Dum medium silentium nach einem Text aus dem Buch der Weisheit thematisiert die Stille als Voraussetzung der Geburt des Gotteswortes in Welt und Seele. Buchenberg gestaltet dabei ein fein nuanciertes Wechselspiel aus leisen Passagen, ausdrucksstarken Höhepunkten und harmonischen Überblendungen, das den Hörer in eine meditative Sphäre versetzt. Der Doppelchor entrückt in eine Sphäre, in der das Gotteswort zugänglich wird.
Anspruchsvolle Chorwerke 20. und 21. Jahrhundert
Die bei Carus erschienenen Chorwerke bieten eine große Vielfalt an Stilrichtungen und Schwierigkeitsgraden. Die hier vorgestellten, anspruchsvollen Kompositionen aus dem 20. und 21. Jahrhundert verlangen stimmliche Präzision, ein tiefes Verständnis für Polyphonie und musikalische Strukturen sowie eine intensive Auseinandersetzung mit Sprache und Text. Ambitionierte Chöre können hier ihr musikalisches Potenzial entfalten und erweitern.
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Buchenberg: Dum medium silentium
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Mocnik: Acclamatio
Damijan Mocniks Werk, ursprünglich für SSAA-Chor komponiert, ist auch in Fassungen für gemischten Chor (SSAATTBB) und für Männerchor erschienen. Das Stück beginnt klangmalerisch mit einer Anrufung Christi, entwickelt sich rhythmisch und dynamisch kontrastreich und endet in einer innigen, farbenreichen Schlusssequenz.
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Schönberg: Friede auf Erden
Friede auf Erden op. 13 von Arnold Schönberg, seine letzte tonale Komposition, ist eines der wenigen Chorwerke der Zweiten Wiener Schule. Der Text basiert auf einem Weihnachtsgedicht von Conrad Ferdinand Meyer und drückt eine Vision von „reiner Harmonie unter Menschen“ aus, von der sich Schönberg später distanzierte. Geblieben ist eine Komposition von großer künstlerischer Kraft und Tiefe – ein Paradestück für leistungsstarke Chöre!
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Ravel/Gottwald: La vallée des cloches
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Hoybye: Psalm 151
John Høybyes Psalm 151 für achtstimmigen Chor und Solovioline inszeniert einen Dialog zwischen der Stimme Gottes (Violine) und der Menschheit (Chor), inspiriert von Edward Broadbridges Textdichtung. Die drei Sätze und Themen reichen von ruhigen dorischen Melodien über erzählende Passagen bis hin zu jazzartigen Harmonien, die Gottes Liebe und Schöpfung musikalisch erlebbar machen.
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Sandström: Messiah
Sven-David Sandströms Messiah basiert auf dem englischen Libretto von Charles Jennens und kombiniert moderne Klangfarben mit traditioneller Form. Das Werk mit vier Solist*innen, sechsstimmigem Chor und Orchester setzt auf eine expressive Musiksprache und außergewöhnliche Klangeffekte, unter anderem durch differenzierte Percussion und spezielle Spielanweisungen.
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Grau: Aqua
Gonzalo Graus Oratorium Aqua, beauftrag von der Internationalen Bachakademie Stuttgart, befasst sich mit dem globalen Thema Wasser und seine ambivalente Rolle als Lebensquelle und Zerstörer. Das multikulturelle Werk für Erzähler*in, Solist*innen, Chor, Orchester, Synthesizer und Computer kombiniert verschiedene musikalische Stile, von gregorianischen Gesängen bis hin zu indischen und afrikanischen Klängen, um die verschiedenen kulturellen Perspektiven auf Wasser widerzuspiegeln.
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Caplet: Inscriptions champetres
Die Komposition für drei Stimmen mit Stimmteilungen, basierend auf dem poetischen Text von Remy de Gourmont, vereint impressionistische Klangbilder mit facettenreicher musikalischer Ausdruckskraft. Wechselnde Tempi, rhythmische Raffinessen und klangmalerische Effekte wie bouche fermée fordern in der Interpretation höchste Präzision und Sensibilität.
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Distler: Die Weihnachtsgeschichte
Hugo Distlers Weihnachtsgeschichte op. 10 ist ein eindrucksvolles A-cappella-Werk, das die Weihnachtsgeschichte mit sieben Variationen über Es ist ein Ros entsprungen kombiniert. Es basiert auf den Evangelien von Lukas und Matthäus und verwendet sowohl Solo- als auch Chorgesang, um die Ereignisse rund um die Geburt Jesu und die Weisen aus dem Morgenland darzustellen. In der Besetzung für vierstimmigen Chor, aus dem heraus alle Soli (Evangelist, Maria, Elisabeth, Herodes, Simeon) gut bedient werden können, ist sie der Beweis dafür, dass die Weihnachtsbotschaft nicht nur in den Werken der Alten Meister glanzvoll zum Ausdruck kommt.
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Schanderl: Zarathustra
Hans Schanderls zweiteilige Komposition Zaratustra I und II ist eine klanglich vielschichtige Auseinandersetzung mit dem Zoroastrismus und verbindet archaische Spiritualität mit zeitgenössischer Klangästhetik. Der erste Teil, Ahura Mazdah, besticht durch meditative Passagen, aber auch den bewussten Einsatz ausdrucksstarker Klangfarben, während im zweiten Teil, Asha, zusätzliche Effekte wie glissandierte Oktavsprünge und präzise Zungenimpulse ein fein austariertes Klangbild schaffen.
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Fußeder: Sofdu Unga Ástin Mín
Das Wiegenlied Sofdu unga ástin mín basiert auf einer wahren Begebenheit aus dem 18. Jahrhundert, die Johann Sigurjonsson 1911 in seinem Drama Berg-Eyvind und sein Weib aufgriff. Die Komponistin Elisabeth Fußeder verarbeitet den Stoff eindringlich und experimentiert dabei mit verschiedenen vokalen Ausdrucksformen.
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Martín Letelier: Soliloquy
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Vogler: Clockwork
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Birzer: Afterwards
Lucia Birzers Komposition Afterwards basiert auf Sara Teasdales Gedicht There will come soft rains, das eine Welt nach dem Ende der Menschheit beschreibt. Während Teasdale vom Ersten Weltkrieg inspiriert wurde, vertont Birzer das Werk im Kontext der Klimakrise. Musikalisch beginnt das Stück rezitativisch mit Solist*innen, steigert sich zu einem dramatischen Höhepunkt und endet in nachdenklicher Stille.
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Piritore: Shàng Shàn Ruò Shui
Die Komponistin Rosita Piritore schafft in ihrem Werk Shàng Shàn Ruò Shui eine atmosphärische Klangwelt, die immer wieder von geflüsterten Silben durchbrochen wird. Dank seiner kurzen Länge und klaren Struktur ist das Werk gut für die Probenarbeit geeignet. Der Text basiert auf dem Daodejing, mit einer verständlichen Transliteration des Chinesischen als Singtext und fördert die Idee des harmonischen Zusammenlebens und Weltfriedens.