Lob der Musik

Lob der Musik

Musik begleitet uns in allen Lebensbereichen – sie tröstet, begeistert, verbindet und erhebt. Seit Jahrhunderten verleihen Komponist*innen dieser besonderen Wirkung Ausdruck: indem sie Musik mit den Mitteln der Musik loben.

Wir haben Ihnen einige großartige Chorwerke zusammengestellt. Einige der Kompositionen sind zu Ehren der Heiligen Cäcilia, der Schutzpatronin der Musik, entstanden. Andere feiern die Kraft der Musik in anderen geistlichen oder weltlichen Kontexten und schildern ihre Fähigkeit, Leid zu verwandeln, Liebe zu entfachen oder Herzen zu bewegen. Lassen Sie sich für Ihr Konzertprogramm inspirieren!

  • Beethoven: Fantasie op. 80

    Wenn der Töne Zauber walten

    und des Wortes Weihe spricht,

    muss sich Herrliches gestalten,

    Nacht und Stürme werden Licht.

    In seiner Fantasie für Klavier, Chor und Orchester vertont Beethoven eine Hymne an die Musik. Nach einer virtuosen Klaviereinleitung entwickelt sich ein lebendiger Dialog zwischen Klavier und Orchester, der schließlich in einem jubelnden Chorfinale gipfelt – oft als Vorwegnahme der Ode an die Freude aus der 9. Sinfonie gedeutet.

  • Høybye: Let the Music Flow

    Let the Music Flow von John Høybye wurde im Rahmen des internationalen Chorfestivals C.H.O.I.R. 2024 uraufgeführt. Es feiert das gemeinsame Erlebnis beim Chorsingen. Der Text von Edward Broadbridge beschreibt, wie sich die einzelnen Stimmen vereinen und Musik als verbindende, friedensstiftende Kraft erfahrbar wird. Høybye verbindet jazzige Harmonien und energetische Rhythmen zu einer Hymne auf die Musik – voller Lebensfreude und guter Laune. 

  • Purcell: Hail! Bright Cecilia

    „Hail! bright Cecilia, hail to thee. Great patroness of us and harmony!“ – mit diesen Worten wird die Heilige Cäcilia in Purcells prachtvoller Ode geehrt. Seit 1683 ließ die Londoner „Musical Society“ jedes Jahr am 22. November, dem Cäcilientag, eine Festmusik aufführen. Purcell schrieb mehrere Oden für diesen Anlass. Hail! Bright Cecilia ist seine letzte, umfangreichste und wohl auch beliebteste. Damit zählt diese Hymne auf die Kraft der Musik zu den Höhepunkten englischer Chor-Oden jener Zeit.

  • Purcell: If music be the food of love

    Auch in Purcells weltlichen Werken erscheint die Musik als gestaltende und bewegende Kraft. If music be the food of love zählt zu seinen bekanntesten Liedern und ist bei Carus als vierstimmiger Chorsatz erhältlich. Den Gedanken des Dichters Colonel Henry Heveningham, dass Musik Ausdruck und Nahrung der Liebe sei, fasst Purcell in eine innige Melodie, die bis heute berührt.

  • Hensel: Wer will mir wehren zu singen

    Fanny Hensels Wer will mir wehren zu singen ist eine lebhafte Vertonung aus Goethes Gedicht „Unvermeidlich“ für Sopran, Alt und eine Männerstimme. Der tänzerische 6/8-Takt und die fließende Melodik unterstreichen die optimistische Botschaft des Textes über die Freiheit des künstlerischen Ausdrucks. Die Einzelausgabe ist in D-Dur und Es-Dur erhältlich.

  • Gounod: Messe solennelle de sainte Cécile

    1855 komponierte Gounod zu Ehren der Heiligen Cecilia ein Werk, das schon bald weit über die Grenzen Frankreichs hinaus bekannt wurde und eine Popularität wie kaum eine andere geistliche Komposition erlangte. Gounod verbindet in seiner Cäcilienmesse erhabene Schlichtheit mit opernhaft-dramatischen Elementen und einer farbigen, effektvollen Instrumentation. Bereits zu Gounods Lebzeiten entstanden mehrere Bearbeitungen für reduzierte Besetzungen, darunter eine Fassung für zwei gleiche Stimmen und Orgel/Klavier (CV 27.025/00).

  • Händel: Alexander's Feast

    Schon der vollständige Titel von John Drydens Text verweist auf das Thema: In Alexander’s Feast, or The Power of Musick wird die Macht der Musik in einem Fest geschildert, das Alexander der Große nach seinem Sieg über die Perser begeht. Der Sänger Timotheus entfacht in seinen Liedern über die Geschehnisse mächtige Gefühle – Jubel, Mitleid, Liebe, Rache – und wird schließlich zum Wegbereiter der heiligen Cäcilia erklärt. Die große emotionale Spannweite des Textes bot Händel reiches Material für eine kontrastreiche musikalische Darstellung und eindrucksvolle Affektmalerei.


  • Händel: Ode for St. Cecilia's Day

    Georg Friedrich Händel ließ die Tradition der Cäcilienfeste in London wiederaufleben. Auch die Ode for St. Cecilia's Day komponierte er zu diesem Anlass – ein festlicher Lobpreis auf die Musik. Zwei prächtige Chöre umrahmen mehrere Arien, in denen Händel die Klangfarben einzelner Instrumente hervorhebt. Besonders die Orgel, sein eigenes Instrument, entfaltet dabei virtuose Strahlkraft. Die Ode kam am Cäcilientag 1739 als dritter Teil von Alexander's Feast zur Aufführung. Eine Aufnahme dieser Version unter Leitung von Peter Neumann ist bei Carus erhältlich (CV 83.424/00).

  • Buchenberg: Liebes-Lied

    In seinem Liebes-Lied beschreibt Rilke die Liebe zwischen zwei Menschen als Einklang zweier Saiten, die sich auf einem Strichinstrument gegenseitig zum Schwingen bringen. Wolfram Buchenberg greift dieses Bild in seiner Vertonung für achtstimmigen Chor mit feinen sphärischen Klängen auf – ein Gleichnis für die Liebe, bei dem die Musik als entscheidende verbindende Kraft agiert.

  • Weber: Missa sancta No. 2 (Jubel-Messe)

    Carl Maria von Weber ist vor allem als Opernkomponist bekannt. Als Kapellmeister des Dresdner Hoftheaters schrieb er jedoch auch geistliche Musik. Seine selbstbenannte „Missa Jubilea“, heute bekannt als Jubel-Messe, entstand für den Festgottesdienst zur Goldenen Hochzeit des sächsischen Königspaars. Nach der Vollendung notierte Weber in sein Tagebuch: „Missa gänzlich vollendet. Ehre sei Gott in der Höhe. Ihm allein Lob und Dank dafür.“ – Ein Zeugnis Webers tiefer Überzeugung, dass seine künstlerische Gabe ein Geschenk des Himmels sei.

  • Palestrina: Missa Papae Marcelli

    Die Missa Papae Marcelli zählt zu den bekanntesten Werken der Renaissance. Der Mythos, sie habe die polyphone Kirchenmusik vor einem Verbot durch das Trienter Konzil bewahrt, gilt heute als widerlegt, prägte jedoch dauerhaft das Bild Palestrinas als „Retter der Kirchenmusik“. Anhänger des Cäcilianismus im 19. und frühen 20. Jahrhundert sahen in seinem Stil das Ideal liturgiegerechter Kirchenmusik. Bis heute fasziniert die Messe durch die Verbindung vielschichtiger Polyphonie mit klarer Textgestaltung. Für Chöre, die sich mit diesem Stil vertraut machen möchten, sind die Messteile auch einzeln erhältlich (Carus 27.906/10 – /70).