Missa pastoralis bohemica
Messe des bergers de Bohème
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Compositeur
Jakub Jan Ryba
| 1765-1815
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Éditeur
Milan Kuna
| 1932
Critiques
Ryba, Jakub Jan: Missa pastoralis bohemica
Ryba, Jakub Jan: Missa pastoralis bohemica
Ein absolut lohnendes interessantes Werk bringt der Carus-Verlag mit der „Missa pastoralis bohemica” heraus. Jakub Jan Ryba entstammte der tschechischen Lehrer-Kantoren-Tradition. Er wurde 1765 in Prestice geboren und gehörte offensichtlich zu den gebildetsten Lehrer-Kantoren seiner Zeit. Diese tschechischen Weihnachtsmessen sind keine Messen im eigentlichen Sinn und haben mit dem lateinischen Messtext nichts gemeinsam, sie sind eher eine Folge von Pastorellen, die den (Weihnachts-) Gottesdienst in ihrer volkstümlichen Art begleiten. In dieser fröhlich-ausgelassen gehaltenen Weihnachtsmesse treten vier Hirten mit typisch tschechischen Namen auf und lassen damit Bethlehem zu einem tschechischen Bauerndorf und somit das Ganze zu einer Art Krippenspiel werden. Das Sanctus entspricht am ehesten unseren Vorstellungen des Messsatzes, während das Graduale zu einer tschechischen Polka und das Offertorium zu einem Musikantenständchen an der Krippe wird. Ein Werk, das in seiner musikantischen Art anspricht, aber trotzdem ernst zu nehmen ist und durch Länge (ca. 35-40 Minuten) und Schwierigkeitsgrad (leicht-mittel für Chor und Orchester) ideal für vielfältige Zielgruppen ist. Druck und Erscheinungsbild der Partitur sind hervorragend; dazu kommen die ausführliche Einführung, die gute Übersetzung und der kritische Bericht, die dieses positive Bild abrunden.
Christian-Markus Raiser
Quelle: Württembergische Blätter für Kirchenmusik 3/97, S. 124
Jakub Jan Ryba: Missa pastoralis bohemica („Böhmische Hirtenmesse)
Das Repertoire weihnachtlicher Oratorien ist relativ eng begrenzt. Neben Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium als Standardwerk erklingen (selten genug) Schützens Weihnachtshistorie und der 1. Teil von Händels „Messias”. Saint-Saëns und neuerdings auch Herzogenberg lockern das Bild auf.
Jan J. Rybas „Böhmische Hirtenmesse” bildet eine interessante Erweiterung des weihnachtlichen Repertoires. Das Werk ist nicht in einer Originalpartitur überliefert. Im Jahr 1796 entstanden, wurde das Werk bei seinen zahlreichen Aufführungen jeweils den örtlichen Möglichkeiten angepasst. So bot Supraphon bis vor einigen Jahren noch ein abenteuerliches Konglomerat verschiedener Fassungen als Leihmaterial an. Das Stück liegt nun erstmals in einer vollständigen deutschen Ausgabe vor. Der Terminus „Messe” lässt keinerlei Rückschlüsse auf die Form des Werkes zu und hat keine Verbindung mit der lateinischen Liturgie. Vielmehr handelt es sich um eine Folge von Pastorellen in der Form eines Krippenspiels. Die handelnden Personen sind tschechische Dorfbewohner, die in ihrer Art die Geburt Christi verkündigen. Mit Rybas jauchzender und stark dem Volkslied verbundener Musik (alle Sätze stehen in Dur), wurde das Werk unmittelbar nach seiner Entstehung zum Inbegriff tschechischer Weihnacht. Die Aufführungsdauer beträgt ca. 40 Minuten. Der Chorpart ist leicht bis mittel schwer. Aus eigener Erfahrung kann gesagt werden, dass dieses sympathische Werk bei den Zuhörern begeisterte Aufnahme findet.
Klaus-Jürgen Gundlach
Quelle: Der Kirchenmusiker 2/96, S. 83