L’Orfeo
Favola in Musica SV 318, 1607
Die Macht der Musik bewegt die Herzen. Wenn Orfeo singt, lassen sich selbst Götter erweichen und die Tore zur Unterwelt öffnen. Doch gelingt es dem Sänger, seine geliebte Euridice den Schatten des Todes zu entreißen? Die tragische Liebesgeschichte von Orpheus und Eurydike aus der griechischen Mythologie vereint alle Aspekte, die einen guten Opernstoff ausmachen, und Monteverdis Vertonung aus dem Jahr 1607 ist nicht nur eine der frühesten Opern überhaupt, sondern auch eine der berühmtesten.
Die Carus-Ausgabe präsentiert einen Notentext, der höchste wissenschaftliche Ansprüche erfüllt und gleichzeitig die Anforderungen der heutigen Musizier- und Opernpraxis berücksichtigt. Basierend auf der gründlichen Auswertung der erhaltenen Druckexemplare beider Auflagen von 1609 und 1615 dokumentiert Herausgeber Uwe Wolf die Ungereimtheiten und Überlieferungsfehler eindeutig und bietet historisch begründete Lösungen mit musikpraktischem Fokus an. Wolf, der sich als Musikwissenschaftler und als Musiker intensiv mit Monteverdi befasst hat, liefert außerdem ausführliche Informationen zu Besetzung, Notationsweise, Transpositionen und dem historischen Instrumentarium.
Dank des äußerst flexibel eingerichteten Aufführungsmaterials können die Aufführenden kreativ mit der Besetzung umgehen: Die Instrumentalstimmen einer Lage und die entsprechenden Chorstimmen sind in wenigen Stimmen zusammengefasst und können verschiedenen Instrumenten zugewiesen werden. Die ausgesetzte Continuo-Stimme enthält auch die wesentlichen Singstimmen. Eine klare Durchnummerierung der Sätze und Abschnitte erleichtert die Probenarbeit.
Bei Carus gibt es das komplette Material für Ihre Aufführung: Klavierauszug, Chormaterial, Szenarium und weiteres Material sind erhältlich, auch digital. Das Libretto ist in drei Sprachen (it, dt, en) in der Edition abgedruckt.
Große und kleine Opernhäuser, Hochschulen, Festivals und nicht zuletzt aufgrund des großen Choranteils auch Chöre finden hier eine Ausgabe, die vielfältige Aufführungen dieser zeitlosen Oper ermöglicht – szenisch oder konzertant.
-
Komponist*in
Claudio Monteverdi
| 1567-1643Während seiner Jugend in Cremona erhielt Monteverdi seine erste musikalische Ausbildung bei Marc'Antonio Ingegneri, dem Kapellmeister der Kathedrale. Nachdem er sich mit ersten Veröffentlichungen, darunter sein 1. Madrigalbuch, einen Namen gemacht hatte, ging er 1590 nach Mantua an den Hof der Gonzaga: Er blieb 22 Jahre in Diensten der Familie, erst als Sänger und Violist, später als Kapellmeister. Hier schrieb er weitere Madrigalbücher und mit mit L'Orfeo 1607 eine der frühesten Opern der Musikgeschichte. Ebenfalls noch in Mantua entstand 1610 die Marienvesper. 1613 wurde Monteverdi Kapellmeister an St. Markus in Venedig. Auf dieser Position verbrachte er 30 musikalisch fruchtbare Jahre: Er komponierte sakrale Werke, blieb aber auch der weltlichen Musik verpflichtet und veröffentlichte mit den Madrigalbüchern 6 bis 8 seine umfangreichsten weltlichen Sammlungen. Nach der Eröffnung des Venezianischen Opernhauses 1637, der ersten öffentlichen Spielstätte überhaupt, trat er auch wieder als Opernkomponist in Erscheinung: Seine beiden späten Opern Il ritorno d'Ulisse in Patria und L'incoronazione di Poppea wurden hier uraufgeführt. zur Person
-
Textdichter*in
Alessandro Striggio d.J.
| -1630