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Komponist*in
Felix Mendelssohn Bartholdy
| 1809-1847Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847) zählt zu den bedeutendsten Komponisten der musikalischen Romantik. Sein kompositorisches Schaffen verbindet die formale Klarheit der Wiener Klassik mit der gesteigerten Ausdruckskraft des 19. Jahrhunderts. Besonders prägend war seine Auseinandersetzung mit der Musik Johann Sebastian Bachs, deren Wiederentdeckung er durch die Aufführung der Matthäus-Passion im Jahr 1829 maßgeblich förderte.
Zu seinen bekanntesten Vokal-Kompositionen zählen seine beiden Oratorien Paulus und Elias, sowie seine Choralkantate Verleih uns Frieden gnädiglich. Darüber hinaus wirkte Mendelssohn als Dirigent, Pianist und Musikpädagoge und trug wesentlich zur Professionalisierung des Konzertwesens sowie zur Entwicklung des Leipziger Konservatoriums bei. Sein Werk nimmt eine zentrale Stellung in der Musikgeschichte des 19. Jahrhunderts ein und verbindet Traditionsbewusstsein mit romantischer Klangästhetik.
zur Person
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Herausgeber*in
Günter Graulich
| 1926Der Verleger, Kirchenmusiker und Pädagoge Günter Graulich gehört zu den großen deutschen Verlegerpersönlichkeiten der Nachkriegszeit. Gemeinsam mit seiner Frau Waltraud gründete er 1972 den Carus-Verlag Stuttgart, den er vom 2-Mann-Familienbetrieb zum mittelständischen Unternehmen mit rund 60 Mitarbeitern ausbaute. Darüber hinaus leitete er, selbst ausgebildeter Kirchenmusiker und langjähriger Kantor an der Matthäuskirche Stuttgart, über 50 Jahre den Motettenchor Stuttgart. Mit seinem Chor realisierte er Einspielungen auf LP und CD, zahlreiche Konzertreisen führten ihn ins europäische Ausland und nach Amerika. zur Person
Rezensionen
Felix Mendelssohn-Bartholdy
Felix Mendelssohn-Bartholdy: Jesu, meine Zuversicht
Das Werk gliedert sich in fünf Teile: eingeschlossen von zwei Chorälen, die dem Chor anvertraut sind, befindet sich schon an zweiter Stelle ein Soloquintett, das im motettischen Stil den c.f. verarbeitet. Auf eine Bassarie, zu der (zum einzigen Mal) das Tasteninstrument tritt, folgt eine abschließende „Halleluja, Amen”-Fuge, die wiederum vom Chor gesungen wird. Ein sehr interessantes, gut gebautes Werk, das nicht nur durch die ungewöhnliche Besetzung beeindruckt.
Thomas Gabriel
Quelle: Kirchemusik im Bistum Limburg 2/92, S. 55
Der Komponist verteilt die sechs Strophen wie folgt: erste Strophe Chor (Choral); zweite Strophe Soli (SSATB), cantus firmus im zweiten Sopran; dritte Strophe Chor (SSATB), c. f. im Tenor; vierte und fünfte Strophe Aria (Bass-Solo, Orgel; Schluss-Fuge Chor). An dieser fünfteiligen Choralmotette merkt man, dass „Die Alten fleißig studieren” ein guter Grundsatz ist. Mendelssohn hat J. S. Bach gründlich studiert, sich aber nicht epigonal verhalten, sondern einen durchaus persönlichen, wohlklingenden, empfindsamen, dem Text verpflichteten Vokalstil entwickelt, der besonders im fließenden Melos der zweiten Strophe zum Ausdruck kommt. Abgeschlossen wird das Werk von einer prächtigen Chorfuge, in der zwei musikalische Gedanken auftreten und zu einer doppelfugenähnlichen Schlusssteigerung führen. Einzelne Teile lassen an liturgische Verwendung denken (z. B. Choral 1, Aria, Fuga); das ganze Werk eignet sich besonders für das Geistliche Konzert. Für sichere, geschulte Sänger ist die Choralmotette eine dankbare, gut zu bewältigende Aufgabe.
Erich Weber
Quelle: Musica Sacra 1/92, S. 62