Johann Sebastian Bach: Johannespassion

Johann Sebastian Bach

Johannespassion

Fassung IV

BWV 245, 1749

Beschreibung

Herausgabe in Zusammenarbeit mit dem Bach-Archiv Leipzig mit der unvollendeten Revision (1739) im Anhang.
Die Johannespassion zählt zu den großen Vokalwerken der Leipziger Zeit Bachs. Im Gegensatz zu den übrigen oratorischen Werken hat Bach dieser Komposition jedoch nie eine endgültige Gestalt verliehen, sondern bei jeder Aufführung Änderungen vorgenommen. Sämtliche bisherigen Ausgaben vermischen die Lesarten der verschiedenen Quellenschichten. Dem von der Praxis immer wieder geäußerten Wunsch, eine der authentischen Bach’schen Fassungen zu musizieren, kommt diese Ausgabe nach und macht erstmals die vierte und letzte Fassung, welche von Bach 1749 aufgeführt wurde, zugänglich. Zugleich kann in Kombination mit dem Anhang die traditionelle „Mischfassung” aufgeführt werden.

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  • Bestehend aus
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    5 x Violine 2 (31.245/12)
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    4 x Viola (31.245/13)
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    5 x Violoncello/Kontrabass (31.245/14)
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    1 x Flöte 1 (31.245/21)
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    1 x Flöte 2 (31.245/22)
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    1 x Oboe 1 (31.245/23)
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    1 x Oboe 2 (31.245/24)
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    1 x Orgel (31.245/49)
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Orgel

Auch im Set erhältlich 31.245/49
104 Seiten , DIN A4, paperback
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Laute

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4 Seiten , ca. 32x23 cm
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Produktinformation

Herausgeber

Peter Wollny zur Person

Klavierauszugbearbeiter

Paul Horn zur Person

Übersetzer

Henry Drinker zur Person

Komponist

Johann Sebastian Bach zur Person

Rezensionen

Für jede der vier sicher nachweisbaren Aufführungen seiner 1724 erstmals in Leipzig zu Gehör gebrachten Johannespassion hat Bach an seinem Werk konzeptionelle Änderungen vorgenommen, ohne ihr je eine endgültige Fassung verliehen zu haben. Der Carus-Verlag hat dem Wunsch der Praxis entsprochen, nicht eine „hypothetische Idealfassung“ (NBA), sondern eine authentische, quellenkritische Ausgabe der 2. Fassung von 1725 zu veröffentlichen. Dem Vorwort dieser Ausgabe ist eine Konkordanz der verschiedenen Fassungen vorangestellt, aus der sofort der Reiz einer Wiedergabe dieser Fassung hervorgeht, weil sie besonders weit von den anderen Fassungen abweicht, nämlich ein alt vertrautes Werk „in progress“ zu erleben.
Eine besonders einschneidende Veränderung: Die das Oratorium rahmenden Ecksätze sind ausgetauscht. Die später in der Matthäuspassion verwendete Choralbearbeitung „O Mensch, bewein dein Sünde groß“ ersetzt den Eingangssatz „Herr, unser Herrscher“, und den Schluss der Passion bildet nicht mehr der schlichte Choralsatz „Ach Herr, lass dein lieb' Engelein“, sondern ein groß angelegter Chorsatz mit Orchesterzwischenspielen im Stile der 1724/25 entstandenen Choralkantaten. Auffällige Veränderungen nahm Bach auch bei den Arien vor: Nach dem Choral Nr.11 „Wer hat dich so geschlagen“ fügt er eine Arie „Himmel reiße, Welt erbebe“ in fis-Moll ein, die Arie Nr. 13 „Ach, mein Sinn“ wird ersetzt durch eine Arie in A-Dur: „Zerschmettert mich, ihr Felsen und ihr Hügel“, und an die Stelle des Arioso „Betrachte, meine Seel'“ tritt eine ausgewachsene da-capo-Arie: „Ach windet euch nicht so, geplagte Seelen“ in c-Moll. Es ist überaus verdienstvoll, diese Fassung der Praxis erschlossen zu haben.
Württembergische Blätter für Kirchenmusik  2/2005

Angesichts einer so komplexen Entstehungsgeschichte haben sich bisherige Herausgeber für eine „Idealfassung“ entschieden, die so weit wie möglich der Revisionspartitur folgt, dann aber die „besten“ Lesarten aus den Fassungen I und IV wiedergibt. Die NBA bietet darüber hinaus im Anhang die Varianten der Fassungen I, II und IV sowie einen der Fülle der Probleme entsprechenden kritischen Bericht. Wer dieser verdienstvollen Ausgabe die einzelnen Fassungen entnehmen möchte, muss mit großem Aufwand das Material ordnen und wird trotzdem wahrscheinlich die zu den Fassungen I und II gehörende kürzere Version des Rezitativs Nr. 38 übersehen.
Hier schafft die vorliegende Edition Abhilfe. Der zuverlässige, gut lesbare Notentext wird ergänzt durch eine bemerkenswert übersichtliche Konkordanz der verschiedenen Fassungen, ein informatives Vorwort des Herausgebers sowie einen kritischen Bericht, der die ausufernde Materialfülle souverän bewältigt. Zu Satz 11 + wird ein Stimmführungsfehler benannt (Takt 22, Fl. II). Hier hätten Lösungsmöglichkeiten (z. B. Pl. 1:“h statt gis“) diskutiert werden können.
Als Aufführungsmaterial benötigt man die Stimmen zur gleichfalls veröffentlichten Fassung IV, die mit Einlagen zur Fassung II zu ergänzen ist.
Die Begegnung mit den verschiedenen Fassungen der Johannespassion eröffnet uns die Möglichkeit, Vertrautes neu zu erleben und dabei die Veränderungen und Konstanten eines Vierteljahrhunderts von Bachs Schaffenszeit zu reflektieren.
Jürgen Hinz, Das Orchester 9/2005

The volume has as its main text the version Bach performed in 1749, which corresponds more or less with what is known of the first version of 1724; an appendix includes the autograph section of the 1739 score, which has a host of minor differences. A significant one is apparent if the facsimile of the opening of the 1739 autograph score (p. xv) is compared with the first page of the edition (a pity that the facsimile isn't on p. xvi so that it was opposite p. I of the edition). (...)
I've only seen the score, which is excellently produced, easy on the eyes and to handle. There are (or will be) vocal score, parts, organ realisation and libretto. A companion edition of the 1725 version is also in preparation. This is a commendable enterprise. I would suggest that the whole introduction and the prose of the critical commentary be given in English if there is a reprint, and that the 1725 score issued thus; there could also be a little more on performance matters
Early Music Review April 2003

Bachs „Johannes-Passion“ hat eine komplexe Entstehungs- und Aufführungsgeschichte, die in Form einer Konkordanz der vier Fassungen und durch das ausgezeichnete Vorwort bestens dargestellt wird. Als separate Ausgaben werden die Fassungen II (1725) und IV (1749) im gesamten Aufführungsmaterial ediert. Der Klavierauszug von Paul Horn von Fassung IV weist den Vokalstimmen je ein eigenes Liniensystem zu und bringt die Instrumentalstimmen in gut spielbarem Klaviersatz (samt Hinweisen auf die Instrumentation), wobei dem deutschen Originaltext eine englische Übersetzung von Henry S. Drinker in Kursivdruck beigegeben ist.
Singende Kirche 2/2002

Bach hat seine Johannespassion selbst mindestens viermal aufgeführt und vor jeder Aufführung überarbeitet und teilweise einschneidende Veränderungen vorgenommen. Die Neue Bachausgabe hat versucht, aus dem überlieferten Material, einer nur zum Teil von Bach selbst geschriebenen Partitur und einem Konvolut von Originalstimmen, sozusagen eine Idealgestalt herzustellen, die Bach zwar angestrebt, aber nie verwirklicht hat. Der Carus Verlag begegnet dieser Problematik, indem er jetzt zwei Fassungen der Johannespassion veröffentlicht, nämlich die von 1725 und von 1749. Bach hat zudem im Jahr 1739 eine Reinschrift begonnen, aber schon nach 20 Seiten abgebrochen. Diese unvollendete Revision findet sich im Anhang dieser Ausgabe. Eine Konkordanz gibt ausführlich Einblick in die Unterschiede der vier Fassungen und der revidierten Partitur. Hier erhält man nicht nur gutes Aufführungsmaterial, sondern auch gleich einen guten Einblick in die aufführungspraktischen Fragen. Sehr schön und auch nützlich sind die Nachdrucke einzelner Blätter aus den Originalhandschriften. Unbedingt empfehlenswert.
Reinhold Ix, Musik im Bistum Essen 2/2002