Heinrich von Herzogenberg: Messe in e

Heinrich von Herzogenberg

Messe in e

op. 87

Beschreibung

Partitur käuflich, Stimmen leihweise

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Partitur

27.020/00
224 Seiten, DIN A4, kartoniert
EUR104,00 / St.
lieferbar

Klavierauszug

27.020/03
112 Seiten, 19 x 27 cm, kartoniert
EUR16,95 / St.
lieferbar

Stimmenset, komplettes Orchestermaterial, leihweise

27.020/19
DIN A4, ohne Umschlag
  • Bestehend aus
    1 x Einzelstimme, Violine 1, leihweise (27.020/11)
     
    1 x Einzelstimme, Violine 2, leihweise (27.020/12)
     
    1 x Einzelstimme, Viola, leihweise (27.020/13)
     
    1 x Einzelstimme, Violoncello, leihweise (27.020/14)
     
    1 x Einzelstimme, Kontrabass, leihweise (27.020/15)
     
    1 x Einzelstimme, Flöte 1, leihweise (27.020/21)
     
    1 x Einzelstimme, Flöte 2, leihweise (27.020/22)
     
    1 x Einzelstimme, Oboe 1, leihweise (27.020/23)
     
    1 x Einzelstimme, Oboe 2, leihweise (27.020/24)
     
    1 x Einzelstimme, Klarinette 1, leihweise (27.020/25)
     
    1 x Einzelstimme, Klarinette 2, leihweise (27.020/26)
     
    1 x Einzelstimme, Fagott 1, leihweise (27.020/27)
     
    1 x Einzelstimme, Fagott 2, leihweise (27.020/28)
     
    1 x Einzelstimme, Kontrafagott, leihweise (27.020/29)
     
    1 x Einzelstimme, Horn 1, leihweise (27.020/31)
     
    1 x Einzelstimme, Horn 2, leihweise (27.020/32)
     
    1 x Einzelstimme, Horn 3, leihweise (27.020/33)
     
    1 x Einzelstimme, Horn 4, leihweise (27.020/34)
     
    1 x Einzelstimme, Trompete 1, leihweise (27.020/35)
     
    1 x Einzelstimme, Trompete 2, leihweise (27.020/36)
     
    1 x Einzelstimme, Posaune 1, leihweise (27.020/37)
     
    1 x Einzelstimme, Posaune 2, leihweise (27.020/38)
     
    1 x Einzelstimme, Posaune 3, leihweise (27.020/39)
     
    1 x Einzelstimme, Posaune 4, leihweise (27.020/40)
     
    1 x Einzelstimme, Pauken, leihweise (27.020/41)
     
    1 x Einzelstimme, Orgel, leihweise (27.020/49)
     

Produktinformation

Herausgeber

Bernd Wiechert zur Person

Komponist

Heinrich von Herzogenberg zur Person

Rezensionen

Großartiges von Heinrich von Herzogenberg
Messe op. 87

Dass Heinrich von Herzogenberg (1843–1900) nicht nur ein bewusst populär (und relativ einfach) aufgemachtes Weihnachtsoratorium geschrieben hat, sondern auch grandiose, anspruchsvolle Chorsymphonik, ist immer noch zu wenig bekannt. Jetzt legt der Carus-Verlag eine komplette Neuausgabe der großen „E-Moll-Messe“ vor, die Herzogenberg im Sommer 1894 für sich als Trauerarbeit und für seinen verstorbenen Freund Philipp Spitta, den berühmten Bachbiographen, als Memorial schrieb. Seinerzeit wurde nur der Klavierauszug gedruckt, Partitur und Aufführungsmaterial blieben handschriftlich und galten sogar jahrzehntelang als verschollen. Nach der CD- Einspielung des Werkes durch den Mainzer Bachchor ist dank des großen Engagements des Carus-Verlags nun diese höchst eindrucksvolle „Missa solemnis“ mit großer Orchesterbesetzung endlich richtig verfügbar. Als Empfehlung sei das gleichsam als Motto den Noten vorangestellte Zeugnis von Julius Röntgen zitiert, der 1895 im Amsterdamer Concertgebouw das Werk zusammen mit Beethovens Neunter zur Aufführung brachte: „Ich kenne kaum ein Werk, das so herrlich zum Einstudieren ist, wo alles so gesanglich ist und man ohne Mühe die schönsten Chorwirkungen erreicht. Das fühlen die Sänger auch und es ist eine Freude zu sehen und zu hören, wie gerne sie es singen.“ […]
Die wegen der unbefriedigenden Quellenlage nicht einfache Editionsarbeit (Partitur-Manuskript nicht erhalten) hat der Herzogenberg-Forscher B. Wiechert äußerst sorgfältig vorgenommen. Die Umsetzung in Noten zeigt in den bewährten Carus-Standards ein wunderbar opulentes wie klares Partiturbild, zugleich Indiz für die luzide Struktur des knapp einstündigen Werkes. Hinsichtlich der ansprechenden Präsentation hat Carus sogar noch zugelegt: Der autographe Schriftzug des Komponisten als „headline“ auf bestimmten Seiten ist mehr als eine beiläufige Zutat. Er symbolisiert Authentizität, die hier in Form und Inhalt tatsächlich gegeben ist. Die Informationen in Vorwort und Kritischem Bericht sind - inklusive der vom Komponisten seinerzeit (in bis dato nicht veröffentlichten Briefen) an Röntgen mitgeteilten Metronomangaben - so umfangreich, dass man wirklich eintauchen kann in die eigene Welt dieser Musik, deren Geist einen an Bach genährten, feinen Klassizismus repräsentiert, „klassisch“ auch im präzisen Umsetzen der Texte mit einigen überraschenden „Highlights“: der vollmächtige Ouverturen-Beginn des Kyrie etwa, der verklärt transzendente Credo-Schluss als Vision des ewigen Lebens oder das meisterhafte motivische Verschränken von majestätischem „Sanctus“ und innerlich-lyrischem „Benedictus“.
Diese Messe hat wirklich das Zeug zum "Klassiker" und sollte eigentlich - mit den jetzt greifbaren Carus-Noten - gleich dem Requiem des Herzogenberg-Freundes Brahms zum festen Repertoire-Stück werden!

Konrad Klek
Quelle: Württembergische Blätter für Kirchenmusik 6/2002, S. 25f.

 

Heinrich von Herzogenberg: Messe op. 87 "Dem Andenken Philipp Spittas gewidmet"

Zwischen 1993 und 1996 konnten mehrere oratorische Werke von H. v. Herzogenberg ans Tageslicht gefördert werden, zu denen auch die nun im Carus-Verlag erschienene Messe gehört. Das groß angelegte Werk (die Partitur umfasst 200 Seiten) wurde von Herzogenberg nach dem Tode seines Freundes Philipp Spitta in Angriff genommen und 1895 in Amsterdam uraufgeführt. Die Resonanz war nicht besonders groß, denn Herzogenberg zählte nicht zu den innovativen Kräften, sondern den Epigonen (übrigens sah er sich selbst auch so). Allerdings lässt sich trefflich darüber streiten, ob er Nachahmer oder Nacheiferer seines verehrten Vorbildes Johannes Brahms war (zitiert nach dem Vorwort von Bernd Wiechert). Doch hat sich die Beurteilung seiner Kompositionen in den letzten Jahren grundlegend gewandelt und mit dem vorliegenden Werk liegt sicherlich ein Höhepunkt seines Schaffens vor uns. Die Messe ist eine großartige Bereicherung der Gattung „Missa solemnis“, und mit einem Abstand von über l00 Jahren zur Uraufführung kann es uns egal sein, ob es eventuell einige Jahre „zu spät“ geschrieben worden ist. Die Orchesterbesetzung beinhaltet alles, was spielen kann: Streicher, Holzbläser (mit Kontrafagott), komplette Blechbläser und Pauken. Dieses Stück wird meines Erachtens mittelfristig im Konzertleben eine wichtige Rolle spielen. Die Edition ist vorbildlich.

Quelle: Musica Sacra 6/2002, S. 47