Freie Orgelmusik des 19. Jahrhunderts, Band III
Sommaire
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Éditeur
Helmut Völkl
| 1954
Critiques
Freie Orgelmusik des 19
Freie Orgelmusik des 19. Jahrhunderts für den gottesdienstlichen Gebrauch
Völkl III sei herzlich willkommen! Haben doch Völkl I und II schon manche Vor- und Nachspielnot bewältigen lassen und dem Orgelunterricht optimale Literatur geliefert: leicht spielbare, gut zu hörende und passend dimensionierte liturgische Gebrauchsmusik im besten Sinne aus dem 19. Jahrhundert (Standardmaß 2 Seiten).
Was ist neu bei Völkl III ? - Waren in Heft I und II Stücke deutscher Provenienz zu finden, ist das Spektrum der 26 Nummern jetzt international. Auch und erst recht in England (und Amerika) wurde vor gut 100 Jahren erbaulich georgelt, und bei den derzeit heiß geliebten Franzosen gibt es nicht nur die großen Reißer von Widor und seinesgleichen, sondern auch allgemein Nutzbares: Das Heft enthält u. a. fünf überschaubare Stücke von Guilmant. Helmut Völkl hat eine geschickte, an den Grundtonarten orientierte Auswahl von Stücken getroffen, die gegenüber den Vorgängerbänden etwas schwerer und länger sind (im Schnitt ca. 3 Seiten, meist praktikable Wendestellen), dafür aber auch lohnender für Spielende wie Hörende, ohne dass die Zielgruppe Organisten im Nebenamt überfordert würde.
Überfordert wird höchstens die eine oder andere (Dorf-) Orgel, da die fremdländischen Orgelkulturen meist andere „sound”-Vorstellungen haben als das Nachkriegs-Württemberg von W. Supper, H. Bornefeld & Co. Da ist dann Registrier- Kreativität gefragt - oder ein Appell zur Änderung der lokalen Orgelsituation. Vielleicht wäre diesbezüglich ein Glossar noch hilfreich gewesen, das die original beibehaltenen Registrierangaben übersetzt. Andrerseits taugt der Band gerade so zum „Lernbuch” für eine Organistenausbildung, die den Horizont weiter spannen will als über den eigenen Kirchturm. Mit neuem, klanglich oft angenehm zurückhaltendem „Stoff” bedient, wird hier nicht nur der sonntägliche Alltag, sondern auch der in der Literaturauswahl oft problematischere Sonderfall Kasualien: Ein „Grand choeur” ist immer gut für Hochzeiten und mit „Elegy” und dergleichen gibt es auch wirklich Passendes für Beerdigungen. Eine Konkordanz der Hefte I-III nach Tonarten sichert den Überblick, eine Seite mit Kurzbiographien das nötige Hintergrundwissen. Die hier bereitgestellte Musik aber sorgt garantiert dafür, dass aus dem merkwürdigen Neutrum „es orgelt” plötzlich die personale Wahrnehmung wird: „Heute hat sie/er aber schön gespielt”!
Konrad Klek
Quelle: Württembergische Blätter für Kirchenmusik 5/2000, S. 80
Da das Interesse und Verständnis für Orgelmusik in den letzten Jahren zugenommen hat, gibt der Carus Verlag nach Erscheinen von Band I und II (1992 / 1994) nun einen dritten Band mit romantischer Orgelmusik heraus. Wie die ersten, ist auch dieser nach Tonarten geordnet und für den nebenamtlichen Organisten gedacht. Im Mittelpunkt des Bandes stehen Werke französischer, englischer und amerikanischer Komponisten aber auch Orgelstücke aus Böhmen, Belgien Dänemark und Deutschland sind vertreten. Der Geschmack des Herausgebers Helmut Völkl bürgt für die Qualität der ausgewählten Stücke. Sinnvoller Weise liegen Kurzbiographien der teilweise doch recht unbekannten Komponisten vor. Eine lohnende Anschaffung für den „Romantik-Freak”, der nach liturgisch brauchbarer, relativ schnell zu erarbeitender Literatur sucht. Eine große Orgel ist in vielen Fällen wünschenswert, aber nicht zwingend erforderlich.
Quelle: Kirchenmusikalische Mitteilungen März 2001, S. 77