Johann Adolf Hasse: Messe in d

Johann Adolf Hasse

Messe in d

1751

Beschreibung

Die festliche Komposition mit ihrer für die damalige Zeit großen Orchesterbesetzung wurde am 29. Juni 1751 anläßlich der Einweihung der neuen katholischen Hofkirche in Dresden erstmals aufgeführt.

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Partitur

40.663/00
164 Seiten, DIN A4, kartoniert
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Chorpartitur

40.663/05
24 Seiten, DIN A4, ohne Umschlag
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Stimmenset, komplettes Orchestermaterial

40.663/19
DIN A4, ohne Umschlag
EUR98,00 / St.
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  • Bestehend aus
    1 x Stimmenset, Harmoniestimmen, 1 x Flöte 1, 1 x Flöte 2, 1 x Horn 1, 1 x Horn 2, 1 x Oboe 1, 1 x Oboe 2, 1 x Pauken, 1 x Trompete 1, 1 x Trompete 2 (40.663/09)
    je: 24,00 €
    5 x Einzelstimme, Violine 1 (40.663/11)
    je: 5,10 €
    5 x Einzelstimme, Violine 2 (40.663/12)
    je: 5,10 €
    4 x Einzelstimme, Viola (40.663/13)
    je: 5,10 €
    4 x Einzelstimme, Violoncello/Kontrabass (40.663/14)
    je: 5,10 €

Produktinformation

Herausgeber

Wolfgang Hochstein zur Person

Generalbassaussetzer

Wolfgang Hochstein zur Person

Komponist (früher zugeschrieben)

Johann Adolf Hasse zur Person

Rezensionen

JOHANN ADOLF HASSE: Messe in d

Der im 18. Jahrhundert hochberühmte, erfolgreiche und vergötterte Johann Adolf Hasse ist später mehr oder weniger in Vergessenheit geraten, in den Kanon der großen Namen, der lange Zeit das Bewusstsein von der Epoche bestimmte, wurde er nicht aufgenommen. Seine musikgeschichtliche Bewertung fällt schwer, obwohl, vielleicht auch: gerade weil der Komponist für seine Zeit als in gewissem Sinne repräsentativ gelten kann. Ansätze der neueren Musikgeschichtsschreibung, wie das Aufgeben der einseitigen Fixierung auf „Heroen“ oder die sich intensivierende Opernforschung, waren günstige Voraussetzungen für eine Beschäftigung mit Hasse, für den Beginn der Aufarbeitung eines Mythos. Nach wichtigen Vorarbeiten einzelner Forscher bezeichnete der 1983 in Siena abgehaltene Hasse-Kongress (vgl. Analecta musicologica 25) einen ersten Höhepunkt der neuen Bestrebungen. Neuerdings schafft der Carus-Verlag im Rahmen seines Schwerpunktes „Barockmusik am Dresdner Hof“ weitere günstige Voraussetzungen für Wissenschaft und Praxis.
Die „d-moll-Messe“ hat Hasse als Dresdner Hofkapellmeister für die Weihe der katholischen Hofkirche im Jahre 1751 geschrieben, die Tradition der dortigen Aufführungen hält bis heute an. Dem repräsentativen Anlass entsprechend ist das Werk als Festmesse, als Missa solemnis mit einem Vorherrschen der Chornummern gestaltet. Nicht zuletzt der starke Nachhall in der Hofkirche wird das Überwiegen der homophonen Chorpartien begünstigt haben. Messvertonungen unterliegen in besonderem Maße dem Spannungsverhältnis zwischen Traditionsbindung und modernem musikalischen Satz. Dass Hasse um 1750 auf der Höhe des musikalischen Fortschritts stand, wird besonders in der anspruchsvollen Führung des Orchesters deutlich (das Dresdner Hoforchester war bekanntlich von höchster Qualität) sowie in den vokalen Solistenpassagen, etwa in dem mit „Amorosetto“ überschriebenen Benedictus-Duett (G-dur, ¾-Takt). Traditionen werden allein dann schon greifbar, wenn man neben Hasses Werk die heute berühmteste Festmesse der Zeit hält, Bachs sogenannte „h-moll-Messe“ vergleichbar sind nicht nur die Besetzung des Domine Deus mit Flöte und sordinierten Violinen, die dünn besetzte Credo-Intonation vor dem Tutti des „Patrem omnipotentem“ oder die Gestaltung des Agnus Dei als Altarie. Der Rekurs auf das Werk des seinerzeit vergleichsweise im Schatten stehenden Thomaskantors und „Königlich Polnischen und kurfürstlich Sächsischen Hofkompositeurs“ wird um so plausibler im Hinblick auf die von Wolfgang Osthoff 1985 auf dem venezianischen Bach-Symposion vorgetragene Hypothese, Bach habe seine Festmesse für die bevorstehende Dresdner Kirchweihe konzipiert (in: Bach und die italienische Musik/ Bach e la musica italiana, Venezia 1987, S. 134).
Wolfgang Hochsteins Ausgabe der Messe ist zugleich der Erstdruck. Sie genügt in idealer Weise ebenso Anforderungen der Praxis wie dem Interesse des Historikers. Ein instruktives Vorwort und ein ausführlicher Kritischer Bericht rahmen die übersichtlich gedruckte Partitur mit ihren erfreulich wenigen diakritischen Zeichen. Sympathisch berührt auch, dass der Herausgeber bis auf eine (als solche gekennzeichnete) Stelle darauf verzichtet hat, die Partituranlage zu normalisieren, so dass etwa der Beginn des Gloria so disponiert erscheint: Trompeten, Pauken, Hörner, Oboen, hohe Streicher, Chor, Basso continuo, was der Anlage der Musik adäquat ist.

Reinhard Wiesend
Quelle: Die Musikforschung 2/1991, S. 198-199

 

Im Vorwort dieser Erstausgabe steht die Bezeichnung: wissenschaftlich-praktische Edition. Genau das ist Wolfgang Hochstein gelungen. Mit einem kritischen Bericht, der es ermöglicht, die Urfassung dieses opus' zu ermitteln, sowie einem gut zu lesenden Vorwort und sehr beherzigenswerten Hinweisen zur Ausführung haben wir ein Werk vor uns, das genau so gut geeignet ist für Festgottesdienste wie für den Konzertsaal oder für das weite Experimentierfeld historischer Aufführungspraxis. Die aufgaben für den Chor sind vielfältig (die Solisten sind relativ sparsam eingesetzt) und abwechslungsreich, ohne einen mittleren Schwierigkeitsgrad zu überschreiten. Das Werk wirkt gefällig ohne je seicht zu werden pathetisch ohne laut zu sein, und man spürt überall das bemühen um eine musikalische Integration der unterschiedlich gearteten Textaussage. […] Ein Werk […] das man getrost über viele immer wieder gehörte „Standardwerke“ des Konzertrepertoires stellen kann.

Quelle: Singende Kirche 3/89

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