Stabat Mater
Wiener Version 1736/1800/1843
Für Chor SATB gesetzt und mit zusätzlichen Bläserstimmen versehen von Joseph von Eybler, Ergänzung der Posaunen von Ignaz Xaver Ritter von Seyfried, revidiert von Otto Nicolai (1843).
Pergolesis letzte größere Komposition, das Stabat Mater von 1736, wurde sofort nach dem Tod des Komponisten zu einem der populärsten Sakralwerke der spätbarock-frühklassischen Zeit. Zahlreiche Drucke und Abschriften verbreiteten diese Ikone der italienischen Sakralmusik in ganz Europa. Bearbeitungen blieben nicht aus, so etwa von J. S. Bach (Tilge, Höchster, meine Sünden BWV 1083, Carus 35.302/00, Carus 35.302/50), Johann Adam Hiller und Abbé Vogler. Das beliebteste Arrangement entstand um 1795 für die Wiener Hofkapelle durch Joseph von Eybler, der den zweistimmigen Oberstimmensatz des Originals zum vierstimmigen Chor mit obligaten Soli erweiterte und dem Streichersatz Holzbläser hinzufügte. Ignaz von Seyfried fügt dieser Version 1830 noch obligate Posaunen hinzu, Otto Nicolai revidierte sie 1843 und versah sie mit reichhaltigen dynamischen Angaben.
Von mittlerer Schwierigkeit in der Ausführung bietet die Wiener Version allen entdeckungsfreudigen Chören eine Repertoirebereicherung mit Seltenheitswert.
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Komponist*in
Giovanni Battista Pergolesi
| 1710-1736Giovanni Battista Pergolesi (1710–1736) zählt zu den bedeutendsten Komponisten der italienischen Frühklassik und wirkte an der Schwelle vom Spätbarock zur Klassik. Trotz seines kurzen Lebens hinterließ er ein einflussreiches Œuvre, das sowohl geistliche als auch weltliche Werke umfasst. Besonders bekannt sind das Stabat Mater sowie die komische Oper La serva padrona, die als Meilenstein der Opera buffa gilt.
Pergolesis Musik zeichnet sich durch eine klare melodische Gestaltung, ausdrucksstarke Kantabilität und eine enge Verbindung von Text und Musik aus. Seine Kompositionen spiegeln den Wandel hin zu einem galanten Stil wider, der Einfachheit, Natürlichkeit und emotionale Unmittelbarkeit in den Vordergrund stellt. Durch seine innovative Tonsprache und die nachhaltige Wirkung seiner Werke übte Pergolesi großen Einfluss auf die Entwicklung der Oper und der geistlichen Musik des 18. Jahrhunderts aus und inspirierte zahlreiche nachfolgende Komponisten.
zur Person
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Herausgeber*in
Martin Haselböck
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Bearbeiter*in
Otto Nicolai
| 1810-1849
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Bearbeiter*in
Ignaz Xaver Ritter von Seyfried
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Bearbeiter*in
Joseph Leopold Eybler
| 1765-1846