und den fast kammermusikalischen Einsatz des Orchesters – wird nur an wenigen Stellen durch dramatische Elemente durchbrochen. Die daraus resultierende Spannung macht den eindrucksvollen Reiz des Werkes aus, was den großen Erfolg des Oratoriums weltweit erklärt. Das Vocalensemble Rastatt, Les Favorites und der Organist Romano Giefer zeigen unter der Leitung von Holger Speck mit ihrer differenzierten Interpretation, dass der Begriff „Weihnachtsoratorium“ weitaus mehr beeindruckende Facetten enthält als oft angenommen.

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Compact Disc, SACD

83.352/00
12,5 x 14 cm, CD, Jewel Case
EUR19,90 / St.
lieferbar

Produktinformation

Inhalt

7 Werke Anzeigen

Dirigent

Holger Speck zur Person

Ensemble

Les Favorites zur Person
Vocalensemble Rastatt zur Person

Sopran-Solo

Antonia Bourvé zur Person

Mezzosopran-Solo

Gundula Schneider zur Person

Alt-Solo

Sabine Czinczel zur Person

Tenor-Solo

Marcus Ullmann zur Person

Bariton-Solo

Jens Hamann zur Person

Solist - Orgel

Romano Giefer zur Person

Rezensionen

 [...] Ein hochromantisches, wunderschönes Werk, das durch die Ausführenden eine klanglich nuancenreiche Wiedergabe erfährt! Aber auch den anderen kleineren kirchenmusikalischen Werken wird durch die Ausführenden die notwendige Aufmerksamkeit entgegengebracht, so dass insgesamt eine rundum gelungene Einspielung vorliegt!

Quelle: Singende Kirche 4/2006, S. 293

 

Es zählt zu den Paradebeispielen für die genuin französische kleine Oratorienform, Camille Saint-Saëns Weihnachtsoratorium. [...]
Holger Speck und seine Mitstreiter, das Vocalensemble Rastatt und sein Kammerorchester Les Favorites, setzten in ihrer jüngsten Einspielung, was die Interpretation anbelangt, höchste Maßstäbe. Weihevoll opernhaft geben die Solisten im dialogisch geführten Evangelium an. Marcus Ullmann (Tenor) und Sabine Czinczel (Alto), aber auch die später hinzukommende Antonia Bouvré (Sopran), sowie Gundula Schneider (Mezzo) und Jens Jamann (Bariton) faszinieren durch ihre bruchlose und scheinbar mühelose Geschmeidigkeit und spannungsvolle Klangdichte. Im Zusammenspiel erstrahlen sie in nahezu orchestraler Farbschönheit. Nahtlos knüpft der Chor daran an, taucht auch schon einmal ein in den dominierenden Orgelpart und sättigt in Union mit dem dezent wie immer präsent agierenden Orchester den Hörgenuss. Bei allem tonangebend ist ein Interpretationsanspruch, der dem Werk jenseits süßlicher Melodienseligkeit eine ungeahnte Dramatik verleiht. Überaus sensibel lotet Holger Speck Tempi, Dynamik und Phrasierungen aus, scheut er auch nicht die Grenze hin zur Überdehnung,  um das Ensemble dann weniger fulminant aufwirbelnd als inhaltlich nur logisch steigernd in Richtung gegensätzlicher Extreme zu führen. Auf diese Weise bescheinigt Speck der inhaltlichen Botschaft und musikalischen Sprache eines Saint Saëns in seinem frühen Werk Tiefe und Intensität.

Christiane Franke
Quelle: Neue Chorzeit, 12/2006, S.29