Quis te comprehendat
Motette KV Anh. 110
Motette eines unbekannten Bearbeiters (um 1820) nach dem Adagio der Serenade KV 361 (Gran Partita). Für die Motette Quis te comprehendat, KV-Anhang 110, dient das Adagio aus Mozarts Bläserserenade KV 361, der „Gran Partita“, als Vorlage. Die Bearbeitung des Instrumentalsatzes und die Hinzufügung eines vierstimmigen Chorsatzes ist als ein gelungenes Beispiel der Praxis der Parodie zu bewerten und hebt sich von vielen minder qualitativen Arbeiten der Zeit ab. Wie bei den meisten Bearbeitungen ist der Autor unbekannt, der sensible Umgang mit dem Original lässt allerdings auf einen begabten Musiker schließen. Die charakteristischen Begleitfiguren wurden den Streichern übertragen, melodische Funktion übernehmen die Solovioline und die konzertierende Orgel. Der homophone Chorsatz, dessen lateinischer Text eine religiöse Dichtung mit lobpreisendem Inhalt ohne konkrete liturgische Zuordnung darstellt, basiert auf der harmonischen Substanz des Werkes. Die Vokalstimmen folgen dem Gerüst des instrumentalen Begleitsatzes und füllen diesen kompakt aus.
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Zusatzinformationen zum Werk
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Komponist*in
Wolfgang Amadeus Mozart
| 1756-1791Als Sohn des Vizekapellmeisters des Salzburger Fürsterzbischofs war Mozart bereits in seiner Jugend beständig von Kirchenmusik umgeben. Auf seinen Reisen lernte Mozart die Kirchenmusik Italiens kennen, in Wien studierte er später Werke Bachs und Händels. Nach seiner Umsiedlung nach Wien stellen sich mit Oper und Klavierkonzert neue Herausforderungen, bezeichnenderweise bleibt die „c-Moll-Messe“ KV 427, das größte kirchenmusikalische Werk der ersten Wiener Jahre, unvollendet. Die letzte Lebenszeit zeigt wieder eine Hinwendung zur Kirchenmusik: Mozart bewirbt sich mit Erfolg um die Nachfolge des todkranken Leopold Hoffmann als Kapellmeister am Stephansdom, doch kann er die Stelle nicht antreten, da er noch vor Hoffmann stirbt. Ein Kleinod wie das „Ave verum“ KV 618 und das unvollendet gebliebene Requiem KV 626 lassen ahnen, was Mozart als Kirchenkomponist hätte noch leisten können, wäre er in diese verantwortliche Position gelangt. zur Person
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Herausgeber*in
Armin Kircher
| 1966-2015Armin Kircher leitete bis zu seinem Tod das Kirchenmusikreferat der Erzdiözese Salzburg und war seit 1992 organisatorischer Leiter der Österreichischen Werkwoche für Kirchenmusik. Außerdem war Armin Kircher Stiftskapellmeister an der Stiftskirche St. Peter in Salzburg und Organist an der Kajetanerkirche in Salzburg. Die besondere editorische Zuwendung Kirchers galt der liturgischen Musik sowie der Musik der Wiener Klassik, allen voran der noch unerschlossenen Musik Johann Michael Haydns, dessen zahlreiche Messkompositionen er für die heutige Zeit in wissenschaftlichen Ausgaben erschloss. Die von ihm herausgegebenen Sammlungen für die katholische Liturgie sind heute Standardwerke, insbesondere die Chorbücher Mozart – Haydn, das Chorbuch Kirchenjahr und die Veröffentlichungen für Orgel und Chöre zum neuen katholischen Gesangbuch „Gotteslob“. Auch als Arrangeur klangschöner Chor- und Orgel-Sätze hat sich Armin Kircher einen Namen gemacht. zur Person