Die Lateinischen Messen von Joseph Haydn

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Im Zentrum von Joseph Haydns Kirchenmusik stehen seine vierzehn lateinischen Messen; von denen allerdings nur zwölf authentisch bzw. vollendet sind. Zwischen 1749 und 1802 kontinuierlich entstanden, lediglich die Jahren 1783–1795 blieben ohne derartige Kompositionen, bilden die Messen die Gattung, mit der sich Haydn am längsten beschäftigt hat. Die bis 1782 komponierten sechs (authentischen bzw. vollständigen) Messen sind stilistisch sehr unterschiedlich: Zwischen den beiden kurzen Missae breves „In F“ (1749) und Sanctis Joannis de Deo (Kleine Orgelsolomesse) (ca. 1775), die nur vom „Wiener Kirchentrio“ (2 Violonen, Generalbass) begleitet werden, stehen auch bereits ausgedehnte Messen mit reicher Orchesterbesetzung wie die Missa Cellensis in honorem B.M.V. (Große Mariazeller Messe) (1766). Stilistisch homogener ist dagegen die Gruppe der sechs ab 1796 entstandenen, späten, groß besetzten und umfangreichen Messen, die Haydn bis zu seiner Harmoniemesse (1802) beinahe im Jahresrhythmus zum Namenstag der Gattin seines Dienstherrn, der Fürstin Maria Josepha Herminegild Esterházy komponierte. Alle genannten 12 Messen Haydns (zuzüglich der ihm vermutlich irrtümlich zugeschriebenen Missa „Rorate coeli desuper“ ) sind bei Carus erschienen.