Missa a quattro voci
eingerichtet von J. S. Bach
Bach hat sich besonders in den frühen 1740er Jahren intensiv mit dem Kompositionsstil der strengen Vokalpolyphonie beschäftigt. Als Anregung dienten ihm Werke älterer Meister, die er kopierte und größtenteils auch zur Aufführung brachte. Im Bestand der ehemaligen Ephoralbibliothek Weißenfels wurden teils von Bach selbst geschriebene Einzelstimmen zur Missa canonica von Francesco Gasparini in einer von Bach instrumentierten Fassung aufgefunden. Gasparini wurde zur Bach-Zeit vor allem als Meister des kunstvollen Kontrapunkts und als kühner Harmoniker geschätzt. Bach veränderte den Notentext besonders mit Blick auf aufführungspraktische Belange und verfolgte dabei offensichtlich eine ganz spezielle Klangregie. Sein Interesse am strengen Kontrapunkt geht einher mit einer spürbaren Neuorientierung von Bachs eigener Kompositionsweise zu Beginn der 1740er Jahre. Für die hoch entwickelte Kanonkunst und strenge Polyphonie in Bachs Spätwerk, wie sie einem im Musikalischen Opfer oder in
der Kunst der Fuge begegnen, erfüllte die Missa canonica von Francesco Gasparini somit die Rolle eines praktischen Vorbilds.
der Kunst der Fuge begegnen, erfüllte die Missa canonica von Francesco Gasparini somit die Rolle eines praktischen Vorbilds.
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Zusatzinformationen zum Werk
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Komponist*in
Francesco Gasparini
| 1661-1729
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Herausgeber*in
Peter Wollny
| 1961