Makh tsu di Eygelekh. Jiddische Lieder/Yiddish Songs

Beschreibung

„Ich spürte schon als Kind, dass etwas Besonderes an diesen Liedern war, doch erst viel später habe ich die Melancholie dieser Melodien und die Macht dieser Worte wirklich begriffen.“ Helene Schneiderman Das jiddische Schlaflied „Shlof, mayn feygele“, gesungen von Helene Schneiderman, ist eines der berührendsten Lieder, die auf den bekannten „Wiegenlieder-CDs“ im Rahmen des Liederprojektes bei Carus produziert wurden. Durch die Beschäftigung mit diesem Lied wurden viele Erinnerungen an die Kindheitstage der jüdischen Sängerin geweckt. Gemeinsam mit ihrem Klavierpartner Götz Payer entstand der Wunsch, sich mehr mit der reichhaltigen, schönen – aber oft auch melancholischen – jiddischen Liedtradition zu beschäftigen und auf einer CD zu veröffentlichen. Makh tsu di Eygelekh ist das Ergebnis ihrer intensiven Auseinandersetzung. Auf der CD sind auch vier Originalaufnahmen von Helene Schneidermans Eltern enthalten. Die Geschichte der Eltern umrahmt diese Produktion als emotionales Zeitzeugnis über die universelle Kraft von Musik. Judith Schneiderman war in verschiedenen Konzentrationslagern inhaftiert und überlebte vor allem durch ihre Gesangsauftritte vor deutschen Offizieren. Nach Kriegsende wanderte sie in die USA aus, wo sie bis heute lebt. 2009 erschienen dort ihre Lebenserinnerungen; die deutsche Übersetzung dieses beeindruckenden und sehr persönlichen Zeitzeugenberichtes wird im Mai 2013 bei der Stiftung Denkmal in Berlin erscheinen. Sie trägt den Titel: „Ich sang um mein Leben. Erinnerungen an Rachov, Auschwitz und den Neubeginn in Amerika“.

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Compact Disc

83.380/00
12,5 x 14 cm, CD, Digipac
EUR19,90 / St.
lieferbar

Produktinformation

Inhalt

17 Werke Anzeigen

Solist

Judith Schneiderman zur Person
Paul Schneiderman zur Person

Mezzosopran-Solo

Helene Schneiderman zur Person

Solist - Klavier

Götz Payer zur Person

Rezensionen

Jetzt hat die 1955 geborene Schneiderman, begleitet von Götz Payer am Klavier, eine wundervolle CD mit jiddischen Liedern […] vorgelegt: einfühlsam, stilvoll, mit großem Mezzo, eine untergegangene Welt beschwörend. […] Ein ergreifendes Zeitdokument.
Südwest Presse, 6. Juli 2013

This hour-long programme covers a rich range of concerns, taking songs both popular and less well-known, from a variety of traditions. Whether lullaby or drinking song, or whether taking the works of much set Yiddish song poets such as Mark Warshavsky, Itzik Manger and Mordkhe Gebirtig, this disc ranges wide both geographically and expressively.
Jonathan Woolf, musicweb-international.com, Juli 2013

[…] was die Mezzosopranistin an Ausdrucksnuancen zwischen fahlem Flüstern und bewusst gesetzter pathetischer Operngeste einbringt, ist ebenso feinste Kunst wie jene instrumentalen Ornamente und Kommentare, die der Pianist Götz Payer als Begleiter der Musik in seinen eigenen Arrangements beigibt.
Susanne Benda, Stuttgarter Nachrichten, Mai 2013

Auf der musikalischen Ebene zeigt sich das imSchwanken zwischen volksliedhaftem Duktus und Durchformung im Sinne romantischer Kunstlieder. Genau dieses Wandern zwischen den musikalischen Welten gelingt Schneiderman und dem Pianisten Götz Payer vorzüglich. Die beiden vortrefflichen Künstler schreiten einen großen Reigen von Trinkliedern über Liebesempfindungen bis hin zur Suche nach der Identität einesVolkes aus.
Markus Dippold, Stuttgarter Zeitung, 30. April 2013

Es ist eine sehr gelungene CD geworden. Die Lieder sprechen einen an, gehen zu Herzen. […] Die Sängerin singt sehr schlicht und eindringlich, wenig opernhaft und mit einer schlanken Stimmführung. Sie singt tief empfunden mit einem starken Ausdruck, und lässt in jedem Lied Wehmut und eine unendliche Tiefe der Gefühlswelt mitschwingen. Der Pianist verstärkt diesen Eindruck durch sein sensibles Spiel.
Astrid Belschner, kulturradio rbb, 11. März 2013

Wenn man sich einlässt auf diese ganz und gar merkwürdige Mischung aus Fremdem und Vertrautem, beginnt man die Schlichtheit, mit der Helene Schneiderman singt, die Stimme nur selten, nur sehr subtil abschattierend, die Feinheit der Dynamik in ihrem Gesang zu schätzen. Dann nimmt man das Wiegenlied als Wiegenlied war, hört die Melancholie heraus, die aber nie bis zur Hoffnungslosigkeit reicht – aber auch die Lebensfreude. Am schönsten ist die Gelassenheit, die in Humor mündet […]. Diese CD ist wirklich etwas für eine ruhige, vielleicht besinnliche Stunde.
Andreas Falentin, klassik.com, 16. April 2013