Sofdu unga ástin mín
Award winning at chor.com Composer’s Competition „Nocturne“ 2024
Das raue Klima und die dunklen Winter Islands prägen die Folklore des Landes. Die schroffen Landschaften werden so zu Requisiten für Erzählungen und Mythen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Dabei spielen oft phantastische Wesen wie Trolle oder Elfen eine Rolle. Doch der Stoff, auf dem das isländische Wiegenlied „Sofðu unga ástin mín“ basiert, hat sich wirklich so oder so ähnlich Mitte des 18. Jahrhunderts zugetragen. Johann Sigurjonsson greift die Geschichte 1911 in seinem Drama Bjærg-Eyvind og hans hustru (Berg-Eyvind und sein Weib) wieder auf. Es erzählt von Fjalla-Eyvindur, einem wegen Diebstahls verurteilten Isländers und seiner Frau Halla, die vor der Verfolgung ins isländische Hochland fliehen. Die Legende besagt, dass das Paar 20 Jahre in der Wildnis überlebte. In Sigurjonssons Drama singt Halla das von Elisabeth Fußeder aufgegriffene Wiegenlied, bevor sie ihr Kind in einen Wasserfall wirft, um es nicht den Verfolgern zu überlassen.
Die Komponistin hat bereits zahlreiche Preise für ihre Werke gewonnen. Sofðu unga ástin mín besticht durch seine Eindringlichkeit und die sensible Verarbeitung des Wiegenlied-Stoffes. Neben gesungenen Worten und Lauten greift sie auf weitere vokale Gestaltungsmöglichkeiten zurück, wie Sprechen, Flüstern, hörbar gemachter Atem, Pfeifen und Rufen.
Um das anspruchsvolle Werk (Carus 9.310/00) auch für ambitionierte Laienchöre zugänglich zu machen, hat die Komponistin eine reduzierte Fassung mit geringerer Schwierigkeit erstellt (Carus 9.310/50, SATB, Sprechchor, Sprecher*in).
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Komponist*in
Elisabeth Fußeder
| 2000Elisabeth Fußeder wurde im Jahr 2000 in München geboren und konnte in ihrer Heimatstadt Freising bei dem Komponisten Rodolphe Haimann erste Kontakte zum Komponieren knüpfen. Mit Auszeichnung absolvierte sie 2018 die musication Berufsfachschule für Musik in Nürnberg.
Die Komponistin wurde bereits mit Auftragswerken für u. A. den via-nova-chor München, das Ensemble rechérche, den Bundesjugendchor, das Festival code modern, den Bayerischen Landesjugendchor, das Baseler Ensemble False relationships and the extended ending und die Mädchenkantorei am Freiburger Münster betraut. 2024 folgen Projekte mit dem Vokalensemble Lauschwerk, den Stuttgarter Philharmonikern und erneut dem Bundesjugendchor. Elisabeth Fußeders Komposition „may-be-peace“ für fünf Stimmen erhielt 2022 den Sonderpreis des Valentin-Becker-Wettbewerbs. 2023 wurde "in tenebris" für gemischten Chor beim Kompositionswettbewerb der randspiele Zepernick mit einem Preis ausgezeichnet. Bei dem Wettbewerb Jugend komponiert Bayern unter künstlerischer Leitung des Komponisten Minas Borboudakis wurden ihre Werke ebenfalls mehrfach prämiert.
Angetrieben von ihrer Leidenschaft für Chöre ist Elisabeth Fußeder Mitglied mehrerer Ensembles, darunter auch Gründungsmitglied des Vokalsextetts "Chiave", das auf Bundesebene mehrfach mit Sonderpreisen ausgezeichnet wurde. Seit Oktober 2020 studiert sie Komposition bei Prof. Brice Pauset und Gehörbildung bei Prof. Konrad Georgi an der Hochschule für Musik Freiburg.
Wir haben der Komponistin 6 Fragen gestellt, lesen Sie hier in unserem Blog: https://blog.carus-verlag.com/persoenlichkeiten/6-fragen-an-elisabeth-fusseder/
zur Person
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Textdichter*in
Johann Sigurjonsson
| 1880-1919