Repertoire-Empfehlungen für Advent und Weihnachten

Repertoire-Empfehlungen für Advent und Weihnachten

Planen Sie in diesem Jahr eines der klassischen großen Weihnachtschorwerke wie das Weihnachtsoratorium von J. S. Bach oder das Oratorio de Noël von Camille Saint-Saëns? Oder reizen Sie unbekanntere Werke für die diesjährigen Weihnachtskonzerte und -gottesdienste? Wir haben Ihnen einige Empfehlungen aus der umfangreichen Advents- und Weihnachtschorliteratur von Carus zusammengestellt. Hier finden Sie auch Chorwerke im gemäßigten Schwierigkeitsgrad und für kleine Besetzungen, z.B. die erste Kantate des Bach‘schen Weihnachtsoratoriums arrangiert für Chor und Orgel. Na dann: Jauchzet, frohlocket!

Noch mehr Repertoire finden Sie hier:

> Weihnachtswerke für Chor SAM 

> Motetten für die Advents- und Weihnachtszeit

> Weihnachtswerke für Chor und Orgel

> Weihnachtswerke für Chor und kleines Instrumentalensemble

> Weihnachten crossover

> Kürzere Weihnachtsmusicals und Krippenspiele

  • Bach: Weihnachtsoratorium

    Für viele gehört Bachs Weihnachtsoratorium (Carus 31.248) fast genauso zu Weihnachten wie der Weihnachtsbaum! Die bei Carus erhältliche Edition ist im Rahmen der Stuttgarter Bach-Ausgaben als wissenschaftliche Edition für die Praxis erschienen. Neben dem vollständigen Aufführungsmaterial ist das Werk auch in der Übe-App carus music erhältlich!

  • J. S. Bach: Weihnachtsoratorium (Chor & Orgel, arr. Carsten Klomp)

    Für alle, denen bei Bachs Weihnachtsoratorium die Möglichkeit fehlt, ein Orchester hinzuzuziehen, gibt es nach Teil I (Carus 31.352/10) nun auch Teil II und III in der Orgelfassung von Carsten Klomp (Carus 31.352/70). Ideal auch, um neben der Orchesteraufführung im Konzert z.B. Teile daraus auch im Gottesdienst erklingen zu lassen.

  • Camille Saint-Saëns: Oratorio de Noël

    Das Oratorio de Noël von Camille Saint-Saëns (Carus 40.455) ist fast so etwas wie ein Gegenentwurf zu Bachs pompösen Trompetenklängen: Kammermusikalisch in aparter Besetzung mit Streichern, Harfe und Orgel werden überwiegend besinnliche Töne angeschlagen. Statt des originalen lateinischen Texts steht auch eine Fassung mit deutschen Singtexten zur Verfügung. Auch diese Komposition ist in einer Bearbeitung für Soli, Chor und Orgel erhältlich (Carus 40.455/45).

  • Gustav Holst: Christmas Day

    Christmas Day von Gustav Holst ist eine kunstvoll gestaltete Fantasie über traditionelle englische Weihnachtslieder. Das 1910 komponierte Werk verbindet bekannte Melodien wie „Good Christian Men, Rejoice“ und „The First Nowell“ zu einer kurzweiligen  musikalischen Erzählung, die die Essenz der Weihnachtszeit einfängt. Dank der geschickten Orchestrierung und der harmonischen Farbgebung passt dieser Klassiker der britischen Chortradition in nahezu jedes Weihnachtsprogramm – auch jenseits der Insel.

  • John Høybye: World Reborn

    Ein Weihnachtswerk von John Høybye und Edward Broadbridge, das den vertrauten Stil des Autorenteams trägt: jazzig, rhythmisch, mit Scat-Silben – und mit einem inhaltlichen Ansatz, der über das Gewohnte hinausgeht. Weihnachten und Auferstehung werden miteinander verbunden, was diesem Werk ein ganz eigenes Profil gibt.

  • Thomas Selle: Weihnachtshistorie "Es begab sich"

    Die Weihnachts-Historie von Heinrich Schütz (Carus 20.435) ist weithin bekannt, doch sie ist nur ein Stück aus einer in Deutschland im 17. Jahrhundert verbreiteten Tradition. Selles Weihnachtshistorie ist etwas kleiner dimensioniert und technisch weniger anspruchsvoll, dennoch eine abwechslungsreiche und farbige Vertonung der Weihnachtsgeschichte. Von dem 10-stimmigen Schlusschor sollte man sich nicht abschrecken lassen; der funktioniert wunderbar wenn der erste Chor gesungen, der hohe zweite aber nur gespielt wird.

  • Heinrich Schütz: Weihnachts-Historie SW 435

    Gut 350 Jahre nach Heinrich Schütz' Tod gehört seine Weihnachts-Historie schon fast zu den Pflichtwerken an Weihnachten! Sowohl die Rezitative als auch die acht eigenständigen Intermedien machen die Weihnachts-Historie von Schütz wohl zum Gipfel der Historienkompositionen des 17. Jahrhunderts.
    Gut kombinierbar mit Weihnachtsmotetten von Schütz oder einer seiner Magnificat-Vertonungen; sehr gut zur Weihnachts-Historie passt mit der wechselnden Instrumentalbesetzung das deutsche Magnificat aus der Symphoniae Sacrae II (Carus 20.344), aber auch das Uppsala-Magnificat (Carus 20.468) bietet reizvolle Einsatzmöglichkeiten für die Instrumente.

  • Ottorino Respighi: Lauda per la Natività del Signore

    Ein Weihnachtsstück der besonderen Art ist die 1930 vollendete Lauda per la Natività del Signore des für seine sinfonischen Dichtungen berühmten Ottorino Respighi. Allein durch die Wahl der Instrumente und durch die volkstümlichen Anklänge entführt das Werk sofort in eine ganz eigene, farbige Klangwelt. Keine leichte, aber überaus lohnende Aufgabe für Chor und Solist*innen. Kombinierbar mit der Missa Sancti Hieronymi von Michael Haydn (Carus 54.254); das funktioniert nicht nur wegen der Besetzung erstaunlich gut.

  • Anton Diabelli: Pastoral-Messe in F

    Die Pastoralmessen vor allem aus Süddeutschland und Österreich, komponiert ursprünglich für die Hirtenmessen am frühen Weihnachtsmorgen, zeichnen sich durch häufige Verwendung des 6/8-Takts, eine reiche Bläserbeteiligung und einen allgemein volkstümlichen Ton aus. Bei Diabelli, der sich stets an dem in den Kirchengemeinden Machbaren orientierte, fällt auch die Bläserbesetzung nicht zu reich aus und ist teilweise ad libitum. Trotz des Pastoralen bietet Diabelli keine einfältige Hirtenmusik, sondern eine vielfältige Messkomposition, bei der der Hirtenton nicht mehr als eine Farbe unter vielen ist.

  • Johann Schelle: Vier weihnachtliche Chorsätze in C (Einlagesätze)

    Durch die Einlagesätze zu Bachs Magnificat BWV 243a (Carus 31.243/50) ist die Praxis bekannt geworden, bei Aufführungen des Magnificat an Weihnachten volkstümlich-weihnachtliche Einlagesätze zwischen den Sätzen erklingen zu lassen. Die vier höchstwahrscheinlich von Bachs Vor-Vorgänger Johann Schelle stammenden Magnificat-Einlagen existieren unabhängig von einem bestimmten Magnificat und lassen sich mit Kompositionen in C-Dur kombinieren, z.B. mit dem frühen, ebenfalls für Leipzig komponierten Magnificat Telemanns (Carus 39.143).

  • Max Bruch: Rorate coeli ("O Heiland, reiß die Himmel auf")

    Ja, Bruch konnte nicht nur Violinkonzerte. Seine selten zu hörende Vertonung von "O Heiland, reiß die Himmel auf" (Rorate coeli) dauert eine Viertelstunde und ist damit ideal geeignet, um romantische Weihnachtskonzerte mit nicht-abendfüllenden Werken, wie Rheinbergers Stern von Bethlehem (Carus 50.164), Mendelssohns Vom Himmel hoch (Carus 40.189) oder auch dem Weihnachtsteil aus Mendelssohns Christus (Carus 40.131), mit einer lohnenden Überraschung zu bereichern. Auch allgemein lobende Werke, wie Bruckners Te Deum (Carus 27.190), passen gut dazu.

  • Reinhard Keiser: Dialogus von der Geburt Christi

    Der 30-minütige Weihnachts-Dialogus des Hamburger Opernkomponist Reinhard Keiser verzichtet ganz auf Bibeltext, nicht aber auf bekannte Weihnachtlieder. Sowohl der ausgereifte Stil der Rezitative als auch die farbige, immer wieder überraschende Instrumentierung und ungewöhnliche Satzformen lassen den erfahrenen Opernkomponisten erkennen und machen das kleine Oratorium zu einem kurzweiligen Erlebnis. Gut kombinierbar mit Weihnachtskantaten Bachs, hinter denen Keisers Musik sich nicht verstecken muss!

  • J. S. Bach: Gloria in excelsis Deo

    Diese etwas andere Weihnachtskantate Bachs entstand nicht für die Liturgie an den Leipziger Hauptkirchen, sondern als weihnachtliche Festmusik in lateinischer Sprache für die Leipziger Universitätskirche. Bach macht sich zunutze, dass sich das Gloria der Messe vom weihnachtlichen Engelsgesang herleitet und arbeitet für die Kantate Sätze aus der Missa in h (BWV 232) um, die er 1733 für den Dresdner Hof schrieb und die später zum ersten Teil der h-Moll-Messe werden sollte. Alle drei Sätze sind aus der Dresdner Missa abgeleitet.

  • Marc-Antoine Charpentier: Messe de Minuit pour Noël

    Die Mitternachtsmesse von Charpentier ist schon lange kein Geheimtipp mehr. Durchzogen von sogenannten Noëls, französischen Weihnachtsliedern, entsteht eine volkstümlich-weihnachtliche Atmosphäre im besten Sinn, zu der auch die fröhlich-tänzerische, aber nie banale Musik Charpentiers beiträgt. Warum das Werk nicht mal in einem Konzert zusammen mit Charpentiers berühmtem Te Deum (Carus 21.032) und den Weihnachtsmotetten von Charpentiers etwas älterem Landmanns Guillaume Bouzignac (Carus 21.024) aufführen? Die Messe Charpentiers gibt es auch in einer Orgelfassung (Carus 21.029/45).

  • Gottfried August Homilius: Ergreifet die Psalter, ihr christlichen Chöre

    Homilius hat nicht nur ein kleines Weihnachtsoratorium (Carus 37.105), sondern auch eine ganze Reihe von Kantaten zu Weihnachten und Advent komponiert (eine Auswahl in Carus 37.114). Besonders überraschend ist die Kantate Ergreifet die Psalter, ihr christlichen Chöre zum 1. Advent. In der freien Paraphrase nach Ps. 24,7–10 (Machet die Tore weit …) erklingen tatsächlich zwei Chöre (oder Chorgruppen) im Dialog. Und um die Bedeutung der Chöre zu unterstreichen, beginnt die Kantate a cappella! Ein großartiger Effekt!

  • Joseph Leopold Eybler: Die Hirten bei der Krippe zu Bethlehem

    Wenige Jahre nach der Uraufführung von Mozarts Zauberflöte und vor Haydns Schöpfung entstand für das Weihnachtsfest 1794 in Wien Eyblers Weihnachtsoratorium. Und mit der Nachbarschaft zu Zauberflöte und Schöpfung ist die Musik Eyblers gut umrissen: Während wir immer wieder Anklänge an den späten Mozart, ja sogar direkt die Zauberflöte vernehmen, lassen auf der anderen Seite Eyblers Naturschilderungen diejenigen aus Haydns Schöpfung bereits erahnen. Ein wirklich anderes Weihnachtsoratorium!

  • Anton Bruckner: Magnificat

    Ein spannendes Frühwerk Bruckners (nicht nur) zur Weihnachtszeit! Mit dem festlichen Magnificat, das ein wenig an Mozart erinnert, rechnet man garantiert nicht, dabei bietet es aufgrund der Kürze und der kleinen Besetzung viele Verwendungsmöglichkeiten in Konzert und Gottesdienst.

  • Claudio Monteverdi: Magnificat a sei voci

    Das Magnificat hat seinen Platz im ganzen Kirchenjahr, doch ist der Text der schwangeren Maria besonders mit der Weihnachtszeit assoziiert. Monteverdis "kleines" Magnificat aus dem Druck von 1610 ("Marienvesper") für 6 Singstimmen (alle auch mit solistische Aufgaben) und Orgel/Continuo fasziniert ebenso durch die kontrastreiche "Nummernfolge" wie durch  die vielen Anklängen an den Psalmton und die natürlich unmittelbar hörbare Verwandtschaft mit dem "großen" Magnificat der Marienvesper (Carus 27.801). Als eigenes "starkes Stück" ist das Magnificat vielfältig kombinierbar.

  • Heinrich von Herzogenberg: Die Geburt Christi

    Bekannte Advents- und Weihnachtslieder originell verpackt: Herzogenbergs Die Geburt Christi ist ein besonderes Weihnachtsoratorium, das viel zu selten aufgeführt wird! Die Besetzung ist gleichermaßen raffiniert und wirkungsvoll und klingt komplizierter als sie ist – alle Partien können gut von Laienmusiker*innen besetzt aufgeführt werden. 

  • Hector Berlioz: L'Enfance du Christ

    Weihnachtliches Meisterwerk für anspruchsvolle Chöre! Eine geschickte Dramatisierung, gewichtige instrumentale Teile – zum Beispiel das eigenständige Trio für zwei Flöten und Harfe – sowie wirkungsvolle Chöre mit Lokalkolorit lassen Berlioz‘ dreiteiliges Oratorium zu einer dankbaren Repertoirebereicherung für das weihnachtliche Musizieren werden.

  • Lili Boulanger: Psaume XXIV

    Ein echter Geheimtipp! Lili Boulanger ist neben Debussy, Ravel und Dukas eine wichtige Vertreterin des Impressionismus. Psaume XXIV ist geprägt von ihrer tiefen Religiosität und eignet sich mit kleiner Besetzung bestens für die musikalische Ausgestaltung eines Adventsgottesdienstes. Ein singbarer englischer Zweittext ist unterlegt. Für einen ersten Höreindruck empfehlen wir die mehrfach ausgezeichnete Einspielung mit Chorwerken von Boulanger (Carus 83.489).

  • Jakub Jan Ryba: Missa pastoralis in c

    Eine Pastoralmesse zum Entdecken! Besonders an dem Werk, das für den Chor durchaus herausfordernd ist, sind die konzertierenden Instrumente Trompete und Fagott. Letzteres wird in Messkompositionen sehr selten solistisch verwendet und verleiht dem Werk einen einzigartigen Charakter.

  • Amilcare Ponchielli: Messa

    In der Weihnachtsmesse von Amilcare Ponchielli klingt ganz viel Oper mit. In dem 70-minütigen Werk hat der Chor das Sagen und kann in sanglichen Melodien, reichen Harmonien und warmen Klangfarben schwelgen. Die Männerstimmen sollten gut aufgestellt sein.