Reger: Es sungen drei Engel (Rademann)

Description

“A pleasently clarifying, relaxed interpretation, which sounds natural as a result of the rich harmonies, the differentiated dynamics and daring interwoven voice leading.” “A recording that sets a standard.”

Buy

Compact Disc

83.155/00
12,5 x 14 cm, CD in jewel case
EUR19,90 / copies
available

Product information

Content

22 Works Show

Conductor

Hans-Christoph Rademann Personal details

Ensemble

NDR Chor Hamburg Personal details

Reviews

Reger, Max: Es sungen drei Engel 

(sl) Eine in jeder Hinsicht exzeptionelle Einspielung des Regerschen A-Cappella-Werks. Der Chor singt in einer unglaublichen dynamischen Breite und Differenziertheit, der Klang ist warm und makellos. Man bemühte sich um die kleineren Werke (Acht Geistliche Gesänge) genauso detailverliebt wie um die kompositorischen Flaggschiffe (Motetten op. 110), die mit ihren langen Spannungsbögen dennoch geschlossen und abgerundet ankommen, wie Aufführungen selten gelingen. Ausführliche Booklets mit Werkeinführungen und Texten runden das von Carus gewohnt professionelle Bild ab.

Quelle: Württembergische Blätter für Kirchenmusik  2/2005

 

Reger integer

[...] Bei Carus sind mustergültige Aufnahmen geistlicher Chormusik von Reger erschienen. Sich Zeit nehmen Max Reger hat für die ‚Acht geistlichen Gesänge’ Op. 138 aus dem Jahr 1914 und die ‚drei Motetten’ Op. 110 von 1909/10 und 1912 eine eng am Text orientierte Aussage geschaffen und sie in vollendeter harmonischer Ausgewogenheit gestaltet. Es gilt, sich der Musik anzunehmen, sich Zeit zu nehmen für die Klänge und Harmonien. Der NDR Chor bietet einen ungemein runden Klang, homogen in allen Stimmen und doch luftig und transparent genug, um das polyphone Gefüge der Kompositionen Regers hörend nachzuvollziehen zu können. Die geforderte Akribie der Agogik und Dynamik in den Gesängen gerät für den NDR Chor zu einem meisterlichen Kunststück fließender Übergänge und logisch geformter Phrasierung. Hans-Christoph Rademann lässt den Chor in bestechender Textverständlichkeit intonieren, hält zugleich ein überbordendes Vibrato im Zaum und seziert die jeweiligen Führungsstimmen in der Textur heraus, um sie aus dem Gesamtgefüge dann herauszulösen, wenn es die Logik der Komposition verlangt. Großbogiges Abphrasieren lässt den Eindruck von nahezu instrumentaler Geschlossenheit entstehen. Der Ton ist sauber und tiefengestaffelt. So muss ein a-Capella-Chor aufgezeichnet werden. Eine Referenzaufnahme, nicht nur eine, die Max Reger zur Ehre gereicht, sondern überdies ein wichtiges Dokument und Plädoyer für die Förderwürdigkeit und Erhaltung der Rundfunkchöre in diesem Land. Empfehlenswert!

Erik Daumann
Quelle: klassik.com, 15.11.2004

 

Reger: O Tod, wie bitter bist du / Es sungen drei Engel

Mit großem Atem und natürlich schwingender Phrasierung führt Rademann den Chor durch die langen Phrasen. Die groß angelegten Steigerungsbögen, die wegen ihrer Kraft- und Intonationsraubenden Qualität bei Sängern gefürchtet sind, sind diesem Chor genauso wenig ein Problem, wie die notwendige Dichte und Leichtigkeit im Piano. Das hat mit Sicherheit auch mit der Größe des Chores zu tun, der für dieses Projekt auf 56 Sänger aufgestockt wurde- mit 36 wäre dieser satte, volle, nie ermüdende Chorklang nur schwer zu erreichen - umso bewundernswerter aber ist die Präzision, die unangreifbare Homogenität und Klangbalance, die Rademann mit diesem großen Chor erarbeitet hat. [...]
Eine wohltuend abgeklärte, gelassene Interpretation ist das, bei der die reiche Harmonik, die differenzierte Dynamik und die mitunter kühn gewundene Stimmführung wie selbstverständlich klingen. Den Werken tut das gut, denn nichts stört hier, ihre kompositorischen Qualitäten wahrzunehmen. Keine Intonationsschwäche, aber auch keine überdeutliche oder dramatisierte Textdeklamation, wie man sie so häufig bei diesen Gesängen hört und die den kraftvollen Strom dieser Musik zerstückelt - und ihre bescheidene Schlichtheit aufbauscht. [...]

Dorothea Bossert
Quelle: SWR CD-Tip, 30.9.2004

 

Max Reger: Geistliche Chormusik II

Erfreulich ist die warme und weiche Klangkultur des NDR-Chores. Die Stimmen sind in sich ausgewogen, chorisch timbriert, und fast vibratolos, so dass keine Einzelstimme den Zusammenklang aufbricht ‑ für den Vortrag von Volksliedern ideale Grundlagen. Auch zueinander stehen sie in Balance, lediglich der Sopran sticht ganz selten etwas zu kraftvoll hervor. Sein Klang vertrüge vielleicht ein paar hellere, glänzendere Stimmen. Die Akustik trägt den Chor mit leichtem Hall und räumlichem Auftritt, wenngleich sie nicht für Brillanz sorgt. Wer sich nicht daran stört, schon jetzt mit einigen, wenngleich schönen Weihnachtsliedern konfrontiert zu werden noch bevor die Nikoläuse im Regal stehen, kann in schönem, kultiviertem Chorklang schwelgen.

Thomas Vitzthum
Quelle: www.klassik.com  2.9.2004

 

Max Reger: Geistliche Chormusik II

Der Komponist Max Reger (1873‑1916) muss als Mensch ein Urviech gewesen sein, Anekdoten weisen in diese Richtung. Zum Beispiel soll Max Reger während seiner Münchener Zeit häufig ins Lokal gegangen sein und dort so bestellt haben: "Herr Ober, bitte zunächst die erste Seite der Speisekarte und dann die zweite . . ." Auch seine Werke haben heute zuweilen den Eindruck des Maßlosen, des fast zu Klangvollen. Spätromantische Fülle, gepaart mit äußerst diffizilen Harmonien, die schon in die Moderne weisen. Sicher nicht nach jedem Geschmack, aber trotzdem gehören Regers Vokalwerke ohne Zweifel zu den großen Schätzen der deutschen Chormusik. Deshalb ist die vorliegende Neueinspielung durch den NDR Chor Hamburg unter Leitung von Hans Christoph Rademann sehr zu begrüßen. Endlich gibt es zum Beispiel "Zwölf deutsche geistliche Gesänge" in einer vorzüglichen Einspielung. Der Chor badet kontrolliert in Klängen, aber fasert nicht aus. Kompliment, das ist bei Reger nicht leicht. Der Meister, vor 88 Jahren früh verstorben, wäre sicher zufrieden gewesen. Auf Kritiken gab er aber nichts. Einst schrieb er einem Zeitungskritiker: "Ich sitze im kleinsten Raum meines Hauses. Noch habe ich Ihre Kritik vor mir. Gleich werde ich sie hinter mir haben.. ."

Reinhard Mawick
Quelle: Chrismon 08/04,  S.67

 

Max Reger: Geistliche Chormusik II

Und noch eine Reger-CD! Hans-Christoph Rademann hat auf „Reger vocal II“ mit dem NDR Chor Hamburg die Sieben geistlichen Volkslieder (SATB), die Drei Choral-Bearbeitungen für Weihnachten, Neujahr und Epiphanias op. 79 g (SSA), und die Zwölf deutschen geistlichen Gesänge für fünf bis acht Stimmen eingespielt.
Die Zusammenstellung der Stücke mutet dabei etwas erstaunlich an; stehen neben dem Mailied doch Weihnachts‑ und Passionslieder, Advent neben Ostern. Doch dafür ist Max Reger persönlich verantwortlich zu machen, der diese Sammlungen vor allem nach formalen Gesichtspunkten (z.B. die sieben leichten Sätze bekannter Volkslieder für Laienchöre) zusammengestellt hat und dabei für jede Zeit des Kirchenjahres etwas beisteuern wollte.
Musikalisch und klanglich gilt für diese Aufnahme das gleiche wie für die erste CD der Reihe: sorgfältig gearbeitet, gut ausbalancierter, eher reifer, aber runder Chorklang, schöne Linien, prächtige Dynamik, homogene Agogik.
Hans Christoph Rademann verzichtet auf Extreme bei Tempi und Dynamik und hält sich in seiner Interpretation löblicherweise nahezu bis zum letzten Komma an Regers Notentext und Spielanweisungen ‑ diese aber führen er und sein Chor außerordentlich perfekt aus.

Andrea Braun
Quelle: Cantate Sept./Okt. 2004

 

Max Reger: Geistliche Chormusik I und II

Auf Anregung des Carus-Verlags hat der NDR-Chor unter Hans-Christoph Rademann im vergangenen Jahr Chorwerke von Max Reger aufgenommen. Das Ergebnis ist ein äußerst überzeugendes Plädoyer für den umstrittenen Komponisten geworden. Bei und an Max Reger scheiden sich die Geister. Die einen halten ihn für den genial eigenwilligen Nachlassverwalter des Bachschen Erbes im 20. Jahrhundert. Den anderen gilt er als ziemlich überdrehter Spinner, dessen realitätsferne Orgelbank-Fantasien Interpreten und Hörer mit ihren polyphonen Wucherungen gleichermaßen rücksichtslos überfordern. Hans-Christoph Rademann hat da einen differenzierteren Standpunkt: Für ihn ist Reger einerseits ein "ganz wichtiger Baustein der deutschen Chortradition", der aber andererseits "eine Musik eher für Spezialisten geschrieben hat, die für das Gros der Chöre kaum machbar ist". Die große Herausforderung bei einer Aufnahme, so der gebürtige Dresdner, sei es deshalb, so zu musizieren, dass das gewaltige Schaffen einer breiteren Hörerschaft zugänglich wird. Vor allem für die Reihe der drei großen Motetten op. 110 bedeutet das, die extremen physischen Anforderungen an die Interpreten in den Hintergrund treten zu lassen und ein gutes klangliches Ergebnis zu erzielen, was dem NDR-Chor unter seinem damaligen Chefdirigenten exzellent gelungen ist: Nie hat man hier das Gefühl, die Sänger müssten bis an die Grenze ihrer Belastbarkeit gehen; auch in den teilweise ausufernden Fortissimo-Passagen bricht der Klang nicht aus, sondern bleibt stets kultiviert und sehr geschlossen geführt. Man höre nur das grandiose Finale der Motette "Ach Herr, strafe mich nicht!" mit ihrem hier schier überwältigenden D-Dur-Schlussakkord. Das zweite zentrale Erfolgsgeheimnis ist die Gestaltung der berühmt-berüchtigten "Monsterfugen": "Ich komme ja von der Alten Musik und habe versucht, diese Mobilität in der Gestaltung auf Regers Kompositionen zu übertragen", sagt Rademann. Auch dieses Ziel haben er und sein Ensemble eindrucksvoll verwirklich können - tatsächlich sind die polyphonen Verwebungen erstaunlich transparent abgebildet und von einem stetigen rhythmischen Fluss voran getragen, der jede Zähigkeit vermeidet und einen großen Bogen über das gesamte Werk spannt. Trotz aller Flexibilität und Geschmeidigkeit hat der NDR-Chor seinen charakteristischen, unüberhörbar von der deutschen Romantik geprägten Ensembleklang beibehalten. Die ausgesprochen dunkle und warme Färbung kommt nicht zuletzt auch den vielen kleiner dimensionierten Werken zugute: Ein so weiches und trotzdem obertonreich schimmerndes Pianissimo wie in den acht geistlichen Gesängen op. 138 - den beliebtesten Chorwerken Regers - bekommt man nur ganz selten zu hören. Auch die Darbietung der zwölf deutschen geistlichen Gesänge ist von einer anrührenden Schlichtheit beseelt; ganz wunderbar etwa der zerbrechlich zarte Wiegengestus in dem Weihnachtslied" Schlaf, mein Kindelein".
Kurzum: Mit diesem hohen interpretatorischen Standard, dem beeindruckend breiten Repertoire an ganz unterschiedlichen Farben und dynamischen Abstufungen, liefern Rademann und der NDR-Chor nicht nur ein eindringliches Plädoyer für die Auseinandersetzung mit dem Schaffen Max Regers, sondern stellen zugleich einmal mehr deutlich unter Beweis, weshalb die Rundfunkchöre nach wie vor ein unverzichtbarer Bestandteil der deutschen Musiklandschaft sind.

Marcus Stäbler
Quelle: Fono Forum  11/2004

 

Max Reger: Geistliche Chormusik I und II

Die beiden CDs mit Vokalwerken Regers offenbaren den Ambitus seines A-cappella-Schaffens: Sind es hier schlichteste Choralvertonungen, denen fast jeder Kirchenchorsänger schon einmal begegnet ist, so trifft man auf der anderen Seite seine drei großen Motetten op. 110, die sich selbst profilierteren Ensembles als riesige Herausforderung darstellen: Sie müssten "gehörig dran studieren", prophezeite Reger dem Widmungsträger, dem Leipziger Thomanerchor. Und uns bleibt ein Rest von Unbehagen, wenn wir uns vorstellen wie sich elfjährige Schüler durch diesen Wust an Chromatik durchkämpfen müssen und bei aller musikalischen Tiefe zuletzt ein wahrscheinlich ratloses Publikum zurücklassen.
Der NDR-Chor wird durch seinen derzeitigen Chefdirigenten, den aus sächsischer Kantorentradition stammenden Hans-Christoph Rademann geleitet. Vielleicht ist es seine Herkunft, die seinen unverkrampften, natürlichen Zugang zu Regers Musik erklärt. Auffällig auch die große Homogenität des Chorklanges, der bei rein professionellen Ensembles keine Selbstverständlichkeit ist. Hier hört man keine unschönen Tremoli, die dynamische Bandbreite ist frappierend und auch ein vierfaches Fortissimo klingt immer noch rund und füllig. Vielleicht haben die Berufsensembles gerade in punkto Dynamik einen strukturellen Vorteil gegenüber semiprofessionellen, immer wieder neu zusammengestellten Chören (mit meist wenig Probenzeit). Andererseits waren diese vor Jahren Wegbereiter auf dem Feld der Stilistik und Homogenität. Rademann hat als Chorleiter Erfahrung mit allen Ensembletypen, dies wirkt sich äußerst positiv auf das klangliche Ergebnis aus.
Die erste CD mit dem Titel „Es sungen drei Engel" beinhaltet kleinere Choralbearbeitungen sowie schlichter gesetzte geistliche Volklieder, die andere die grandiosen Acht geistlichen Gesänge op. 138 sowie die unsäglich schwierigen drei Motetten op. 110. Das utopische Potenzial dieser Musik wird auch heute noch manchen noch so geübten Zuhörer erschrecken. Ein echter Reger eben.
Vielleicht hätte man den Inhalt der beiden CDs etwas mischen können, so dass die teilweise bis zu neunstrophigen Liedvertonungen nicht ausschließlich auf einer CD versammelt sind.

Marcus Strümpe
Quelle: Musik und Kirche Nov. 2004

 

Max Reger: Sacred choral music II

Among the choral compositions are the eight Geistliche Gesänge. These are considered to be especially moving. Composed in 1900 the Sieben geistliche Volkslieder is for four-part mixed choir as a pure a-cappella setting. Also from 1900 the Drei Choralbearbeitungen fur Weihnachten, Neujahr, Epiphanias, Op. 79g is for three-part chorus. The folk song inspired and ambitious Zwölf deutsche geistliche Gesänge are for mixed choir for 5-8 parts. Throughout these rarely heard and attractive scores the long established NDR Chor of Hamburg under the direction of Hans-Christoph Radmann offer commendable performances which are high on expression and abundant in joy.
The Carus engineers are to be congratulated on providing a natural and well-balanced sound quality.
Lovers of late-Romantic choral music will find considerable rewards in these rarely heard scores. A satisfying release of attractive works well performed and decently recorded!

Michael Cookson
Quelle: http://www.musicweb.uk.net

 

[...] Erfreulich ist die warme und weiche Klangkultur des NDR-Chores. Die Stimmen sind in sich ausgewogen, chorisch timbriert, und fast vibratolos, so dass keine Einzelstimme den Zusammenklang aufbricht für den Vortrag von Volksliedern ideale Grundlagen. [...]

Dr. Thomas Vitzthum
klassik.com, 02.09.2004