Allerseelen
op. 10,8, 1885
Allerseelen („Stell auf den Tisch die duftenden Reseden“) komponierte Richard Strauss im Jahr 1885 als 21-jähriger frischgebackener Hofmusikdirektor in Meiningen. Es zählt heute zu seinen beliebtesten Liedern. Auf Strauss’ op. 10 mit insgesamt acht Vertonungen von Texten aus der Sammlung „Letzte Blätter“ des österreichischen Dichters Hermann von Gilm folgten in seinem reichen Liedschaffen noch rund 200 Kompositionen dieser Gattung.
Besungen wird eine vergangene Liebe, die durch den Tod eines der Liebenden endete. Zum Totengedenken am Feiertag Allerseelen äußert sich die Erinnerung an die Zeit „wie einst im Mai“ besonders sehnsuchtsvoll. Das Lied schrieb Strauss für Tenor solo mit Klavier, führte es selbst aber auch mehrfach gemeinsam mit seiner Gattin auf, der Sopranistin Pauline de Ahna.
Jan-Benjamin Homolka hat das Lied behutsam für fünfstimmigen Kammerchor eingerichtet. Der Charakter der Vorlage bleibt gewahrt, auch weil Homolka die ursprüngliche Klavierbegleitung verwendet und die originale Vokalstimme dem Sopran überlässt. Gleichzeitig nutzt er die Möglichkeiten des Chores zur Darstellung des Singtexts innerhalb des von Strauss vorgegebenen motivischen und harmonischen Rahmens. So realisiert Homolka den Gedanken eines Dialogs zwischen zwei Liebenden als ein Zwiegespräch zwischen den Frauen- und Männerstimmen.
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Komponist*in
Richard Strauss
| 1864-1949Bereits mit sechs Jahren beginnt der Sohn des Musikers Franz Joseph Strauss und dessen Frau Josephine mit dem Komponieren, bis zu seinem 18. Geburtstag liegen bereits etwa 140 Stücke, darunter knapp 60 Lieder und über 40 Klavierwerke, vor. 1881 beginnt dann seine steile Karriere mit seinem opus 1, dem Festmarsch für großes Orchester. 1886 tritt Strauss in seiner Heimatstadt München eine Stelle als dritter Kapellmeister an der Hofoper an. Dort hatte er Zeit, sein Repertoire zu vertiefen. In den folgenden vier Jahren entstehen u.a. zahlreiche Lieder, wie das Ständchen op. 17,2, das zusammen mit Von dunklem Schleier umsponnen op. 17,4 und Nicht im Schlafe hab ich das geträumt op. 48,1 beim Carus-Verlag erschien. 1905 und viele Liedkompositionen später, schreibt der bereits gefeierte Richard Strauss auch mit einer Oper Erfolgsgeschichte. Die Opern-Adaption von Oscar Wilds Salome, deren Text Strauss selbst ins Deutsche übersetzte, gilt bei seinen Anhängern als Inbegriff moderner Opernmusik. zur Person
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Textdichter*in
Hermann von Glimm
| 1812-1864
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Bearbeiter*in
Jan-Benjamin Homolka
| 1987