Giacomo Puccini / Deborah Burton (arr.) / Franco Alfano (arr.): Turandot - Bücher | Carus-Verlag

Giacomo Puccini / Deborah Burton (arr.) / Franco Alfano (arr.) Turandot

Dramma lirico in tre atti e cinque quadri. Finali: Franco Alfano (II), Deborah Burton SC 91, 1923/24, Finale 2022

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Mit seiner unvollendeten Märchenoper Turandot hat Giacomo Puccini der Nachwelt einige Rätsel hinterlassen. So fehlt dem Werk, das erst nach Puccinis Tod uraufgeführt wurde, ein vollständiger Schluss. Aufführungspraktische Änderungen oder Korrekturen, wie Puccini sie üblicherweise während einer Produktion und nach der Uraufführung in die Partituren seiner Opern einzuarbeiten pflegte, gibt es nicht.

Turandot ist ein Werk, für das sich im Laufe der Zeit viele fehlerhafte Lesarten und Widersprüchlichkeiten etabliert haben. Carus bietet Opernensembles eine moderne Edition des Werkes mit musikpraktischem Fokus: klar und gut organisiertes Aufführungsmaterial mit einem von tradierten Fehlern bereinigten Notentext, ergänzten Vortragsanweisungen, einheitlichen Studierziffern und einer konsistenten Artikulation und Dynamik. Herausgeber ist der italienische Dirigent und Musikwissenschaftler Andreas Gies.

In puncto Finale stehen zwei Optionen für einen komplettierenden Schluss zur Auswahl: Zum einen die heute übliche, zweite Fassung des von Franco Alfano 1926 nach Puccinis Tod komponierten Schlusses. Alternativ ist ein rekonstruiertes Finale der amerikanischen Musikwissenschaftlerin und Puccini-Forscherin Deborah Burton von 2022 enthalten. Sie konnte im Zuge ihrer intensiven Auseinandersetzung mit Turandot auf einen größeren Materialfundus als Alfano zurückgreifen und bisher unbekannte Skizzen Puccinis einbeziehen. Damit kommt sie der ursprünglichen dramaturgischen Absicht des Komponisten wesentlich näher.

Die Partitur sowie der Klavierauszug enthalten beide Finali. Das Aufführungsmaterial wird mit dem jeweils gewählten Schluss angeboten.

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Textheft/Libretto Carus 56.205/88, ISBN 978-3-89948-500-4, ISMN 979-0-007-45695-5 25,2 x 35,0 cm voraussichtlich lieferbar ab 11/2026
Dirigierpartitur, Vorwort auf Dt., Engl., Ital. Carus 56.205/00, ISMN 979-0-007-45695-5 560 Seiten, 25,2 x 35,0 cm, Hardcover voraussichtlich lieferbar ab 11/2026
Klavierauszug Carus 56.205/03, ISMN 979-0-007-45697-9 DIN A4 voraussichtlich lieferbar ab 11/2026
Dirigierpartitur, leihweise, Vorwort auf Dt., Engl., Ital. Carus 56.205/80, ISMN 979-0-007-45695-5 560 Seiten, 25,2 x 35,0 cm, Hardcover voraussichtlich lieferbar ab 11/2026
Dirigierpartitur digital, PDF-Datei Carus 56.205/00-010-000, ISMN 979-0-007-45696-2 25,2 x 35,0 cm voraussichtlich lieferbar ab 11/2026
Text (ohne Noten) zum Abdruck, PDF-Datei, Szenarium Carus 56.205/00-710-000, ISMN 979-0-007-45700-6 25,2 x 35,0 cm voraussichtlich lieferbar ab 11/2026
Klavierauszug digital, PDF-Datei Carus 56.205/03-010-000, ISMN 979-0-007-45698-6 25,2 x 35,0 cm voraussichtlich lieferbar ab 11/2026
Dirigierpartitur digital, PDF-Datei, leihweise Carus 56.205/80-010-000, ISMN 979-0-007-45695-5 25,2 x 35,0 cm voraussichtlich lieferbar ab 11/2026
Text (ohne Noten) zum Abdruck, ZIP-Datei, Libretto Carus 56.205/88-300-000, ISMN 979-0-007-45704-4 25,2 x 35,0 cm voraussichtlich lieferbar ab 11/2026
Der unbekannte Prinz Calaf gelangt nach Peking, wo er seinen lange verloren geglaubten Vater Timur wiedertrifft, der von der Sklavin Liù begleitet wird. In der Kaiserstadt herrscht die erbarmungslose Prinzessin Turandot. Sie wird von heiratswilligen Prinzen umworben. Turandots Bedingung für ihr Jawort: Der Bewerber muss drei Rätsel lösen. Wer scheitert, wird hingerichtet. Calaf verliebt sich trotz aller Warnungen in Turandot und stellt sich der Herausforderung. Er löst alle drei Rätsel, sehr zum Entsetzen der Prinzessin, die sich dennoch weigert, ihn zu heiraten. Calaf bietet ihr daraufhin selbst ein Rätsel an: Wenn sie bis zum Morgengrauen seinen Namen herausfindet, darf sie ihn töten. Turandot lässt das ganze Volk unter Todesandrohung nach dem Namen des Fremden suchen. Dabei werden Timur und Liù gefasst. Um Calaf zu schützen, behauptet Liù, als einzige seinen Namen zu kennen. Unter der Folter schweigt sie standhaft und bekennt ihre heimliche Liebe zu Calaf, bevor sie sich selbst tötet. Calaf küsst nun die sich noch widersetzende Turandot und offenbart ihr freiwillig seinen Namen, wodurch er sich ihr völlig ausliefert. Als der Morgen dämmert, verkündet Turandot vor dem versammelten Volk, dass der Name des Fremden „Liebe“ sei und nimmt Calaf als ihren Partner an.
  • Giacomo Puccini entstammt einer Dynastie von in der toskanischen Stadt Lucca wirkenden Kirchenmusikern. Noch seine 1880 dort uraufgeführte Messa a 4 con orchestra schien auch ihn auf diesem Weg zu zeigen, doch unmittelbar darauf ging er an das Mailänder Konservatorium mit dem Ziel, Opernkomponist zu werden. Als Studienarbeiten entstanden dort seine einzigen selbstständigen Orchesterstücke Preludio sinfonico (1882) und Capriccio sinfonico (1883) sowie bereits einige seiner 16 vollständig erhaltenen Klavierlieder (Canti), die er mit häufigen Bezügen zu seinen Opern beinahe während seines ganzen Schaffens komponierte. Den Durchbruch als Opernkomponist erzielte er mit Manon Lescaut (1893); zwischen 1893 und 1904 entstanden seine bis heute meistgespielten Werke La Bohème, Tosca und Madama Butterfly. In den letzten Jahren erwuchs die Erkenntnis, dass Puccinis Gesamtwerk einer Neubewertung bedarf. So wird er zunehmend als ein den Aufbruch in die Moderne suchender Musiker verstanden. zur Person
  • Franco Alfano (1875–1954) war ein italienischer Komponist der Spätromantik, dessen Schaffen stilistisch zwischen der Tradition des Verismo und Einflüssen des französischen Impressionismus sowie der deutschen Spätromantik angesiedelt ist. Obwohl er vor allem durch die Vervollständigung von Giacomo Puccinis Oper Turandot bekannt wurde, umfasst sein eigenständiges Œuvre zahlreiche Opern, Orchesterwerke, Lieder und Kammermusik.

    Charakteristisch für Alfanos Kompositionsstil sind eine differenzierte Harmonik, eine farbenreiche Orchestrierung und eine ausgeprägte melodische Gestaltung, die häufig mit einer psychologisch nuancierten Figurenzeichnung verbunden ist. In der musikwissenschaftlichen Forschung wird sein Werk zunehmend als eigenständiger Beitrag zur italienischen Musik des frühen 20. Jahrhunderts gewürdigt, da es die Entwicklung der Oper über die Konventionen des Verismo hinaus in Richtung einer erweiterten Tonsprache dokumentiert.

    zur Person

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