Johann Sebastian Bach: Magnificat

Johann Sebastian Bach

Magnificat in D

BWV 243

Beschreibung

Eine neue, textlich revidierte Ausgabe, die allen Kriterien der modernen historisch-kritischen Bach-Forschung entspricht und dabei das Werk in einem großzügigen Notenbild präsentiert. Passend zur D-Dur-Fassung liegen die drei weihnachtlichen Einlagesätze aus der Erstfassung des Werkes in Es vor.

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Partitur

31.243/00
76 Seiten , ca. 32x25 cm, paperback
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Klavierauszug

31.243/03
52 Seiten , ca. 27x19 cm, paperback
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Chorpartitur

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20 Seiten , DIN A4
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Studienpartitur

31.243/07
76 Seiten , DIN A5, paperback
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Komplettes Orchestermaterial (kostengünstiger Setpreis)

Sie sparen ca. 29% gegenüber dem Einzelbezug. 31.243/19
DIN A4
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  • Bestehend aus
    5 x Violine 1 (31.243/11)
    je: 4,50 €
    5 x Violine 2 (31.243/12)
    je: 4,50 €
    4 x Viola (31.243/13)
    je: 4,50 €
    4 x Violoncello/Kontrabass (31.243/14)
    je: 4,50 €
    1 x Flöte 1 (31.243/21)
    je: 4,00 €
    1 x Flöte 2 (31.243/22)
    je: 4,00 €
    1 x Oboe 1 (31.243/23)
    je: 4,00 €
    1 x Oboe 2 (31.243/24)
    je: 4,00 €
    4 x Trompete/Pauken (31.243/31)
    je: 15,00 €
    1 x Orgel (31.243/49)
    je: 18,50 €

Orgel

Auch im Set erhältlich 31.243/49
24 Seiten , DIN A4
EUR18,50 / St.
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Produktinformation

Herausgeber

Ulrich Leisinger zur Person

Generalbassaussetzer

Paul Horn zur Person

Übersetzer

Jean Lunn zur Person

Komponist

Johann Sebastian Bach zur Person

Rezensionen

Bach, Johann Sebastian (1685 - 1750): Magnificat in D; BWV 243

Das im ersten Jahr seiner Leipziger Amtszeit geschriebene Magnificat in D (in der ursprünglichen Form in Es-Dur) nimmt innerhalb der Bach'schen kirchenmusikalischen Vertonungen einen besonderen Platz ein. Der Lobgesang Marias wird, wie es für diese Zeit üblich ist, in mehrere Sinneinheiten wie Choralsätze und Arien musikalisch zergliedert. Das Werk erfährt durch die Wiederaufnahme der Eingangsmusik für die Schlussdoxologie eine geschlossene Form. Durch die Wahl neuer bzw. verwandter Tonarten, das Verwenden unterschiedlicher Satztechniken und die geschickte Instrumentation werden Kontraste erzeugt. Durch das Herausstreichen der auf das Weihnachtsfest bezugnehmenden Sätze (in der Es-Dur Version) kann dieses Magnificat von Weihnachten einmal abgesehen auch an Marienfesten zur Aufführung kommen. Wegen der Dauer (27 Minuten) muss der konzertanten Aufführung hier sicherlich der Vorzug gegeben werden. Für versierte Chöre eine lohnenswerte Aufgabe.

Peter Bartetzky
Quelle: Musik im Bistum Essen 1/2003

I'm rather less sure of the need for another Magnificat. There is only one significant source, the autograph score, which allows little scope for editorial difference. Carus and Bärenreiter treat the alternative underlay of 'Sicut locutus est' in the same way: just including both at the first entry. The Carus editor suggests in his introduction that the revised version with repeated 'locutus' be extended to the other entries, but does not notate it in his score. He also wonders whether instruments might be added, but comes up with no specific orchestration so presumably nothing is included in the parts. The critical commentary carefully describes the slave layout of the autograph. Original clefs are not given, but the facsimile of the opening page confirms that they are as expected. Strangely, both Bärenreiter and Carus give the continuo part of Suscepit in a mixture of bass and treble clef, the former indicating both bass and alto as the original clef. I don't have the facsimile to check, but the earlier E-flat version is in the alto clef throughout. The modernisation is helpful for the inexperienced score-reader, but if that was a major consideration, why leave the trumpets and timps in C. If you want them at sounding pitch, use the Bärenreiter score. The prices of the two editions are comparable. The edition does not attempt to produce a hybrid including the Christmas inserts from the E-flat version: now that the latter is available in performance material (from Bärenreiter and from King's Music), it is sensible to use that for Christmas performances. The use of inserts was not, incidentally, just a Leipzig custom, as settings by Hieronymus and by Michael Praetorius testify. The Carus score is more spaciously set out than the Bärenreiter, but there is good sense in the latter's squashing of nos. 8 & 9 each onto a single opening and in getting Quia respexit onto a single page so that there is no turn for 'omnes'. Both this and the Passion scores are the same page-size as Bärenreiter scores, not the normal Carus format.

Quelle: Early Music Review April 2003 

Das im ersten Jahr seiner Leipziger Amtszeit geschriebene Magnificat in D (in der ursprünglichen Form in Es-Dur) nimmt innerhalb der Bachschen kirchen-musikalischen Vertonungen einen besonderen Platz ein. Der Lobgesang Marias wird, wie es für diese Zeit üblich ist, in mehrere Sinneinheiten wie Choralsätze und Arien musikalisch zergliedert. Das Werk erfährt durch die Wiederaufnahme der Eingangsmusik für die Schlussdoxologie eine geschlossene Form. Durch die Wahl neuer bzw. verwandter Tonarten, das Verwenden unterschiedlicher Satztechniken, und die geschickte Instrumentation werden Kontraste erzeugt. Durch das Herausstreichen der auf das Weihnachtsfest bezugnehmenden Sätze (in der Es-Dur Version) kann dieses Magnificat von Weihnachten einmal abgesehen auch an Marienfesten zur Aufführung kommen. Wegen der Dauer (27 Minuten) muss der konzertanten Aufführung hier sicherlich der Vorzug gegeben werden. Für versierte Chöre eine lohnenswerte Aufgabe.

Peter Bartetzky
Quelle: Musik im Bistum Essen II/03 – I/04, S. 60

(le) Leipzigs dritte Wahl als Thomaskantor, Johann Sebastian Bach, hat in seinem ersten Jahr in Leipzig im Rahmen der von ihm erwarteten „Festmusiken“ das „Magnificat“ - ursprünglich in Es-Dur - komponiert. Wie aus dem Vorwort zu den „Einlagesätzen“ hervorgeht, die nun zwei Jahre nach der Partitur erschienen sind, hat Bach das Werk nach neuester Forschung wohl nicht zu Weihnachten 1723, sondern schon im Sommer desselben Jahres komponiert. Die heute bekanntere Fassung in D-Dur liegt nun auch als Partitur und Klavierauszug als „Stuttgarter Bach-Ausgabe“ im Carus-Verlag vor. Diese Fassung entstand durch Bach selbst ca. 1733 für eine Aufführung des „Lobgesang der Maria“ außerhalb der Weihnachtszeit, sodass die weihnachtlichen Einlagesätze fehlen und diese nun auch als eigene Ausgabe erschienen sind. Im Vorwort schreibt der Herausgeber, dass Bach wohl aufgrund der Tatsache, dass er nur dritte Wahl in Leipzig war, in seinem ersten Jahr besonders anspruchsvolle und schwierige Werke komponiert hat. Dieses gehört zweifellos dazu. Seit Erscheinen des Magnificat im Rahmen der Neuen Bach-Ausgabe gibt es nun durchaus noch weitere wissenschaftliche Erkenntnisse, die eine Neuausgabe rechtfertigen und über die Frage des richtigen Uraufführungstermins hinausgehen. So werden hier einige Dinge anders interpretiert und wiedergegeben, als dies bisher bekannt ist. Beispielsweise stellt der Herausgeber die Frage, wie die lnstrumentierung und Textverteilung der Fuge „Sicut locutus est“ vorzunehmen ist. Liegt doch einerseits eine sorgfältige Partiturreinschrift Bachs vor, andererseits sind bereits in der Partitur beinhaltete Ungereimtheiten festzustellen. Die Frage, ob Bach wohl - ohne dies explizit zu notieren - die Instrumente zur Verstärkung des fünfstimmigen Chorsatzes in Nr. 11 (Fuge „Sicut...“) eingesetzt hat, kann nur der Interpret entscheiden. Der Hinweis, dass keinerlei Anmerkung Bachs diesbezüglich vorliegt, mag die Richtung der Entscheidung durchaus vorgeben. Auf Grund der Tatsache, dass Originalstimmen fehlen und somit wichtige Aufschlüsse über Entstehungsgeschichte und Aufführungspraxis nicht möglich sind, bleiben auch mit dieser Neuausgabe aufführungspraktische Fragen offen. So geht doch aus der originalen Partitur gerade an dieser Stelle nicht unbedingt hervor, wie denn nun der Urtext der Textverteilung „Sicut locutus est“ ist. Beide Textvarianten sind angegeben und der Herausgeber weist auch darauf hin, dass die Textunterlegung in der D-Dur-Partitur Bachs (also der eigenen Revision des Textes) beim Basseinsatz am Anfang eine andere ist als in der Es-Dur-Fassung beim Bass-Einsatz. Außerdem unterscheidet sich diese Verteilungsvariante in der revidierten Ausgabe auch von allen anderen Einsätzen des „Sicut locutus est“ in der D-Dur-Fassung. So nimmt diese Ausgabe den Aufführenden nicht alle Fragen der Aufführungspraxis ab, auch wenn sie durchaus wertvolle Hinweise liefert. Zu Bachs Zeit hat die kirchenmusikalische Gestaltung der Marienfeste wohl eine besondere Bedeutung gehabt. An hohen Festen wie Weihnachten, Ostern und Pfingsten sowie den Marienfesten wurde lateinisch musiziert. Gerade im Nachgang zu den in den WBL 2/2005 veröffentlichten Gedanken zur Marienvesper mag diese „alte“ Neuerscheinung vielleicht zu einer Aufführung des Magnificat auch außerhalb von Weihnachten an einem hohen Marienfest anregen.

Quelle: Württembergische Blätter für Kirchenmusik 3/2005