An April Day
1940/2025
In kontemplativer Einfachheit preist das kurze Gedicht An April Day von Joseph S. Cotter die Wonnen der Natur an einem Frühlingstag im April. Die universelle menschliche Erfahrung der Daseinsfreude ganz unabhängig von Hautfarbe und Geschlecht steht im Mittelpunkt. Diese beiden Aspekte prägten das Leben sowohl des Dichters wie auch der Komponistin Florence B. Price in den USA zu Beginn des 20. Jahrhunderts ganz elementar. Beide waren afroamerikanischer Herkunft und wurden in ihrem Kunstschaffen durch diesen Hintergrund einerseits sowohl inspiriert als auch andererseits immer wieder beeinträchtigt.
Neben symphonischen Werken, Kammermusik und Klavierwerken nimmt das Kunstlied mit rund 130 überlieferten Klavierliedern einen breiten Raum in Prices Schaffen ein. Mit dem nur 26 Takte umfassenden Lied An April Day schuf die Komponistin ein kompositorisches Juwel. Bildhaft und mit großer musikalischer Emotion fasst sie die schlichte Freude des Gedichts in Töne.
Das Original für Solostimme und Klavier hat Jan-Benjamin Homolka behutsam für fünfstimmigen Kammerchor eingerichtet. Das Arrangement übernimmt die originale Klavierbegleitung und die von Price für Solostimme konzipierte Melodie im Sopran. Das Klavier spannt mit Arpeggien weite Akkordflächen auf. Das Lied zeigt Prices charakteristischen Stil, der einerseits stark in der Tradition der europäischen Romantik fußt und zugleich auf ganz natürliche Weise Elemente afroamerikanischer Musik mit einfließen lässt.
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Komponist*in
Florence B. Price
| 1887-1953Florence Price ist die erste weibliche Person of Color (POC), die in den USA als Komponistin klassischer Musik bekannt wurde. Bereits in ihrem 12. Lebensjahr erschien ihr erstes Stück im Druck. Sie studierte Orgel und Musiktheorie am New England Conservatory of Music in Boston und lehrte u.a. an der Clark Atlanta University, einer der ersten Hochschulen für Afroamerikaner*innen. Ihr von Intersektionalität geprägtes Leben beschreibt sie folgendermaßen: „Ich habe zwei Handicaps […], ich bin eine Frau und ich habe auch schwarzes Blut in meinen Adern.“ (Quelle: https://www.swr.de/swr2/musik-klassik/musik-der-harlem-renaissance- 2-5-swr2-musikstunde-2021-11-16-100.pdf) zur Person
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Textdichter*in
Joseph S. Cotter jr.
| 1895-1919
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Bearbeiter*in
Jan-Benjamin Homolka
| 1987Jan-Benjamin Homolka erhielt seine musikalische Ausbildung an der HMDK Stuttgart in den Studiengängen Schulmusik mit Leistungsfach Dirigieren, Horn (Prof. Christian Lampert, Peter Hoefs) und Musiktheorie (Prof. Hubert Moßburger), sowie Geschichte an der Universität Stuttgart. Als Student war er Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Noch während seines Studiums wurde seine Kammerorchesterfassung der Oper Der Zwerg von Alexander Zemlinsky publiziert. 2018–2023 unterrichtete er Musiktheorie und Instrumentation an der Musikhochschule Mannheim.
Jan-Benjamin Homolka arbeitet als Dirigent mit zahlreichen Ensembles in der Region Stuttgart. Daneben ist er ein gefragter Arrangeur. Aufträge für Arrangements erhielt er unter anderem von der Opernhäusern Stuttgart, Aachen, Nancy und Dijon, der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, dem Bundesjugendorchester und dem Ensemble Hanke Brothers. Die Produktionen seiner Kammerfassungen der Opern Der Zwerg und Der Traumgörge wurden 2017 und 2020 von Radio France für den Rundfunk produziert.
Wir haben dem Komponisten 6 Fragen gestellt, lesen Sie hier in unserem Blog: https://blog.carus-verlag.com/persoenlichkeiten/6-fragen-an-jan-benjamin-homolka/
zur Person