Messe en l'honneur de Sainte Ursule
Messe de Chiemsee MH 546, 1793
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Compositeur
Johann Michael Haydn
| 1737-1806Johann Michael Haydn a travaillé à partir de 1763 à la prestigieuse cour princière de Salzbourg. Au cours des 43 années qu'il y a passées, il a jeté un pont stylistique entre le classicisme précoce et le Biedermeier musical. Conformément à ses obligations de service, Haydn a contribué à pratiquement tous les genres cultivés dans la liturgie catholique : la connaissance de la fonction liturgique et l'interprétation musicale des textes religieux caractérisent la musique sacrée de Haydn. Johann Michael Haydn a d'abord été considéré par ses contemporains comme étant au même niveau que Joseph Haydn. Ce n'est que l'ascension fulgurante de son frère aîné, devenu le plus important compositeur instrumental de l'époque, qui a relégué Johann Michael Haydn dans l'ombre, d'où la joie de la découverte musicale de ces dernières années l'a de plus en plus fait sortir. Plus d'information sur la personne
Critiques
(jj) »Jeder Kenner der Tonkunst und ihrer Literatur weiß, und wusste schon längst, dass Michael Haydn, als Kirchencomponist, unter die ersten Künstler dieses Faches, aus jeder Zeit und jeder Nation gehört.« Diese Feststellung E.T.A. Hoffmanns in der Leipziger »Allgemeinen musikalischen Zeitung« von 1812 findet sich in der »Missa in honorem Sanctae Ursulae« (Chiemsee-Messe MH 546) bewahrheitet. Sie zählt zu den schönsten Werken dieser Gattung, die Johann Michael Haydn geschrieben hat. Ihren Namen und wahrscheinlich auch ihre Entstehung verdankt sie einer jungen, musikalisch hoch ambitionierten Benediktinerin im Kloster Frauenwörth im Chiemsee. Mit der Besetzung für Soli, vierstimmigen gemischten Chor, zwei Violinen und Basso continuo, der Schlussfuge im »Gloria« und den alternierenden Solo- und Tutti-Passagen steht die Messe ganz in der klassischen Tradition. Trotz harmonischer Schlichtheit und stimmschonendem Ambitus [...] fordert die Komposition wendig-sprungbereite Stimmen. Die Melodik birgt einige Tücken, die bei der Probenarbeit beachtet werden müssen, wie beispielsweise die aufeinander folgenden großen Septim- und Oktavsprünge im »Kyrie«. Von besonderem Witz sind im »Gloria« die kurzen »te«-Einwürfe des Tutti nach »Laudamus te«, »Benedicimus te«, »Adoramus te«, »Glorificamus te«, die als Echo verhallen und ab T. 240 mit der Silbe »tu« nach »tu solus Sanctus«, »tu solus Dominus« und »tu solus Altissimus« wieder aufgegriffen werden. Das sich auf 25 Seiten erstreckende »Credo« entbehrt nicht einiger Längen - wie z.B. die nicht enden wollende Repetition des Schluss-»Amen« - enthält aber genauso wunderschöne, sich am Wortsinn des Textes entzündende musikalische Einfälle. Ähnliches gilt auch für das »Agnus Dei«, während die Koloraturen im »Benedictus« der Sopranistin die Möglichkeit geben, ihr Können unter Beweis zu stellen. Eine Neueinstudierung dieser Messe bringt mit ihrer hohen Qualität Abwechslung in die musikalische Gestaltung der Liturgiefeier und eignet sich aufgrund des satztechnischen Reichtums auch für die Darbietung in einem Konzert.
Quelle: Cantate, Nov/Dez 2005, S.20