Johann Georg Pisendel: Sonate en mi mineur - Partition | Carus-Verlag

Johann Georg Pisendel Sonate en mi mineur

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Two sonatas by Johann Georg Pisendel for violin with basso continuo accompaniment have been handed down to us and have now been published for the first time by Carus. Pisendel was the famous concert master of the Dresdner Hofkapelle, which was one of the leading orchestras in the first half of the 18th century. Since he was the leading violinist of his time in Germany to whom renowned composers such as Vivaldi, Albinoni und Telemann Werke dedicated pieces, these two sonatas, written for Pisdendel‘s own chosen instrument, present a challenge to performers as well as a valuable enrichment to baroque violin literature. For the source of the first edition of the E minor Sonata the second version of the work was used. Pisendel composed this version in around 1716, when he accompanied the Crown Prince of Saxony on a trip to Italy.
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Partition, avec deux parties, Première édition Carus 15.303/00, ISMN 979-0-007-05909-5 28 Pages, DIN A4, cartonné
disponible
20,00 € / pièce

Critiques

Pisendel, Johann Georg: Violinsonate in e

Pisendel, Johann Georg: Violinsonate in e

Von Johann Georg Pisendel (1687-1755), dem berühmten Konzertmeister der Dresdner Hofkapelle, des führenden Orchesters in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts, sind zwei Violinsonaten mit Generalbassbegleitung überliefert, die erstmals bei Carus ediert werden. Da Pisendel zu seiner Zeit der bedeutendste Violinspieler Deutschlands war, dem so bekannte Komponisten wie Vivaldi, Albinoni und Telemann Werke gewidmet haben, stellen die beiden Sonaten, die Pisendel für sein ureigenstes Instrument komponierte, eine besondere Herausforderung an die Interpreten und eine wertvolle Bereicherung der barocken Violinliteratur dar.

Quelle: Musikhandel 7/03

Georg Pisendel zählte zu den bedeutendsten deutschen Geigern der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Er war Konzertmeister in der Dresdner Hofkapelle. Als Komponist pflegte er den so genannten „vermischten Geschmack”, in dem neben deutschen vor allem auch italienische Einflüsse eine wichtige Rolle spielten. Bei seinen Reisen nach Frankreich und Italien lernte Pisendel die damals führenden europäischen Musiker kennen. Sein Geigenspiel beeindruckte Vivaldi und Albinoni so sehr, dass sie ihm Werke widmeten.
Um die Kunst des Geigens in der Bach-Zeit kennen zu lernen, sind die nicht allzu zahlreich erhaltenen Kompositionen Pisendels eine wichtige Quelle. Die Barock-Geigerin Martina Graulich veröffentlichte die Erstausgaben der Sonaten in e und in D für Violine solo und Cembalo. Streng hält sie sich an den Urtext, fügt keinerlei Artikulationshilfen oder Stricharten ein, schreibt allerdings den Generalbass aus, der von Pisendel -wie damals üblich -nur als eine Bassstimme notiert wurde. Diese puristische, ganz auf den Urtext konzentrierte Ausgabe erfordert Musiker, die Kenntnisse in historischer Aufführungspraxis haben. Das mag den Interessentenkreis für diese Ausgaben etwas einschränken, aber andererseits ist dies der einzige Weg, um sich mit dieser Musik adäquat auseinander zu setzen. Das Notenbild zeigt die Freiheit des Interpreten - freilich in Kenntnis damaliger Musizierpraxis. Der Carus-Verlag gab sich viel Mühe, ein gut lesbares Notenbild zu gestalten und richtete den Seitenumbruch so ein, dass ein unkompliziertes Umblättern möglich ist. Eine äußerst seltene Rücksicht auf die Spielpraxis!
Pisendels Violinsonaten sind hoch virtuos. Dies gilt besonders für die Sonate in D, deren Ecksätze aus einem Violinkonzert des Komponisten stammen. Pisendels Kunst als Geiger bestand insbesondere in der Diminution auf sehr kleine und dennoch genau zu spielende rhythmische Werte wie zum Beispiel Zweiunddreißigsteltriolen. Dies erfordert eine griffsichere und schnelle linke Hand und eine sehr flexible Bogenführung, was durch die Verwendung eines Barockbogens wesentlich erleichtert wird. In den schnellen Ecksätzen ist auf der E-Saite hohes Lagenspiel gefordert mit zum Teil recht kniffligen Fingersätzen. Der Klavierpart beschränkt sich auf den Generalbass und führt in bisweilen sehr entfernte Akkordregionen. Diese Verbindung einer stupenden Virtuosität in der Violine mit einer ausdrucksintensiven Harmonik, die tonale Grenzbereiche ausschreitet, prägt den besonderen Charakter von Pisendels Violinsonaten.
Während die D-Dur-Sonate vor allem einen Einblick in die geigerische Virtuosität Pisendels gewährt, stellt die Sonate in e die musikalische Gestaltungskunst in den Vordergrund. Auf ein sehr melancholisches Largo folgt ein Moderato, das vor allem die Kunst des „sprechenden Spiels” erfordert und in dem die Dynamik eine wichtige Rolle spielt. Ein besonderes Kabinettstück musikalischer Charakterisierungskunst stellt aber der letzte Satz Scherzando dar. Hier hat der Komponist die Echowirkung zwischen Forte und Piano zur witzigen Grundidee seiner Komposition gemacht.
Pisendels Sonaten waren im 18. Jahrhundert Virtuosenmusik und sind es heute noch. Sie dienten dazu, das Publikum durch stupende Technik und durch eine musikalische Gestaltung, die mit Witz unterhält und mit Leidenschaft fesselt, in Erstaunen zu versetzen. Auch heute ist diese Musik für den Konzertsaal bestens geeignet, allerdings nur, wenn eine intensive Beschäftigung mit der Aufführungspraxis des 18. Jahrhunderts vorausgeht. Dafür sind die beiden Ausgaben von Martina Graulich ein hervorragender Ausgangspunkt. Für Studium und Konzert sind sie uneingeschränkt zu empfehlen.

Franzpeter Messmer
Quelle: Das Orchester 9/05, S.85

Pisendel war vor allem eines: ein Vollblutmusiker, leidenschaftlicher Lehrer und, wie es die Quellen hergeben, hervorragender Ensemblespieler und Orchestererzieher, der sich „fast unglaubliche Mühe gab, zu jeder Oper, zu jedem Kirchenstücke, so unter ihm aufgeführt wurde, über alle Stimmen das Forte und Piano, seine verschiedenen Grade, und selbst jeden einzelnen Bogenstriche vorzuschreiben, so dass bei der sehr gut gewählten Kapelle,[...] die notwendige Ordnung herrschen musste.” (zitiert nach Johann Friedrich Reichardt).
Dass neben seiner Arbeit als Solist, Lehrer, Kopist und Bearbeiter (in Dresden sind Hunderte von Kompositionen in seiner Handschrift überliefert) und der akribischen Arbeit mit der Hofkapelle Pisendel nur wenig Zeit zum Komponieren blieb, ist angesichts der noblen und schönen Musik der beiden vorliegenden Sonaten mehr als zu bedauern.

Quelle: Ensemble  1/05

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