Juga et plana
Graduel
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Compositeur
Franz Xaver Schnizer
| 1740-1785
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Éditeur
Stephan Petrich
| -2002
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Éditeur
Josef Miltschitzky
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Éditeur
Christof Walter
Critiques
Franz Xaver Schnizer: Juga et plana
Franz Xaver Schnizer: Juga et plana
Ein in zweifacher Art bemerkenswertes Stück: 1) ein neulateinisches Weihnachtspoem, das den griechischen Hirtengott Pan anruft als mythologische Chiffre für Christus (!), 2) das obligate Horn kann auch ein Alphorn sein!
Warum das alles so ist, wie es ist, und was der „Appenzeller Kuhreigen” damit zu tun hat, wird in dem sehr instruktiven Vorwort erläutert - vielleicht ist ja doch was dran an der Mär von den „glücklichen Kühen”. Jedenfalls ein Stück, das nicht nur in den Alpenländern die Zuhörer ansprechen dürfte!
Quelle: Musica Sacra, 119. Jahrgang Heft 2, 1999, S. 121/122
Der Text dieses Graduale wurde aus einem vom gleichen Benediktiner-Pater vertonten Schulspiel übernommen. Nur in den Schlussworten „aureus unicus supremi filius natus est” enthält er einen Hinweis auf das Festgeheimnis. So gehört er in die hohe Zahl der frei gedichteten (angeblichen) Gradualien und Offertorien die man im 17. und 18. Jahrhundert zu vertonen und aufzuführen beliebte. Ob er in einem Weihnachtsgottesdienst des 20. oder 21. Jahrhunderts vertretbar erscheint, hat der jeweilige Rector ecclesiae zu entscheiden.
Der schlichte Chorsatz enthält Vertonungen dieses Textes dreimal in der Form A A1 A. Der erste A- Teil kadenziert in der Dominante, der zweite in der Tonika, der leicht variierte A1 Abschnitt verbleibt in der Dominante. Ein wenig Abwechslung schafft die Chorspaltung in den Takten 9-16 der A-Teile (nach 4 Takten für Tenor und Bass wiederholen Sopran und Alt die gleiche Musik in der Oberoktave). Die 4-taktige Schlussverlängerung in den A-Abschnitten singt der Chor unisono. Das begleitende Orchester sieht solistisches Horn in B-basso, Streichorchester und Generalbass (Orgel) vor. Das Horn benützt Motive des „Appenzeller Kuhreyen”. Der 11. Partialton des Horns, die übermäßige Quarte, wird nicht eingesetzt, dafür hat der Hornist im Nachspiel bei Grundtonart B-dur aufwärts e1, abwärts es1 zweimal beizutragen.
Die Edition wurde korrekt mit zahlreichen Anmerkungen erstellt. Nicht erwähnt ist, dass Aufführungsplatz die Westernpore der Ottobeurer Klosterkirche gewesen sein dürfte, wo ein Orgelpositiv stand. Beim Hinweis auf die Weihe der beiden Riepp-Chororgeln 1766 wäre angebracht gewesen, in einer Fußnote Joseph Wörschings Buch „Der Orgelbauer Karl Riepp”, Mainz 1940, zu nennen.
Rudolf Walter
Quelle: Musik in Baden-Württemberg, Jahrbuch 2000, S. 252