Kay Johannsen

tk

Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut BWV 117

Meine Lieblingskantate? Ich habe viele, und im Rahmen unseres 10-Jahres-Zyk­lus’ „Bach:vokal“ kommen ständig weitere dazu. Gerne erinnere ich mich an meine allererste Bach-Kantate, die ich noch im Teenager-Alter aufführen durfte: Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut. Besonders fasziniert hatte mich die Alt-Arie „Ich will dich all mein Leben lang, o Gott von nun an ehren“. Bach hat uns mit dem sanften D-Dur-Schwingen im triolisch gestalteten 3/4-Takt ein geradezu betörendes Arienthema hinterlassen. Über den Streichern lässt er die Flöte schweben – was für ein Zauber! Dieser Arie vom Duktus her verwandt ist der Eingangschor im heiter bewegten 6/8-Takt, ebenfalls kein allzu komplizierter Satz, aber wirkungsvoll gestaltet mit behend-großräumigen Sechzehntel-Figuren der Celli und einem hoch geführten und dadurch alles überstrahlenden Cantus firmus des Soprans im schlicht gehaltenen Chorsatz. Auch in der Tenor-Arie mit zwei Oboen d’amore und der Bass-Arie mit Violine solo steht das Lyrische im Vordergrund, nicht das Virtuose. So kann diese Choralkantate zu einem heute noch viel gesungenen Loblied ein schöner Einstieg sein in die Beschäftigung mit Bachs noch immer viel zu unbekannten Kantatenwerk.


 


Foto: © Christian Hass
 

 

Die Kantate Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut BWV 117 gehört zu einer kleineren Gruppe Bach’scher Choralkantaten, denen alleine der Text des Liedes zugrunde liegt, auch in den je 3 Rezitativen und Arien. Von der Kantate ist nur die autographe...

Dirigierpartitur

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