Homilius: Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld

Gottfried August Homilius

Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld

Passions-Cantate, nach der Poesie des Herrn Buschmann

HoWV I.2

Beschreibung

"Er war ohne Widerrede unser größter Kirchenkomponist", so schrieb der Lexikograph E. L. Gerber wenige Jahre nach Homilius' Tod 1785. Als langjähriger Kreuzkantor hatte der Bach-Schüler Homilius aufgrund der Zerstörung der Kreuzkirche seine Hauptwirkungsstätte an der Dresdner Frauenkirche. Die Passionskantate war im 18. und frühen 19. Jahrhundert sehr beliebt und weit verbreitet: Ihre Bekanntheit verdankte sie auch dem Umstand, dass sie 1775 bei Breitkopf in voller Partitur gedruckt wurde - eine seltene Ehre, die im 18. Jahrhundert nur noch einer weiteren Passion zuteil geworden war (Grauns "Tod Jesu"). Ihr Text schildert das Passionsgeschehen aus sehr persönlicher Sicht: Der Fokus liegt weniger auf dem Geschehen selbst, als vielmehr auf den Gefühlen des Betrachters. Diese subjektive betroffene Erzählweise spiegelt sich in einem sehr dramatisch geprägten Rezitativstil wider, der einen reizvollen Kontrast zum expressiven Chorstil und den stark melodiegeprägten Arien darstellt. Die Passionskantate kann jetzt durch die Veröffentlichung auf SACD/CD "wiederentdeckt" werden – in einer exzellenten Interpretation mit international renommierten Solisten, den Basler Madrigalisten und der Neuen Düsseldorfer Hofmusik unter der Leitung von Fritz Näf.

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Compact Disc, 2 Ex., SACD

83.262/00
12,5 x 14 cm, CD, Digipac
EUR29,90 / St.
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Produktinformation

Dirigent

Fritz Näf zur Person

Ensemble

Neue Düsseldorfer Hofmusik zur Person
Basler Madrigalisten zur Person

Sopran-Solo

Monika Mauch zur Person

Alt-Solo

Bogna Bartosz zur Person

Tenor-Solo

Markus Brutscher zur Person

Bass-Solo

Hans Christoph Begemann zur Person

Komponist

Gottfried August Homilius zur Person

Rezensionen

[...] Das Verdienst der ausführenden Musiker dieser Weltersteinspielung ist es, eine Einspielung voller spannender Affekte auf hohem musikalischem Niveau zustande gebracht zu haben.

Quelle: Singende Kirche 2007/2

 

[...] Chor und Orchester zeigen sich dabei bestens aufgelegt. Sie singen und spielen mit Engagement und Elan. Dabei werden sie dem Anspruch des Empfindsamen Stils gerecht, durch drastische Effekte den Hörer zu bewegen und zu berühren. Starke hell-dunkel Kontraste und eine hochgradig ausdifferenzierte Dynamik bringen den dramatischen Gehalt des Werkes bestens zum Ausdruck. Manchmal könnte die Sprachverständlichkeit etwas besser sein, wie beispielsweise im Choral 'Ich grüße dich am Kreuzesstamm'. Markus Brutscher singt die Tenorarien mit markiger Stimme und viel Kraft. [...] Bassist Hans Christoph Begemann gelingt mit dem Arioso 'Mir hast du Arbeit gemacht' eines der Glanzstücke der Einspielung. Seine ausdrucksstarke dunkle Stimme bleibt auch in der Tiefe wendig und mischt sich interessant mit den begleitenden Celli und Fagotten. [...]

Christiane Bayer
Quelle: klassik.com, 04.07.2007

 

Der Bach-Schüler und Kantatenkomponist Homilius schildert das Passionsgeschehen aus sehr persönlicher Sicht: Der Fokus liegt auf den Gefühlen des Zuhörers. Die subjektive Erzählweise spiegelt sich in einem dramatisch geprägten Rezitativstil, der einen reizvollen Kontrast zum expressiven Chorstil und den stark melodiegeprägten Arien darstellt. Die Kantate kann jetzt auf SACD/CD wiederentdeckt werden in einer exzellenten Interpretation mit den Basler Madrigalisten und der Neuen Düsseldorfer Hofmusik unter der Leitung von Fritz Näf.

Quelle: Diakonie magazin 3/2007

 

[...] This is the first recording ever of this oratorio, and I am very impressed by its quality. The more I hear of Homilius's sacred music, the more I lean towards the view that he must be considered one of the very best composers of religious music in Germany of the generation of the sons of Bach. No wonder that his compositions were widely performed in Germany and beyond. And I am very happy that there is something like a 'Homilius renaissance' going on, as the cover of this disc states. I am also very impressed by the performance. The soloists give a splendid account of themselves and express the content of arias and recitatives very well. The voice of Hans Christoph Begemann does not however appeal to me, and it's a shame that there is a slight tremolo in his voice. But on the whole this does not detract unduly from the value this recording. The Basler Madrigalisten give immaculate performances of the choruses and the chorales. The orchestra is not that well-known yet must be one of the best baroque orchestras around, as is impressively demonstrated in this recording. This recording goes straight to the top of my list of records of the year.

Johan van Veen
Quelle: musicweb-international.com, Sept. 2007