Das Husumer Orgelbuch von 1758

Beschreibung

Das Husumer Orgelbuch (1758) dokumentiert, wie sich die norddeutsche Orgelmusik in der ersten Hälfte des 18. Jahr hunderts in den Generationen nach Dieterich Buxtehude und Vincent Lübeck entwickelt hat. Es enthält 17 Original kompo sitionen aus dem Alten Land, dem Land Kehdingen sowie aus Schleswig-Holstein, darunter zwölf drei- bis viersätzige Kon zerte für unbegleitete Orgel – ein musikgeschichtliches Novum, denn die meisten bislang bekannten Werke dieser Art sind Bearbeitungen von Orchesterwerken.

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Sammlung

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160 Seiten , DIN A4, paperback
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Inhalt

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Herausgeber

Konrad Küster zur Person

Rezensionen

Das Husumer Orgelbuch von 1758.

Sammlung Benedix Friedrich Zinck. Eingeleitet und hrsg. von Konrad KÜSTER. Stuttgart: Garns 2002. XXI, 136 S.

Abseits der Hochburgen der „Norddeutschen Orgelschule“und Orgelbaukunst, wie z. B. Hamburg, Lübeck, Lüneburg und Celle, die geprägt sind durch Musiker wie Heinrich Scheidemann, Jacob Prätorius, Geor  g Böhm, Franz Tunder und Dietrich Buxtehude, hatte sich im nordfriesischen Husum der Buxtehude-Schüler Nicolaus Bruhns (1666-97) einen Namen als überragender Organist und Komponist gemacht. Außer in der Marienkirche, wo Bruhns tätig war, gab es noch im Schloss zu Husum eine größere Orgel. Das Schloss, das damals der dänischen Krone gehörte, war gleichzeitig Dienstsitz des Husumer Amtmanns. 100 Jahre bevor Theodor Storm die graue Stadt am Meer in seinem literarischen Schaffen berühmt machte, wirkte dort einige Jahre (nebenberuflich) als Organist Benedix Friedrich Zinck (1715-99), der Verfasser des Orgelbuches von 1758, des Gegenstandes dieser Besprechung. Ein genauer Anlass für das Entstehen der Handschrift ist nicht festzustellen. Der Titel „Das Husumer Orgelbuch von 1758“ stammt nicht von Zinck. Auf dem Titelblatt der Sammlung (Faksimile S. XV) ist zu lesen: „Praeludien, Fugen und Concerten für die Orgel mit Pedal“. Autor und Datum sowie Vermerke späterer Besitzer bringen die Orgelsammlung nicht mit Husum in Verbindung. Die Eintragungen, alle aus der Feder Zincks, umfassen 17 Titel, davon sechs Musikstücke anonymer Komponisten, des Weiteren Werke von Christoph Wolfgang Druckenmüller (5) und Marx Philipp Zeyhold (4). Druckenmüller wirkte hauptsächlich in Stade und Verden (im heutigen Niedersachsen, ca. 200 km von Husum entfernt); Zeyhold in Drochtersen, das wie Verden damals zum schwedischen Herzogtum Bremen-Verden an gehörte (...) Das Orgelbuch Zincks bereichert durch Erstausgaben der Concerti von Zeyhold und anonymer Verfasser den besagten Aspekt. Die drucktechnisch und benutzerfreundlich gelungene wissenschaftlich-kritische Praktikerausgabe des Husumer Orgelbuchs im Carus-Verlag bemerkt auf den Anfangsseiten der 17 Orgelwerke, ob es sich um eine Erstausgabe handelt. (...) Das Vorwort beschreibt gut die geokulturelle Situation Husums sowie des Alten Landes und Kehdingens, wo Druckenmüller und Zeyhold, die mehr als die Hälfte der Sammlung Zincks komponierten, wirkten, und liefert gute Erklärungen dafür, wie deren Kompositionen zu Benedix Friedrich Zinck (nach Husum) gelangten.

Johannes Ring
Quelle: Die Musikforschung 4/03             

Husumer Orgelbuch von 1758, Praeludien, Fugen und Concerten für die Orgel mit Pedal, Sammlung Bendix Friedrich Zinck mit Werken aus dem Alten Land, dem Land Kehdingen und Schleswig-Holstein

Für die Erweiterung des Repertoires an norddeutscher Orgelmusik des 17. und 18. Jahrhunderts ist diese Publikation geradezu eine Fundgrube. Im März 1758 legte der Musiker Bendix Friedrich Zinck (1715–99) in Husum ein Notenbuch an, in das er 17 Orgelkompositionen aus dem Alten Land, dem Land Kehdingen, aus Schleswig-Holstein und anderen Regionen einschrieb. Dabei handelt es sich um typische Gebrauchsmusik, Präludien, Fugen und Konzerte für Orgel mit Pedal. Der prominenteste der Komponisten ist Nicolaus Bruhns; er ist mit einem kurzen Adagio von einer Seite Länge vertreten. Die übrigen Komponisten sind weit weniger bekannt: Hinrich Zinck, Christoph Wolfgang Druckenmüller, Marx Philipp Zeyhold und viele anonyme Komponisten. Der Band wird mit einem sehr umfangreichen Vorwort eröffnet. Er enthält auch eine Karte mit den Wirkungsorten der Komponisten, eine Stadtansicht von Husum und die Wiedergabe zahlreicher Titelblätter, Notenautographe und Abschriften. Den Hauptteil bilden zahlreiche Erstdrucke von Orgelwerken. Am Ende der Publikation steht ein ausführlicher kritischer Bericht. Zwölf der Werke sind drei- bis viersätzige Konzerte für unbegleitete Orgel, ausschließlich Originalkompositionen. Dies ist etwas Besonderes, denn die meisten bislang bekannten Werke dieser Art sind Bearbeitungen von Orchesterwerken, wie bei Bach und J.G. Walther. Das Husumer Orgelbuch ist eine einzigartige Dokumentation der Weiterentwicklung der Orgelmusik in Norddeutschland parallel mit dem Wirken Bachs. Es beleuchtet die Musikgeschichte Norddeutschlands und gehört zu den wichtigsten Zeugnissen der Region zwischen Bremen, Hamburg, Schleswig und Husum. Im Mittelpunkt steht Christoph Wolfgang Druckenmüller, der in Jork und Verden wirkende Orgelkomponist. Die zum Teil recht kurzen Sätze wie Präludien, Fugen und Chaconnen sind gut für Konzert und Gottesdienst verwendbar. Hingegen sind die mehrsätzigen Orgelkonzerte wohl eher für Konzertzwecke gedacht, obgleich der eine oder andere Satz im Gottesdienst beispielsweise sub communione und als freies Vor- oder Nachspiel seinen Platz finden kann. Der Preis ist sicherlich durch die umfangreichen Forschungs- und Editionsarbeiten gerechtfertigt, für die Praxis aber doch sehr hoch.

Andreas Rockstroh
Quelle: Ars Organi Heft 2, 2003

Das Husumer Orgelbuch von 1758 - Sammlung Benedix Friedrich Zinck

In der königlichen Bibliothek von Kopenhagen befindet sich eine Handschrift, die 1758 von einem Benedix Friedrich Zinck (1715–1799) angelegt oder zumindest begonnen worden ist, in der 17 Orgelstücke, ein Teil von kaum bekannten Komponisten (Hinrich Zinck, Christoph Wilhelm Druckenmüller), andere überhaupt von Anonymis, enthalten sind. Der Band mit seinen Werken aus dem norddeutschen Stilbereich (Hamburg, Altes Land, Schleswig-Holstein) ist aus zwei Gründen außergewöhnlich. Fürs erste zeigen die Stücke, wie stark die Stilismen der alten norddeutschen Orgelkunst (Bruhns, Buxtehude) bis in die Generation der Bach-Söhne mit ihrer schon ganz anderen Schreibweise noch lebendig geblieben sind. Fürs zweite finden sich in dieser Sammlung ein gutes Dutzend von Solo-Konzerten für die Orgel (keine Transkriptionen wie bei Bach oder Walther!), die belegen, dass noch im 18. Jahrhundert eine konzertante Spielweise, die den Wechsel zwischen Tutti und Solo auch in der Orgelmusik erlebbar machte, durchaus verbreitet und offensichtlich beliebt gewesen ist. Der vorliegende Band erschließt auf diese Weise einen für die Organisten geradezu kulinarischen Musizierbereich in einer Gattung, für die es bislang nur wenige Belege gegeben hat. Eine ganz vorzüglich edierte, höchst empfehlenswerte Neuerscheinung von kaum mittelschwerem Spielgut in der Sparte Alter Musik.

Quelle: Singende Kirche 1/2002, S. 60

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