Ulrich Gohl: Hiob - Partition | Carus-Verlag

Ulrich Gohl Hiob

Gottes armer Mensch

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Conducteur Carus 12.553/00, ISMN 979-0-007-01487-2 32 Pages, DIN A4, cartonné
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Critiques

Württembergische Blätter für Kirchenmusik 6/2004

Ulrich Gohl: Hiob

(rk) Ulrich Gohl hat sich diesmal ein für die Arbeit mit Kindern nicht unbedingt nahe liegendes Thema gewählt. Seine Einführung in der „Vorbemerkung” soll seine zusammenfassende Sichtweise der biblischen Überlieferung schildern: Im Buch Hiob beginnt die Handlung mit einer Art Ratsversammlung im Himmel, bei der auch der Satan zugegen ist. Dieser stellt die Rechtschaffenheit Hiobs in Frage, indem er behauptet, Hiob diene Gott nur, solange es ihm gut gehe. Daraufhin wird Hiob von Gott auf die Probe gestellt. Doch selbst nachdem er seine Kinder und seine ganze Habe verloren hat, vermag er Gott zu loben: „Der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s genommen, der Name des Herrn sei gelobt!” (Hiob 1, 21) Er wird mit Aussatz geschlagen, sitzt in der Asche und schabt seine Geschwüre. Seine Frau bedrängt ihn: „Sage Gott ab und stirb!” Er antwortet: „Haben wir Gutes empfangen von Gott und sollten das Böse nicht auch annehmen?” (Hiob 2, 10). Erst als die Freunde kommen, um ihn zu trösten und sieben Tage und Nächte schweigend neben ihm in der Asche zu sitzen, verflucht Hiob sein Leben und stellt die Gerechtigkeit Gottes in Frage. Denn die Freunde vermuten hinter jedem Leiden eine verborgenen Schuld, durch welche Gottes Gerechtigkeit gewahrt bliebe. Zornig beharrt Hiob auf seiner Unschuld und beugt sich nicht, bis Gott sich ihm offenbart: Er handelt weder berechenbar noch willkürlich, sondern in der unausforschlichen Weisheit des Schöpfers, der keines seiner Geschöpfe aus den Augen verliert. Am Ende wird Hiob zum Fürbitter für seine Feinde berufen.” Gohl schafft in seinen Reimen einen Überblick über das ganze Hiobbuch. Dabei beschränkt er sich auf die dramatischeren Handlungsabschnitte, die ausführlichen Reden und Gegenreden der Freunde werden knapp zusammengefasst: „Er lästert, er lästert, Hiob schweig still!”. Der Chor hat Einiges zu tun (wobei, wie immer bei Gohl, „Leitmelodien” bestimmten Handelnden zugeordnet sind) und darf auch zweistimmig singen. An Soli gibt es den Satan (viel zu tief für ein Kind!), Hiob, Hiobs Frau, Hiobs Freunde, die auch kurz einzeln auftreten und Gottes Stimme, die aber nur über lange ausgehaltenen Akkorden spricht. Instrumente, die in der Partitur erwähnt werden sind: Große Trommel, kleine Trommel und Xylophon. Die Aufführungsdauer ist mit 25 Minuten angegeben. Wie in vielen Stücken Gohls fasziniert mich die theologisch redliche Zusammenfassung und Übertragung des Texts in Reime. Die Musik dient in ihrer Schlichtheit eher als Transportmittel. Auch in kleinen Verhältnissen ist das Stück realisierbar. Für die szenische Umsetzung ist ein Vorschlag von Elke Landenberger, der mit Schattenspiel arbeitet, abgedruckt.

Quelle: Württembergische Blätter für Kirchenmusik  6/2004

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