Bearbeitungen für Klavier von Josef Gabriel Rheinberger

Unter den zahllosen Bearbeitungen, die Komponisten des 19. Jahrhunderts von eigenen und fremden Werken anfertigten, erfreuten sich besonders die Transkriptionen für Klavier großer Beliebtheit. Sie spielten eine wichtige Rolle sowohl bei der Verbreitung des zeitgenössischen musikalischen Schaffens als auch bei der Wiederentdeckung der Musik früherer Jahrhunderte. Als willkommenes Hilfsmittel zum Kennenlernen und zur Erschließung etwa größer besetzter Orchesterwerke, die in Gestalt der Reduktionen für Klavier bequem im eigenen Wohnzimmer zum Klingen gebracht werden konnten, erfüllten sie gewissermaßen die Funktion unserer heutigen Tonträger. Auch Rheinberger verfasste zu vielen seiner Instrumentalwerke gleichzeitig Klavierbearbeitungen, meist zu vier Händen. So legte er z.B. seine
beiden Sinfonien op. 10 und op. 87, die Ouvertüren der Opern Die Sieben Raben und Türmers Töchterlein, die beiden Orgelkonzerte, einige seiner Kammermusikwerke, aber auch die meisten seiner berühmten Orgelsonaten in Fassungen für Klavier zu vier Händen vor.