Anspruchsvolle Chorwerke 19. Jahrhundert

Anspruchsvolle Chorwerke 19. Jahrhundert

Die bei Carus erschienenen Chorwerke bieten eine große Vielfalt an Stilrichtungen und Schwierigkeitsgraden. Jede Epoche stellt dabei spezifische Anforderungen: von der klaren Artikulation barocker Musik bis hin zu den unkonventionellen Techniken zeitgenössischer Chorwerke. Die hier vorgestellten, anspruchsvollen Kompositionen aus dem 19. Jahrhundert verlangen stimmliche Präzision sowie eine intensive Auseinandersetzung mit Sprache und Text. Ambitionierte Chöre können hier ihr musikalisches Potenzial entfalten und erweitern.

  • Bruckner: Messe f-Moll

    Bruckners f-Moll-Messe gilt als eines der bedeutendsten Werke der Chormusik des 19. Jahrhunderts und stellt eine große Herausforderung für Chöre dar. Trotz anfänglicher Kontroversen bei der Uraufführung setzte sich das Werk durch und bleibt ein faszinierendes Zeugnis von Bruckners visionärem Denken. Bei Carus auch in der Reihe „Große Chorwerke in kleiner Besetzung“ (Carus 27.094/50) erhältlich.

  • Beethoven: Missa solemnis

    Die Missa solemnis galt für Beethoven als sein größtes Werk, das „von Herzen“ kommend die Menschen berühren sollte, was sich in der langen und intensiven Beschäftigung mit der Komposition zeigt. Das Werk geht weit über das liturgisch Übliche hinaus und zeichnet sich durch hohe Anforderungen an den Chor aus. Die Urtext-Ausgabe von Ernst Herttrich basiert auf den neuesten wissenschaftlichen Quellen und spiegelt Beethovens Hingabe an dieses Werk wider. Bei Carus auch in der Reihe „Große Chorwerke in kleiner Besetzung“ (Carus 40.689/50) erhältlich.

  • Franck: Les Béatitudes

    César Franck (1822–1890) zählt zu den bedeutendsten französischen Komponisten und Organisten seiner Zeit. Sein Oratorium Les Béatitudes, eine monumentale Vertonung der Bergpredigt steht in einer Reihe mit den großen Oratorien des 19. Jahrhunderts. Die Carus-Ausgabe präsentiert das Werk erstmals in einer wissenschaftlich fundierten Urtext-Edition und bietet praxisnahe Hinweise für die Aufführung. Auch für ambitionierte Laienchöre geeignet!

  • Lachner: Requiem in f

    Franz Lachners Requiem in f entstand zum Mozart-Gedenkjahr 1856. Es vereint klassische Form, barocke Fugentechnik und romantische Ausdruckskraft zu Lachners unverkennbarem, persönlichem Stil. Aufgrund seines Umfangs und der großen Besetzung fand das Requiem keinen Platz im liturgischen Rahmen, erlangte jedoch durch weltliche Aufführungen große Bekanntheit. 

  • Donizetti: Requiem

    Hier sind Ohrwürmer garantiert! Gaetano Donizetti komponierte seine Messa di Requiem 1835 zum Gedenken an Vincenzo Bellini, doch sie wurde zu seinen Lebzeiten weder aufgeführt noch gedruckt. Die Musik ist durchwegs sakral empfunden und verrät nur an wenigen Stellen den Opernkomponisten als Urheber. 

  • Cherubini: Requiem

    Cherubinis Requiem in c für Chor und Orchester (ohne Vokalsolist*innen) von 1816 zählt zu den bedeutendsten Werken des 19. Jahrhunderts. Beethoven, Schumann und Brahms schätzten es für seine meisterhafte Satztechnik, raffinierte Instrumentation und ausgewogene Wort-Ton-Beziehung. Wir empfehlen auch die Einspielung mit dem Kammerchor Stuttgart unter Leitung von Frieder Bernius.

  • Franck: Die sieben Worte

    Anders als Schütz oder Haydn kombiniert Franck in seiner Vertonung der Sieben Worte Jesu Bibeltexte mit Teilen des Stabat mater. Die Erstausgabe basiert auf der lange unbekannten, autographen Partitur, die seit 1954 in der Universitätsbibliothek Lüttich aufbewahrt wird.

  • Herzogenberg: Die Passion

    Herzogenbergs Vertonung der Passion zeichnet sich durch die Einbeziehung der Gemeinde und den intensiven Einsatz der Hauptorgel aus. Gemeinsame Gesänge und bedeutende Orgelpassagen prägen die Teile Gründonnerstag und Karfreitag. Musikalisch und liturgisch bietet das Werk eine lohnende Möglichkeit, die Passionsgeschichte neu zu erleben.

  • Franck: Messe in A

    César Francks Orchestermesse in A-Dur (1861) wurde für den liturgischen Gebrauch in Ste. Clotilde in Paris komponiert und verbindet symphonischen Stil mit harmonischer Farbigkeit. Die Edition enthält sowohl die originale Orchesterfassung als auch eine reduzierte (nicht originale) Version mit Orgel. Alle Fassungen können mit der originalen, dreistimmigen Chorbesetzung (Sopran, Tenor, Bass) als auch in einer der heutigen Praxis entsprechenden vierstimmigen Fassung aufgeführt werden. 

  • Ryba: Missa pastoralis

    Die Missa pastoralis in C, um 1808 von Ryba komponiert, gehört zu einem Zyklus geistlicher Gesänge für das Kirchenjahr. Sie ist eine Pastoralmesse für die Christmette und verwendet konzertierende Instrumente wie Trompete und das generell in Messkompositionen selten solistisch eingesetzte Fagott, das dem Werk einen einzigartigen Charakter verleiht.

  • Berlioz: L’enface du Christ

    Der Mittelteil des Oratoriums entstand 1850 aus einer Laune heraus, wurde von Berlioz selbst einem erfundenen Barockkomponisten untergejubelt und 1854 mit zusätzlichen Teilen als Tryptichon uraufgeführt. Das Werk präsentiert eine dramatische Neufassung der Weihnachtsgeschichte, mit besonderem Fokus auf die Flucht nach Ägypten und den Besuch der Sterndeuter. 

  • Elgar: The Dream of Gerontius

    „This is the best of me“, schrieb Edward Elgar hinter den Schlusstakt seines Dream of Gerontius. Das Werk, bekannt für seine kraftvolle Musik und beeindruckenden Chorszenen, gilt als ein Meilenstein der spätromantischen Chormusik und ist eine spannende Alternative zu klassischen Requiem-Vertonungen. Die moderne, kritische Edition von Carus bietet erstmals eine vollständige und kompatible Ausgabe mit zweisprachigem Text und umfangreichem Aufführungsmaterial. 


  • Bruckner: Messe e-Moll

    Anton Bruckners feierliche e-Moll-Messe, zeichnet sich durch die unübliche Besetzung Chor und Bläser aus (keine Streicher und Orgel). Die wissenschaftlich-kritische Carus-Edition gibt die zweiten Fassung der Komposition wieder und berücksichtigt erstmals Stimmen aus dem Bruckner-Archiv von Stift St. Florian und wiederentdeckte Chorstimmen des Linzer Domarchis, die präzisere editorische Entscheidungen ermöglichen.

  • Verdi: Requiem

    Ein singuläres Meisterwerk der Kirchenmusik! Die Carus-Edition des Requiem ist die erste kritische Ausgabe mit komplett käuflichem Aufführungsmaterial, basierend auf der autographen Partitur. Sie bietet präzisere Angaben zu Artikulation, Phrasierung und Dynamik und verdeutlicht Verdis Intentionen durch behutsam hinzugefügte diakritische Zusätze. Dank der Bearbeitungen für Kammerorchester (arr. J. Linckelmann, Carus 27.308/00) und für kleines Ensemble (arr. M. Betzner-Brandt, Carus 27.303/50) und ist es möglich, das Werk auch in kleinerem Rahmen aufzuführen.

  • Mendelssohn: Hora est

    Im Jahr 1828 komponierte der neunzehnjährige Mendelssohn, inspiriert von altitalienischer Kirchenmusik, das klangvolle Hora est für vier Chöre (SATB), Orgel und basso continuo ad libitum. Das Werk wurde zunächst seiner Schwester als Geburtstagsgeschenk überreicht und dann von der Singakademie Carl Friedrich Zelters aufgeführt. Es zeichnet sich durch seine majestätische, feierliche Stimmung und dem harmonischen Zusammenspiel der Chöre aus.

  • Dvorák: Requiem

    Dvoráks Requiem, ein Auftragswerk für das Musikfest in Birmingham, wurde 1891 unter seiner Leitung uraufgeführt und genießt seither große Beliebtheit. Es verbindet religiöse Andacht mit Dramatik und basiert auf einem chromatischen Todesmotiv, das sich durch fast alle Sätze zieht. Die Carus-Ausgabe folgt der autographen Partitur und berücksichtigt präzise Dvoráks dynamische Anweisungen sowie Ergänzungen aus der Dirigierpartitur.

  • Fasch: Missa a 16 voci

    Die 16-stimmige Messe von Carl Friedrich Christian Fasch zeichnet sich durch ihre ungewöhnliche Besetzung aus. Angeregt von der italienischen Kirchenmusik im Stile Orazio Benevolis nahm Fasch mehrfach Änderungen vor, um die Partitur den sängerischen Möglichkeiten seines Ensembles anzupassen. Das Werk wurde erst 1839, rund 40 Jahre nach Faschs Tod, veröffentlicht und gilt seitdem als legendär.