Orchestermusik von Josef Gabriel Rheinberger

Neben der großen Zahl geistlicher und weltlicher Vokalwerke sowie der Orgel- und Klavierwerke steht in Rheinbergers OEuvre nur ein gutes Dutzend Kompositionen für Orchester – lässt man die nicht veröffentlichten Werke der Jugendzeit bis etwa 1860 außer Betracht. Die frühe Wallenstein-Sinfonie op. 10 (1866), die dem Typus der Programmsinfonie angehört, war seinerzeit im deutschsprachigen Bereich eine der meistgespielten Sinfonien überhaupt. Daneben ist vor allem seine zweite, die Florentiner Sinfonie op. 87, zu nennen, die 1874/75 als Auftragswerk einer Orchestergesellschaft in Florenz entstand und durch eine Italienreise des Ehepaares Rheinberger wesentliche Anregungen empfing.

Als drittes großes Orchesterwerk verdient das Klavierkonzert in As-Dur op. 94 (1876) Beachtung. Diese drei Hauptwerke werden flankiert von drei Konzertouvertüren, darunter die Akademische Ouvertüre op. 195 von 1898, die Rheinberger aus Anlass der Verleihung der Ehrendoktorwürde durch die Universität München verfasste. Die anderen genannten Werke entstanden bereits in den 1860er und 1870er Jahren, während Rheinberger sich später im Bereich der groß besetzten Orchestermusik auf die Bearbeitung von eigenen Orgel- und vierhändigen Klavierwerken konzentrierte.

Die beiden Orgelkonzerte op. 137 und 177 (mit kleinem Orchester) sowie die Suite op. 149 für Orgel, Violine und Violoncello (mit einem Ad-libitum-Streichorchester) weisen auch in diesem instrumentalen Sektor auf die große Bedeutung der Kirchenmusik in Rheinbergers Leben und Werk insbesondere seit seiner Ernennung zum Hofkapellmeister 1877.

Rheinbergers 1. Sinfonie gehörte in den beiden Jahrzehnten nach ihrer Uraufführung 1866 zu den erfolgreichsten und meistgespielten neuen Sinfonien. Das „sinfonische Tongemälde“ in 4 Sätzen (Vorspiel, Thekla, Wallensteins Lager, Wallensteins Tod)...

Partitur (Werkausgabe)

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Seine zweite Sinfonie begann Rheinberger während einer Italienreise, die er 1874 zusammen mit seiner Frau unternahm. Den Kompositionsauftrag erhielt er von einer Orchestergesellschaft in Florenz - ein Zeichen für die damals bereits europaweite...

Partitur (Werkausgabe)

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„Wir erachten Rheinberger’s neues Klavierkonzert für eines seiner bedeutendsten und genialsten Werke”, schrieb ein Kritiker 1876 nach der Uraufführung des virtuosen Konzertes op. 94, das sich eines spontanen Erfolges in den deutschen Musikzentren...

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Die beiden Orgelkonzerte zeichnen sich durch eine eher ungewöhnliche Besetzung aus. Warnte Hector Berlioz noch vor der „gewissen Antipathie“ zwischen Orgel und Orchesterinstrumenten, so erweist sich gerade die Besetzung der drei Hörner in op. 137...

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