Missa sancta No. 2
Jubel-Messe WeV A.5, Offertorium (Op. 76), 1818/19
Carl Maria von Weber hatte als Kapellmeister des königlichen Hoftheaters in Dresden in erster Linie den Auftrag, eine deutsche Oper bei Hofe zu etablieren. Doch es gehörte auch zu seinen Aufgaben, alle drei Wochen den „Kirchendienst“ zu versorgen. Dem Opernkomponisten Weber, der seine künstlerische Gabe als ein „Himmelsgeschenk“ betrachtete, kam das durchaus gelegen. Seine Missa sancta No. 2 trägt den Beinamen „Jubel-Messe“. Er komponierte sie für den Festgottesdienst anlässlich der Goldenen Hochzeit des Sächsischen Königspaars Friedrich August I. (1750–1827) und Marie Amalie Auguste (1752–1828) im Januar 1819. Das entsprechend der damaligen Dresdner Hofpraxis enthaltene Offertorium „In die solemnitatis“ unterstreicht den feierlichen Anlass.
Aufgrund ihrer überschaubaren Länge ist die „Jubel-Messe“ auch heute problemlos im liturgischen Rahmen einsetzbar. Der Chorpart ist auch für Laienchöre gut machbar, die mit dieser Missa festliche Anlässe im Gottesdienst oder im Konzert begehen wollen.
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Komponist*in
Carl Maria von Weber
| 1786-1826Carl Maria von Weber wurde am 18. oder 19. November 1786 in Eutin geboren und starb am 5. Juni 1826 in London. Er gilt als Begründer der deutschen romantischen Oper.
Er erhielt als Sohn des Musikers Franz Anton von Weber früh eine musikalische Ausbildung und hatte Kompositionsunterricht bei Michael Haydn und Abbé Vogler. Seine Karriere führte ihn durch verschiedene Stationen. Von 1804 bis 1806 war er Kapellmeister am Stadttheater Breslau, 1813 bis 1816 Operndirektor in Prag und ab 1817 schließlich Königlicher Kapellmeister und Direktor der neu gegründeten Deutschen Oper am Dresdner Hoftheater. Dort komponierte Weber seine berühmtesten Bühnenwerke. Seine Oper Der Freischütz gilt als Inbegriff der deutschen Oper. Er komponierte auch Instrumentalwerke, darunter Sinfonien, Konzerte und Klavierstücke. Während seiner Zeit am Dresdner Hof entstanden auch geistliche Vokalwerke, z. B. die sogenannte Jubel-Messe.
Weber prägte den deutschen Opernstil des 19. Jahrhunderts maßgeblich, indem er volkstümliche Melodien und deutsche Texte in die Oper einführte. Er hatte großen Einfluss auf nachfolgende Komponisten, insbesondere Richard Wagner.
zur Person
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Herausgeber*in
Frank Höndgen
| 1967