Johann Joachim Quantz: Concerto pour flûte en mi mineur

Johann Joachim Quantz

Concerto pour flûte en mi mineur

QV 5:116

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Critiques

Johann Joachim Quantz: Concerto in e-Moll

[...] Die neueste Ausgabe (Rezensionsexemplar: Partitur) ist ein Concerto in e‑Moll, als dessen einzige Quelle eine Stimmenkopie des Quantz-Schülers Augustinus Neuff zugrunde liegt. Das Stück ist laut Augsbach um ca. 1736 in Dresden komponiert und orientiert sich formal am Vivaldischen Konzerttypus mit tonal klar definierten Ritornellen und fantasievollen Solopassagen.
Die Tonart e‑Moll rückt das Stück vom Affekt her in die Nähe anderer bekannter Flötenkonzerte aus dieser Epoche (z. B. von Franz Benda, C. Fr. Abel oder Buffardin). Es atmet in den Ecksätzen denselben aufgewühlten "Sturm und Drang"‑Tonfall. Ähnlich dem Benda‑Konzert mündet das Agitato‑Ritornell des ersten Satzes in barsches Unisono, dem die Flöte in ihrem ersten Solo zunächst einen lieblicheren Tonfall entgegenstellt, wodurch zwischen Ritornellen und Soli ein quasi dualistisches Verhältnis entsteht. Auch der letzte Satz weist thematisch deutliche Verwandtschaft mit Bendas Stück auf.
Ausgesprochen originell gebärdet sich der zweite Satz, ein 3/4‑Takt in C‑Dur mit der Überschrift "Cantabile e frezzante", (übersetzt mit "leicht/prickelnd"). Die Orchesterstimmen tragen allesamt den Vermerk "con sordini., eine für Bratsche und Bass ausgesprochen seltene Praxis. Eine bizarr gezackte und "kitzelige" Oberstimme wird von durchlaufenden Begleitfiguren getragen, wie sie eher für eine ausdrucksvolle Melodie gemacht scheinen.
Im Gegensatz zu anderen Werken Quantz' in für die Traversflöte ausgesprochen "schwierigen“ Tonarten liegt die Solostimme des Concertos hervorragend "in den Fingern", so dass auch sehr virtuose Passagen technisch ohne große Probleme zu bewältigen sind.

Michael Schneider
Quelle: TIBIA  3/2004

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