Pisendel + Dresden

Beschreibung

Die vorliegende CD beinhaltet bislang ungedruckte virtuose Violinmusik aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Pisendel stand der berühmten Dresdner Hofkapelle als Konzertmeister vor. Seine Violinsonaten, eine Herausforderung für jeden Geiger, und Kompositionen von Heinichen, W. F. Bach und Hasse vermitteln einen Eindruck vom Wandel des Musizierstils vom Barock zur Frühklassik.

Kaufen

Compact Disc

83.162/00
12,5 x 14 cm, CD, Jewel Case
EUR19,90 / St.
lieferbar

Produktinformation

Inhalt

8 Werke Anzeigen

Solist - Violine

Martina Graulich zur Person

Solist - Violoncello

Ute Petersilge zur Person

Solist - Laute

Thomas C. Boysen zur Person

Solist - Cembalo

Stefano Demicheli zur Person

Rezensionen

Pisendel & Dresden

Die sächsische Hofkapelle in Dresden war im späten 17. und im 18. Jahrhundert eine Hochburg schöpferischer Geister. Berühmte Komponisten und Musiker wie Torelli, Pistocchi oder Volumier lebten und wirkten dort und nahmen Einfluss auf Stil und Stilempfinden in dieser Zeit. Heute weniger bekannt sind die deutschen Komponisten und Musiker, die genauso wichtig und einflussreich waren wie ihre - vor allem italienischen - 7 Kollegen. Mit Johann Georg Pisendel finden wir hier nicht nur einen der herausragenden Geigenvirtuosen seiner Zeit, sondern auch einen begabten Komponisten, dessen Œuvre bisher leider nur geringfügig aufgearbeitet wurde. Zudem hatte er in Dresden eine ganze Reihe hervorragender Kollegen, angefangen bei Wilhelm Friedemann Bach, über Pisendels Vorbild Johann David Heinichen und Johann Adolf Hasse, bis hin zu namentlich nicht mehr bekannten Meistern. Mit dieser CD haben die Musiker um die Geigerin Martina Graulich einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung dieses Erbes geleistet. Nicht nur, dass sie uns diese Musik wieder zugänglich gemacht haben, sondern auch einfach darin, dass sie gute Musik engagiert und interessant vortragen.
(5 Sterne für Repertoirewert und Interpretation)

Detlev Bork
Quelle: Ensemble  1/05

 

Pisendel & Dresden, Carus 83.162

Martina Graulich spielt hier gerade und fast vibrato-frei, ohne virtuoses Zur-Schau-Stellen, die Koloraturen klingen wie beiläufig. Der musikalische Reichtum entfaltet sich von innen heraus, durch die unterschiedlichsten Schattierungen in Lautstärke und Artikulation.
„CD der Woche“

Julia Jahnke
Quelle: Mitteldeutscher Rundfunk MDR,  Mai 2004

 

[...] The qualitiy of the music on this CD makes it absolutly clear that the average person´s knowledge of, and exposure to, the classical music repertoire simply represents the tip of an enormous iceberg. It is quite incredible that a composer of the obvious state of Pisendel should be so little known and regarded. [...]
Although Pisendel’ s music is very characteristic of the period, it does have a certain individuality. In some cases his sonatas begin to  resemble miniatur concertos.They have an elegance and refinement which repays repeated hearings. Much of this grace and refinement must be put down to the excellence of the playing, especially by Martina Graulich on the baroque violin; and one is grateful that these world premiere recordings have received such sympathtic and idiomatic performances. This disc comes highly recommended.

Em Marshall
Quelle: musicweb, August 2004

 

[...] Dass die wenigen erhaltenen Werke Pisendels für kleine Besetzungen jedoch nicht hinter den Werken seiner Zeitgenossen zurückstehen brauchen, zeigt diese hervorragende Einspielung. Hier geht es nicht um Effekthascherei, sondern spielerische, fein proportionierte Musik. Die hervorragende Barockviolinistin Martina Graulich tritt niemals zu sehr in den Vordergrund. Immer bietet ihr das Instrumentalensemble eine ausgewogene Klanggrundlage. Diese Grundlage bildet eine hervorragende Basis für Martina Graulich, die mit klarer und ganz zarter Artikulation glänzen kann. Ihr stehen auch hochvirtuose Partien. Eine beispielhafte Ausgewogenheit lässt sich in vielen Bereichen der Interpretation feststellen: Staccati werden nicht allzu spitz hervorgekehrt, dynamische Veränderungen deutlich, jedoch nicht knallig eingesetzt. Das Spiel der Instrumentalisten ist durchweg keineswegs effekthaschend, sondern differenziert und engagiert. Die Balance der Instrumentalisten ist vorbildlich, die Solostimme wirkt an keiner Stelle künstlich hervorgeholt.

Tobias Pfleger
Quelle: klassik.com, 31.8.2004

 

[...]L´essentiel du disque est constitué de premières mondiales et permet donc des découvertes jouées avec aplomb, précision et rigueur. Tout est propre clair et net [...] à ne pas confondre avec figé ou impersonell.

Alain Derouane
Quelle: crescendo (Sommer 2004)

 

Pisendel & Dresden

Die vorliegende CD widmet sich nicht nur dem späteren Konzertmeister der Dresdener Hofkapelle, Johann Georg Pisendel, sondern auch einigen seiner komponierenden Zeitgenossen (und beinahe schon Nachfahren), Johann David Heinichen, Johann Adolf Hasse und Wilhelm Friedmann Bach. Im direkten Vergleich mit Werken dieser Komponisten wird deutlich, welch eigentümliche Tonsprache Pisendel entwarf, indem er zwar fingerbrechende, virtuose Spieltechniken der Violine forderte, diese jedoch nicht selbstgefällig-showmasterhaft herauskehrt, sondern in den Gesamtklang und den Satzverlauf einbettet.

Ohne Effekthascherei

Genau dies machen die Instrumentalisten dieser Aufnahme deutlich: Hier geht es nicht um Effekthascherei, sondern um spielerische, fein proportionierte Musik. Die hervorragende Barockviolinistin Martina Graulich tritt niemals zu sehr in den Vordergrund, immer bietet ihr das Instrumentalensemble eine ausgewogene Klanggrundlage. Das soll jedoch nicht heißen, dass der Ensembleklang als eine breiige Masse der Violine keine Entfaltungsmöglichkeit böte. Ganz im Gegenteil: Der Continuopart wird von der Cellistin, dem Lautenisten und dem Cembalisten sehr differenziert und feinfühlig gestaltet, so dass jeweils kleine Akzente gesetzt werden können, mal die Laute, mal mehr das Cembalo die Führungsrolle übernehmen kann. Diese Grundlage bildet eine hervorrage Basis für Martina Graulich, die mit klarer und ganz zarter Artikulation glänzen kann. Ihr stehen auch hochvirtuose Partien, wie in der ‘Sonate in Es' eines nicht bekannten Komponisten, das Pisendel jedoch mit größter Wahrscheinlichkeit im Repertoire gehabt haben dürfte. Die umgestimmte Geige wird in wilder, an Heinrich I.F. Biber erinnernder Manier von der Violinistin zu einem Paradebeispiel von außergewöhnlichen Klangwirkungen der Skordatur (Umstimmen der Geige, hier in den Quarten B–Es).

Im Doppelpack

Wie das im Stuttgarter Carus-Verlag schon fast Programm wurde, werden auch die Notenausgabe und die Aufnahme in zeitlicher Nähe auf den Markt kommen. So bietet man ausführenden Musikern die Gelegenheit, neue Werke kennen zu lernen und gleichzeitig den (im Gegensatz zu den ‘spielenden') ‘hörenden' Musikliebhabern die Möglichkeit, neue Werke kennen zu lernen. Wissenschaftliche Notenausgabe und Tonträgerproduktion für Interessierte geht einmal mehr Hand in Hand, eine durchaus zu lobende Art und Weise, Neuerschließungen von Quellen nicht nur den Wissenschaftlern bekannt und schmackhaft zu machen.

Tobias Pfleger
Quelle: www.klassik.com

 

Wohl kein anderer hat auf die Entwicklung des Orchesterspiels im Europa des 18. Jahrhunderts dermaßen großen Einfluss gewonnen wie Johann Georg Pisendel. Den Fleiß und die Gewissenhaftigkeit dieses unermüdlichen Arbeiters demonstriert diese CD an Hand einiger kammermusikalischer Kompositionen des Meisters, dessen Lebensstationen Cadolzburg, Ansbach, Leipzig, Reisen nach Frankreich und Italien und eben Dresden waren. Der vermischte Stil und die große Vivaldi-Sammlung in Dresden gehen sicherlich auf seine Tätigkeit zurück. Der aufregenden Musik Pisendels, dessen Fantasie in guter Durcharbeitung Spitzenwerke, wenn leider auch nur in kleiner Zahl zeitigte, bleiben Martina Graulich, Ute Petersilge, Thomas Boysen und Stefano Demicheli nichts schuldig. Zu den Werken Pisendels, darunter die berühmte Violinsolo-Sonate in a, gesellen sich noch Werke von Wilhelm Friedemann Bach, Heinichen und Hasse, die mit ebenso viel Verve vorgetragen werden. Peter Wollnys Einführungstext im Booklet ist instruktiv und flüssig geschrieben. Sehr empfehlenswert!

Rainer Goede
Quelle: Kirchemusik.de, 24.2.2005

 

[...] Hier geht es nicht um Effekthascherei, sondern um spielerische, fein proportionierte Musik. [...]

Tobias Pfleger
klassik.com, 31.08.2004

Nicht das Richtige?

Finden Sie hier weitere passende Produktvorschläge zu ...

. . . Musik aus Dresden

. . . Soloinstrumente