Frauenkirche Dresden. Organ music by Bach & Duruflé

Description

After twelve years of construction, the reconstructed Dresden Frauenkirche will be festively dedicated on 30 October 2005. Few organ building projects have been followed with such interest and excitement as the reconstruction of the new organ at the Frauenkirche Dresden. The organ case, like the structure of the church, was designed by George Bähr, and during the rebuilding of the Frauenkirche it was constructed in every detail in accordance with that of the Gottfried Silbermann organ, which was built in 1736 and destroyed in 1945. However, the internal workings of the organ are not simply a reconstruction of the Silbermann organ. Daniel Kern, the organ builder from Strasbourg, followed the “classical” disposition of the Silbermann organ but he also added an additional manual in the French romantic style. The Kern organ unites the numerous advantages of an historical organ with the technical advances of a modern concert instrument. Through a program on this first CD recording rich in contrasts of style, featuring music by Bach and Duruflè, Samuel Kummer, the organist of the Frauenkirche, demonstrates the astounding sonorous versatility of this organ. On 1 December 1736, shortly after the completion and initial presentation of the Silbermann organ, Johann Sebastian Bach gave an organ recital in the Dresden Frauenkirche to publicly give thanks for the title of Royal Polish and Electoral Saxon Court Composer which had been conferred upon him. Unfortunately we do not know what music Bach played, or whether he improvised on that occasion. For the present recording works were chosen especially suited to the new Kern organ and which would bring to life the sound and acoustics of the Frauenkirche. Maurice Duruflé (1902–1986) derived his musical language from the French tradition; it is carried by a well-polished compositional technique and marked by gentle melancholy. For his Suite op. 5 (1934) Duruflé had in mind for the performance of this work a grand symphonic organ of the Cavaillé-Coll type. His indications for registration point towards the Orgue néoclassique, in which radiant mixtures are heard especially to advantage. This style is also a characteristic for the new organ of the Frauenkirche.

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Compact Disc, SACD

83.188/00
12,5 x 14 cm, CD, digipac
EUR19,90 / copies
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Content

5 Works Show

Soloist - organ

Samuel Kummer Personal details

Reviews

Der Klang der Frauenkirche

Zum Glück hat diese CD nicht lange auf sich warten lassen. Denn seit ihrer Einweihung am 30. Oktober 2005 ist das Interesse an der rekonstruierten Dresdner Frauenkirche von George Bähr ungebrochen. Endlos die Schlangen, die sich täglich um Einlass ins theatralische Innere bemühen und endlos auch die Menschenmenge, die an Konzerten und Gottesdiensten teilnehmen möchte. Samuel Kummer, der Organist der Frauenkirche, kann sich glücklich schätzen, an einem Ort wirken zu dürfen, der so weit ausstrahlt. Denn damit strahlt auch seine Musik aus und bürdet dem gebürtigen Stuttgarter gleichzeitig eine hohe Verantwortung auf.
[...] Die SACD schafft es überzeugend den Raum der Frauenkirche abzubilden. Eine klare, saubere und dennoch lang tönende, mitschwingende, hohe Raumwirkung wird selbst über die heimischen Boxen erlebbar. Reichhaltige Möglichkeiten Kummer registriert nie auf Effekt, die Wahl seiner Register passt sich der Musik an und will nicht nur Kräfte spielen lassen. Natürlich rauscht der Wind gewaltig durch Duruflés Toccata, erschlägt den Zuhörer aber nicht, die Struktur bleibt im Vordergrund, ebenso wie in der variantenreich präsentierten Partita. Hier achtet Kummer geradezu pedantisch auf die gute Wahrnehmung des Cantus firmus, also des eingangs allem als Thema zu Grunde gelegten Chorals ,Sei gegrüßet, Jesu gütig'. Gleichzeitig zeigt seine Interpretation welche reichhaltigen Möglichkeiten die neue Orgel im Bereich lautstärketechnisch zurückhaltender Registrierungen bietet. Irritierend ist für mich die Pedalregistrierung am Ende der Piéce d'orgue BWV 572 ausgefallen. Das schnarrende Fagottregister erfüllt weniger die Funktion eines Fundaments als eines vorlauten Klanges, der sich in den Mittelpunkt drängen will. Duruflé gestaltet Kummer schließlich als Krimi. Düster und fast Furcht erregend hebt das Prélude an, die vollkommen andere Klangwelt des Barock ist sofort vergessen. Diese schöne Aufnahme dürfte manchen, der sie als Dresden-Besucher und damit als Souvenir ersteht, nachhaltig auf Orgelmusik aufmerksam machen. Damit haben Samuel Kummer und das Label Carus an einem herausragenden Ort und auf einem herausragenden Instrument einiges für die viel zu häufig geschmähte Kunst des Orgelspiels getan.

Thomas Vitzhum
Quelle: klassik.com, 21.1.2006

 

CD-Tipp

Die vorliegende SACD ist die erste Tonträger-Veröffentlichung der neuen Orgel der Dresdner Frauenkirche. Dass Bach hierbei dominiert, hat sicherlich seine historischen Hintergründe: am 1. Dezember 1736, dem Jahr der Fertigstellung der Gottfried-Silbermann-Orgel, spielte er z.B. in der Frauenkirche, um sich offiziell für den ihm verliehenen Titel des "Königl. Polnischen und Kurfürstl. Sächsischen Hofcompositeurs" zu bedanken. Seine Vivaldi-Bearbeitung nimmt hier außerdem Bezug auf die Affinität des damaligen Dresdner Hofes zur italienischen Musik, so wie andererseits sein "Pièce d'orgue" Bezug nimmt auf damalige frankophile Strömungen.
Die Partita schließlich ist ein treffliches Stück zur Demonstration einzelner Klangfarben dieses Instruments, errichtet von dem Elsässischen Orgelbauer Daniel Kern und von den Befürwortern des alternativ vorgeschlagenen Silbermann-Nachbaus verächtlich "Kompromiss-Orgel" genannt. Tatsächlich ist diese Orgel weder ein authentisches Bach-Instrument noch dürfte sie die Anhänger eines Cavaillé-Coll-Konzeptes vollends zufrieden stellen. Und doch erscheint sie geeignet, künftig eine große stilistische Bandbreite abzudecken. Samuel Kummer, der neue amtierende Organist der Frauenkirche, überzeugt durch solides Handwerk und sichere Gestaltung.

Matthias Keller
Quelle: Bayern 4 Klassik, 10.12.2005

 

Frauenkirche Dresden

One of the most eagerly anticipated aspects of the rebuilding and rededication of Dresden's famed Frauenkirche was the construction of a new organ to replace the historic 1736 Silbermann instrument destroyed along with the church in the 1945 firebombing of the city. (Bach famously played that original organ on a visit to Dresden the same year the instrument was completed.) Although many details of the original organ were matched in its rebuilding (by Daniel Kern)--including the Silbermann's "classical disposition"--this new instrument also has an "additional manual in the French romantic style." And in its modern guise, it's truly an imposing concert instrument, as this recital by Frauenkirche organist Samuel Kummer decidedly proves.
[...] The sound is full and vibrant--a bit too much so in some places!--and the package is enhanced by booklet notes in English ..., complete information about the organ's disposition and stop selection for each piece, and beautiful color pictures of the organ, cathedral, and city of Dresden.

David Vernier
Quelle: Classics Today, 14.12.2005

 

Die auf der CD zu hörenden Werke demonstrieren, dass das neue Instrument sowohl der mitteldeutschen Orgeltradition mit ihrem Wichtigsten Vertreter Bach als auch der großen französischen Orgelromantik mit ihrem stark sinfonischen Charakter gerecht wird. Die technische Präzision der MDR-Aufnahme kommt natürlich bei dieser Musik mit ihren dynamischen Schwankungen am besten zum Tragen. Neben dem obligatorischen Stereomikrofon hat man noch fünf weitere Mikrofone verwendet, um die gesamte Breite der Frequenzen einzufangen, der Höreindruck ist grandios! Damit wird die erste Orgel-CD aus der Dresdener Frauenkirche zu einer audiophilen Kostbarkeit.

Claus Fischer
Quelle: Triangel, Nov. 05

 

In die Menge der CD-Cover mit dem Abbild der Frauenkirche reiht sich seit kurzem ein weiteres ein, das erstmals Orgelklänge aus ihrem Innenraum verheißt. Die Gelegenheit nutzend, hatte Frauenkirchenorganist Samuel Kummer noch vor der Kirchenweihe Werke von Johann Sebastian Bach und Maurice Duruflé eingespielt, damit die Aufnahme pünktlich zu den Feierlichkeiten vorlag. Spannend ist es, zu untersuchen, wie die Wiedergabe des Instrumentes auf den verschiedenen Sektionen der als CD/SACD-Zwitter produzierten Scheibe gelingt. Während die Stereo-Abmischung geschickt den Raum in den Vordergrund stellt und die Orgel breit im Klangbild aufteilt, ist der Eindruck beim Mehrkanalton recht griffig und vermittelt die akustischen Gegebenheiten realistischer.
Samuel Kummer hat mit den für die Aufnahme ausgewählten Werken eher die Möglichkeit, verschiedene Registrierungen vorzustellen, als im Einweihungskonzert. Fröhlich sprudeln Bachs Concerto in d nach Vivaldi und die Fantasie G-Dur (Pièce d‘orgue BWV 572). Mehr konzentrierte Ruhe wünschte man der Partita „Sei gegrüßet, Jesu gütig“. Beim Registrieren zeigt sich Kummer süddeutsch-französisch geschult und greift gern nach Terz und Zimbel. Origineller ginge es für die Fantasie, die zu sehr nach Standard klingt und mit Fagott 32‘ im Finalsatz einen Fehlgriff beinhaltet. Die Partita zeichnet abseits sächsischer Registrierkunst ein präzises Bild der Kern-Orgel. Die Suite op. 5 von Duruflé gibt sich musikalisch wie klanglich eindrucksvoll. Die Aufnahme ist unverfärbt und voluminös und bietet auch dem, der die Orgel nicht so bald in natura hören kann, ein recht authentisches Hörerlebnis.    

Hartmut Schütz
Quelle:
Dresdner Neueste Nachrichten, 10./11. Dez. 05

 

Die neue Orgel der Frauenkirche

[...] In Bachs Konzert d-Moll nach Vivaldi kommen die weichen Prinzipale ebenso gut zur Geltung wie die ziemlich kernigen Mixturen. Dass das Instrument über interessante Farbmischungen verfügt, zeigt Kummer am Beispiel des Bachschen Trios über „Herr Jesu Christ, dich zu uns wend"; das grandiose barocke Plenum kommt in der „Pièce d'orgue" zum Einsatz. Die Partita „Sei gegrüßet, Jesu gütig" ist ein wunderbares Werk, um den Farbenreichtum einer neuen Orgel vorzuführen. [...]
Den gewichtigen Abschluss der CD bildet Duruflés Suite op. 5. Ihr dunkler, fast gespenstischer Beginn besitzt auf dem neuen Frauenkirche-Instrument durchaus suggestive Kraft. Es scheint aber, dass die romantischen Zungen der Orgel ein wenig schärfer geraten sind, als sie bei Cavaillé-Coll üblich waren. In der „Sicilienne" hört man die schöne romantische Schwebung und in der „Toccata" die ganze, beträchtliche Kraft des Instruments. Übrigens sind die Kritiker inzwischen verstummt.

Michael Gassmann
Quelle: Fono Forum, Feb. 2006


Zwei Herzen in einer Brust

Auferstanden aus Ruinen: Für die Dresdner Frauenkirche gilt’s. Und: Das Gezänk um den Bau der neuen Orgel ist vorbei. Zum Zug kam Daniel Kern aus Straßburg. Und präsentierte ein exzellentes Ergebnis. Dokumentiert ist es erstmals auf einer SACD, die von Samuel Kummer, dem Organisten des Gotteshauses, eingespielt wurde. Die Orgel hinterm detailgenau rekonstruierten Prospekt des zerstörten Gottfried-Silbermann-Instruments hat zwei Herzen in ihrer Brust: Silbermann-Reminiszenzen aus Sachsen und dem Elsass und dazu ein französisch-romantisches Schwellwerk. In den klaren, überaus ansprechenden Klang der viermanualigen 67-Register-Novität kann man sich verlieben. Bei den Variationen von Bachs Partita über den Choral „Sei gegrüßet, Jesu gütig“ zeigen sich die Tugenden besonders schön. Bach – transparent. Herrlich! Vom Licht dieser Orgel fallen sogar Strahlen aufs es-Moll-„Prélude“ aus Maurice Duruflés Suite. Brillant die Toccata. Der Interpret, ein in seiner Geburtsstadt ausgebildeter Stuttgarter des Jahrgangs 1968, spielt hervorragend.

Johannes Adam
Quelle: Badische Zeitung, 12. April 2006


Performance: Kummer’s program reflects two roles of the Kern organ – Silbermann and Cavaillé-Coll, Bach and romantic. He presents four Bach genres: concerto, chorale prelude/trio, chorale partita, and JSB’s “French” piece, a favorite among Germans. The room has a reverberation of 7½ seconds, but Kummer's Bach is nonetheless brisk, energetic, and articulate with a straightforward rhythm that could benefit from a dash of Viennese warmth. By contrast, his Duruflé has a musical sweep and unfolding shape that engages the ear. As much as he may love Bach, his heart, his passion, seems to be French Romantic.
Registration: Registrations are carefully documented, and Kummer strives to meet the composer's expectations with interesting results and by the idiomatic inclusion of tierces to enrich Saxon plenums and of flutes to mecllow French solo reeds. For Bach, Kummer uses the transparent, bright resources of the Silbermann HW\OW, whereas the Cavaillé-Coll Récit dominates and richly colors the Duruflé, proving the organ to be something of an ingenious, ingratiating chameleon. "A program rich in stylistic contrasts demonstrates the amazing tonal versatilily of this organ."
Production: Carus has presented an attractive, well-engineered multi-channel surround-sound SACD/CD that will delight audiophiles and rattle bass woofers, making it possible to count the beats of the 32' Fagott at the end of the Bach Pièce. This issue by Carus is distinguished by a clarity of ambient sound and a brochure with beautiful photos, informative essays, and helpful notes. Refer to the German or French text for full comments with a structural diagram on "Sei gegrüsset." Overall – splendid coutribution and an admirable debut for the Frauenkirche organ and organist Samuel Kummer.

Quelle: The Diaposon Feb 2006, S. 20

 

Restait donc à entendre le résultat sonore, ce qui est déjà possible ou départ de ce premier enregistrement, tout en gardant en mémoire que seule l'audition directe d’un instrument permet d'en juger vraiment en connaissance de cause. Les sonorités de la partie baroque de l'orgue sont assez proches de ce nous connaissons des véritables Silbermann, en un peu plus policé, toutefois: si les timbres sont assez typés, leur élocution semble moins franche, moins affirmées que dans les orgues originaux. Peut-on y voir les conséquences de l'ajout aux trois claviers de Silbermann d'un quatrième plan dans le style de Cavaillé-Coll, permettant de « Jeter des ponts - Vivre la réconciliation - Renforcer la foi? » J'en suis pour ma part convaincu.
Le tout nouveau titulaire de ce grand orgue est aux claviers. Lauréat, entre autres, du Concours l'Europe et l'Orgue de Maastricht 1996, Samuel Kummer a bien choisi les œuvres de Bach: évitant les grands poncifs, il nous présente, grâce à un beau BWV 768, un maximum de registrations, dans un jeu bien maîtrisé.
Le style, l'articulation, l'ornementation le démontrent: le mur est bien tombé, entre les deux Allemagnes! Dans la registration, je me demande pourquoi chaque plein-jeu est «enrichi» d'une tierce, mais cela est somme toute un détail.
Tentant de démontrer l'aspect «à tout jouer» de l'instrument, son titulaire termine le récital par la Suite de Duruflé. On peut en consulter les registrations sur le site internet de l'éditeur... Avec les mêmes réserves que tout à l'heure (il faudrait juger sur place), disons que si les sonorités de détail fonctionnent, le tutti n'est pas vraiment convaincant et perd en justesse, sans doute car l'organiste «sur-registre ». Point positif: la clarté de l'acoustique, qui permet une Toccata de première classe!

Quelle: Magazine Orgue No 86, S. 5

 

[...] Duruflé gestaltet Kummer schließlich als Krimi. Düster und fast Furcht erregend hebt das Prélude an, die vollkommen andere Klangwelt des Barock ist sofort vergessen. [...]

Thomas Vitzthum
klassik.com, 21.01.2006