Christoph Graupner: Wo gehet Jesus hin. Passionskantaten - CDs, Choir Coaches, Medien | Carus-Verlag

Christoph Graupner Wo gehet Jesus hin. Passionskantaten

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Christoph Graupner (1683 – 1760) verfügte testamentarisch, dass nach seinem Tod sämtliche Werke aus seiner Feder vernichtet werden sollten. Nicht auszudenken, wenn der letzte Wille des Komponisten tatsächlich vollstreckt worden wäre! Glücklicherweise hat die Nachwelt das musikalische Andenken bewahrt und so findet sich sein musikalischer Nachlass heute in die Bibliothek der Darmstädter Hofkapelle. Graupners umfangreiches Vokalwerk ist bisher diskographisch nur wenig erschlossen, und so machen der Anton-Webern-Chor Freiburg sowie das Ensemble Concerto Grosso unter Leitung von Hans Michael Beuerle mit einfallsreicher und erstmals eingespielter barocker Vokalmusik bekannt. Aus dem riesigen Kantatenwerk Graupners (insgesamt 1414 überlieferte geistliche Kantaten im Rahmen von 46 Kantatenjahrgängen!) wurde ein Programm mit vier Passionskantaten zusammengestellt.
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  • 1. Dictum (Coro): Wir wissen, dass Trübsal Geduld bringet
  • 2. Recitativo (Tenore): Ein Kind der Finsternus
  • 3. Duetto. Largo (Tenore, Basso): Ach Jesu, lass Dich mein’ erbarmen!
  • 4. Choral (Coro): Ich weiß, Du hast meiner noch nicht vergessen
  • 5. Recitativo (Soprano): So gehen Gläubige den Heiland an
  • 6. Aria. Vivace (Soprano): Herr, ich schreie! Willst Du schweigen?
  • 7. Choral (Coro): Es hat kein Unglück je so lang gewähret
  • 1. Accompagnato (Basso): Wo gehet Jesus hin?
  • 2. Coro. Aria (Coro): Ach, saurer Gang
  • 3. Choral. Allabreve (Coro): Herzliebster Jesu, was hast Du verbrochen
  • 4. Recitativo (Soprano): Das Fleisch ist leider blind
  • 5. Aria. Vivace (Soprano): Jesu, öffne mir die Augen
  • 6. Recitativo (Basso): Der Geist hat alle Willigkeit in dieser Zeit
  • 7. Choral. Allabreve (Coro): Dies alles, ob’s für schlecht zwar ist zu schätzen
  • 1. Dictum (Basso, Tenore): Freund, warum bist Du kommen?
  • 2. Recitativo accompagnato (Soprano): Ach Jesu, wie so wehe
  • 3. Aria. Affettuoso (Soprano): Aller Jammer, alle Plagen
  • 4. Recitativo (Basso): Ihr, die ihr euch nach Christo nennt
  • 5. Aria (Basso): Der Herr ist treu
  • 6. Recitativo accompagnato (Alto): Ihr Freunde Jesu, wacht
  • 7. Choral (Coro): Herr, lass Dein bitter Leiden
  • 1. Dictum (Coro): Mein Gott! Mein Gott! Warum hast Du mich verlassen?
  • 2. Recitativo (Basso): Ach große Not, ach schwere Klage!
  • 3. Aria (Basso): Gott will den einz’gen Sohn verlassen
  • 4. Choral (Coro): Nun, was du, Herr, erduldet
  • 5. Recitativo (Tenore): Ich weiß, o Jesu, all Dein Leiden
  • 6. Aria. Duetto (Alto, Tenore): Stirb, mein Herz, dem eitlen Wesen
  • 7. Recitativo (Basso): Verlass die Welt
  • 8. Choral (Coro): Erscheine mir zum Schilde
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Compact Disc Carus 83.457/00, EAN 4009350834576 CD, Jewel Case
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  • Der Anton-Webern-Chor Freiburg ist ein professionelles Vokalensemble aus – je nach Programm – 8 bis 24 Sängerinnen und Sängern. Anders als sein Name womöglich vermuten lässt, ist der Anton-Webern-Chor kein Spezialensemble für Neue Musik. Vielmehr pflegt er – ganz entsprechend dem fest in der Tradition verwurzelten kompositorischen Denken seines Namenspatrons – das gesamte Feld vokaler Ensemblemusik von der Renaissance bis zur Avantgarde. Diese Vielseitigkeit bedeutet zwar keineswegs den Verzicht auf gründliche Auseinandersetzung mit den zeitstilistischen und aufführungspraktischen Grundlagen der jeweiligen Kompositionen, entspricht jedoch der Erfahrung, dass die Weitung des historischen Blickwinkels dem Verstehen und emotionalen Erfassen der Musik ebenso förderlich, ja notwendig ist wie dessen jeweilige Fokussierung. Entsprechend hat sich der Anton-Webern-Chor nicht nur mit so ver schiedenen Werken wie etwa Monteverdis Marienvesper, Bachs h-Moll-Messe, Mozarts Requiem, Rossinis Petite messe, mit Brahms’ A-cappella-Gesängen, Weberns Kantaten und Ligetis, Nonos, Zenders, Holligers und Rihms Chorkompositionen intensiv auseinandergesetzt,sondern es entstanden auch immer wieder Programme, in denen Musik verschiedener Jahrhunderte in vielfältiger gegenseitiger Spiegelung erschien. Literarische Texte bildeten oft die Reflexionsachse solcher Spiegelungen. Eine der Kon sequenzen aus dieser inhaltlichen Konzeption war und ist es, neben der Veranstaltung von Konzerten in normalem Rahmen immer wieder auch neue Darbietungs- und Vermittlungsformen zu erproben und dabei mit Künstlern aus benachbarten Kunstgattungen zusammenzuarbeiten. zur Person
  • Im Ensemble Concerto Grosso haben sich Instrumen talsolisten aus führenden deutschen Barockorchestern um die Konzertmeisterin Swantje Hoffmann zusammengefunden. Initiator der Ensemblegründung war der Trompeter Reinhold Friedrich, mit dem zusammen, gemeinsam mit dem Anton-Webern-Chor Freiburg unter der Leitung von Hans Michael Beuerle, vor zwei Jahren Bachs h-Moll-Messe in mehrern Konzerten erklang und mit dem das Ensemble auch weiterhin eng zusammenarbeitet. Ein besonderes Anliegen des im Jahr 2006 gegründeten Ensembles Concerto grosso ist es, neben zentralen Werken des Barock auch immer wieder Kompositionen zu Unrecht wenig gehörter oder gar vergessener Komponisten zur Aufführung zu bringen. So brachte es z. B. in einem Programm Instrumentalkompositionen des neben Christoph Graupner am Darmstädter Hof wirkenden Vizekapellmeisters Samuel Endler heraus. Zahlreiche erfolgreiche Konzerte an renommierten Stellen wie dem Schleswig-Holstein Musikfestival, den Ludwigsburger Schlossfestspielen, den Philharmonien in Essen und Köln sowie im Festspielhaus Baden-Baden haben den Ruf des Ensembles inzwischen verbreitet und gefestigt. zur Person
  • Gunhild Lang-Alsvik, geboren in Trondheim, studierte Gesang in Oslo (Barbro Marklund-Petersone und Håkan Hagegård), wo sie 2005 ihren Abschluss machte. In weiteren Studien bei Evelyn Tubb an derSchola Cantorum Basiliensis widmete sie sich der Aufführungspraxis Alter Musik. Obwohl sich ihr sängerisches Hauptgebiet in Barock und Klassik befindet, pflegt sie ebenso gerne das Repertoire der Romantik, gelegentlich auch der zeitgenössischen Musik. Als gefragte Solistin gibt sie Konzerte in ganz Europa. In letzter Zeit trat sie u. a. in der Zürcher Tonhalle, dem Herkules-Saal in Wien und in der Jeunesse-Reihe in Österreich auf. zur Person
  • Sonja Bühler studierte Gesang an der Rowan University, USA (M. Stieber) und an der Hochschule für Musik in Freiburg (T. Sato-Schöllhorn). Die Sopranistin tritt als Konzert- und Opernsängerin in den USA, Europa, Südamerika und Asien auf und ist freie Mitarbeiterin des SWR Vokalensembles und des Bayerischenrundfunkchores. Mit dem Anton-Webern-Chor sang sie u. a. in der Kammeroper König David von Uroš Rojko (Regie M. Günther) die Rolle der Bathseba (UA in Freiburg). Im Oktober dieses Jahres war sie bei den Musiktagen St. Peter unter Leitung von Morten Schuldt-Jensen mit Bruckners f-Moll-Messe zu hören. Sonja Bühlers Repertoire reicht von der Renaissance bis hin zur zeitgenössischen Musik. zur Person
  • Felicitas Fuchs erhielt ihre musikalische und sängerische Ausbildung an der Guildhall School of Music and Drama in London. Zudem besuchte sie Meisterkurse u. a. bei Dietrich Fischer-Dieskau, Kurt Widmer, Cecilia Bartoli und Emma Kirkby. Seit sie 2006 den Liedwettbewerb des Bayerischen Rundfunks „La Voce“ gewann, ist sie als Lied-, Konzert- und Opernsängerin unterwegs. Einige wichtige bisherige Stationen: Haydns Die Jahreszeiten in Osaka, Mozarts Die Zauberflöte (Pamina) am Gärtnerplatz München, Mozarts Requiem in der Philharmonie St. Petersburg, UA und Tournee in der Hauptrolle von Andrew Schultzes neuem Werk Stille Sprache in Australien, Singapur und Europa. zur Person
  • Barbara Ostertag aus Freiburg i. Br. studierte Musikwissenschaft und Gesang. Sie ist eine gefragte Solistin und Gesangspädagogin. Ihr Oratorienrepertoire reicht von den Bach’schen Passionenüber Händels Messiah und Rossinis Petite Messe bis hin zu Martins Golgotha. Sie überzeugte in mehreren Liederabenden mit Klavier- wie auch Gitarrenbegleitung und ist häufig in Opernproduktionen zu erleben. Darüber hinaus arbeitet sie in einigen professionellen Vokalensembles mit, außer dem Anton-Webern-Chor vor allem im Balthasar-Neumann-Chor und im Neue-Musik-Ensemble Schola Heidelberg. Barbara Ostertag war Gast auf mehreren Festivals im In- und Ausland, u. a. in Australien und Südkorea. zur Person
  • Julien Freymuth, geb. in Colmar, erhielt seine Ausbildung in Versailles (Centre de Musique Baroque und Conservatoire). Als Ensemblesänger wie als Solist arbeitete er zusammen mit den Dirigenten G. Leonhardt, T. Koopman, P. Herreweghe, J. Rifkin, C. Rousset, H. Niquet, H. M. Beuerle und B. Haller. In dessen Chapelle Rhénane wirkte er u. a. mit bei Konzerten und einer CD-Produktion mit Bachs Johannespassion. Außer in Frankreich und Deutschland konzertierte er in Österreich, Italien, Polen, Portugal, Spanien, den Niederlanden und der Schweiz. Nächste Projekte sind ein Gastspiel mit französischer Barockmusik in China sowie ein Programm mit Kantaten von Vivaldi, Caldara und J. S. Bach. zur Person
  • Michael Feyfar erhielt seine erste gesangliche Ausbildung in der Knabenkantorei Basel. Er studierte in Bern, Karlsruhe (D. Litaker) und an der Schola Cantorum Basiliensis (G. Türk). Michael Feyfars Repertoire reicht vom Frühbarock bis in die Moderne und umfasst die Bereiche Lied, Oratorium und Oper. So sang er kürzlich die Winterreise und Janá?eks Zápisníník zmizelého (Tagebuch eines Verschollenen) (Mitschnitt SWR). Vielerorts gastiert er als Evangelist in Bachs Passionen. Zudem tritt er regelmäßig in freien Opernproduktionen auf, so z. B. als Orphée in Glucks Orphée et Euridice (Barockoper Schloss Waldegg), in der Kammeroper Das Schwarz von G. F. Haas (Lucerne Festival) und in weiteren Rollen, z. B. als ?ekalinskij in Pique Dame am Theater Basel. zur Person

Rezensionen

Alles Ersteinspielungen, für die in diesen Wochen durchaus schon mal die Bach’schen Bestseller im Schrank bleiben können. Chor und Ensemble agieren mit klar konturierten Registern zur Umsetzung eleganter vokaler Linien (mit einer geradezu erlesenen Deutung der intensiven Choräle). Deutlich hör- und spürbar wird vor allem aber auch, dass Christoph Graupner sich nicht hinter den „Promis“ seiner Zeit zu verstecken brauchte, sondern eine hohe eigene Erfindungsgabe einbringen konnte.
Kirchenzeitung/Bistumspresse, Ausgabe 2013.11 - 17. März 2013

Beuerle, der Anton-Webern-Chor Freiburg und das Ensemble Concerto Grosso: Sie gestalten die Funde schlank und sehr klar. So muss es sein, denkt man beim Hören oft. Text, Musik und Darbietung bilden hier ein geschlossenes Ganzes. Interpretationen mit Referenzcharakter.
(Johannes Adam, Badische Zeitung, 23. Juni 2012)

Lively performances.
(BBC Music Magazine, Mai 2012)

… Hans Michael Beuerle, den vorzüglichen Gesangssolisten, dem sehr genau artikulierenden Anton-Webern-Chor Freiburg und dem differenziert musizierenden Ensemble Concerto Grosso ist eine in jeglicher Hinsicht hervorragende Einspielung der Kantaten zu verdanken.
(Ingeborg Allihn, Musik & Kirche, Mai/Juni 2012)

… Die Einspielung unter Hans Michael Beuerle lässt keine Wünsche offen - außer dem, noch mehr von diesem Komponisten zu hören.
(Kirchenmusikalische Mitteilungen Erzdiözese Freiburg, Mai 2012)

Welcome rediscovery.
(BBC Radio, 7. April 2012)

Der Dirigent Hans Michael Beuerle ist bislang eher Insidern bekannt - denen allerdings als ein sehr solider Musiker. Gerade diesen unbekannten Werken begegnet er mit großer Ernsthaftigkeit und deutet sie bis ins Detail aus. Zurückgreifen kann er dabei auf einen erstklassig eingestellten Anton-Webern-Chor, ein exquisites Solistenensemble und sein sehr ambitioniert und auf Klangschönheit bedachtes Ensemble „Concerto Grosso”.
(MDR Figaro, 4. April 2012)

… Das Ensemble singt erzählerisch, textnah, mit einer schönen Agogik, und weiß Graupner Musik punktgenau zu differenzieren. … Genauso feinfühlig ist die Artikulation des Ensembles Concerto Grosso, sodass wir es insgesamt mit einer homogenen, durchdachten und emotional gestalteten Interpretation von vier kaum bekannten Graupner-Werken zu tun haben. …
(pizzicato, April 2012)

Concise, compact, undemonstrative but not at all cold … performed with care and thoughtfulness. …
(Jonathan Woolf, musicweb-international.com, 12. März 2012)

Der Anton-Webern-Chor Freiburg … demonstriert den höchsten Stand des barocken Kammerchorsingens. …
(Richard Lorber, Fono Forum, April 2012)

… Beuerle und seine Mitstreiter plädieren mit einem differenzierten Ansatz für die Musik Christoph Graupners und spüren den variantenreichen Sätzen mit Feingefühl nach. …
(Dr. Matthias Lange, www.klassik.com, 4. März 2012)

… Die CD ist äußerst hörenswert, da sie mit ihrem Überschwang und ihrer Lebensfreude jeglichen Winter-Blues vertreibt. Graupners intelligente und gewitzte Kompositionen sind eine perfekte, geistreiche Unterhaltung, die von Azzolini, Wezel und dem Ensemble il capriccio kongenial umgesetzt wird.
(Christiane Bayer, klassik.com, 27. Februar 2011)

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