Te Deum
op. 103, 1892
1892 erhielt Dvorák den ehrenvollen Auftrag aus New York, für die 400-Jahrfeier der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus eine festliche Kantate zu schreiben. Daraufhin komponierte Dvorák binnen kurzer Zeit ein imponierendes Werk – sein Te Deum, das in vier effektvoll kontrastierenden Teilen dem alten Lobgesang feierlichen Ausdruck verleiht. Die Carus-Edition zieht in sorgfältiger Abwägung der Lesarten Partiturautograph und Erstdruck als Quellen heran und macht so das Werk in einer modernen wissenschaftlichen Ausgabe neu zugänglich. Das komplette Aufführungsmaterial ist käuflich zu erwerben.
Dank der Bearbeitung für Kammerorchester (arr. J. Linckelmann, Carus 27.189/50) ist es möglich, das Werk auch in kleinerem Rahmen aufzuführen.
-
Komponist*in
Antonín Dvorák
| 1841-1904Antonín Dvorák (1841-1904), neben Smetana und Janacek der wichtigste Vertreter einer eigenständigen tschechischen Musik, gehört zu den populärsten Komponisten des 19. Jahrhunderts überhaupt. In seiner Heimat bekannt wurde der Fleischer- und Gastwirtssohn aus dem böhmischen Nelahozeves (Mühlhausen) bei Kralup durch seinen patriotischen Hymnus „Die Erben des weißen Berges" für Chor und Orchester (op. 30) von 1872. Den Weg in die Welt ebnete ihm ein österreichisches Staatsstipendium, das ihm von einer Kommission, bestehend aus Johannes Brahms, Eduard Hanslick und Johann von Herbeck, zugesprochen wurde. Der sieben Jahre ältere Brahms nahm sich freundschaftlich des jungen Kollegen an, dessen eminente Begabung er erkannt und lieben gelernt hatte. (Brahms: ,,Der Kerl hat mehr Ideen als wir alle. Aus seinen Abfällen könnte sich jeder andere die Hauptthemen zusammenklauben.") Brahms empfahl Dvo"rák seinem Berliner Verleger Fritz Simrock, der in der Folge Dvo"ráks eigenwilliger und zunächst schwieriger Hauptverleger wurde. International berühmt wurde Dvo"rák als Komponist und – seit 1884 – als Dirigent seiner eigenen Werke vor allem durch seine sensationellen Erfolge in England (insgesamt neunmal hielt sich Dvo"rák dort auf) und in den Vereinigten Staaten von Amerika (zwei längere Besuche mit pädagogischer und kompositorischer Arbeit). Begründet wurde dieser Erfolg zunächst durch ein kirchenmusikalisches Werk, das Stabat mater aus dem Jahre 1876 (Carus 27.293/03). Bis in Dvo"ráks späte Zeit gehören Kirchenwerke in die Reihe seiner bedeutenden Schöpfungen: den Sinfonischen Dichtungen, den Opern (darunter „Rusalka"), Sinfonien, den Streichquartetten und anderer Kammermusik, dem Oratorium „Die heilige Ludmilla" – und den „Slawischen Tänzen op.46 und 72. Zu dem genannten Stabat mater op.58 kommen der 149. Psalm op.79, das Requiem op.89 (Carus 27.323) und das Te Deum op.103 (Carus 27.189). zur Person
-
Herausgeber*in
Lucie Harasim
| 1979
Rezensionen
... Dieses von einem außerordentlich breiten Spektrum an Ausdrucksmöglichkeiten geprägte Opus ist mit dieser makellosen Edition zweifellos in die bedeutende Reihe seiner übrigen kirchenmusikalischen Werke, „Stabat mater“, Requiem“ und „Messe D-Dur“ einzugliedern. (ab)
Kirchenmusik im Bistum Limburg, 1/ 2019
... Daraufhin komponierte er [Dvorak] binnen kurzer Zeit ein imponierendes Werk - sein „Te Deum“, das in vier effektvoll kontrastierenden Teilen dem alten Lobgesang feierlichen Ausdruck verleiht. Die Carus-Edition zieht in sorgfältiger Abwägung der Lesarten Partiturautograph und Erstdruck als Quellen heran und macht so das Werk in einer modernen wissenschaftlichen Ausgabe neu zugänglich.
musik & liturgie, 6.18 und Kirchenmusikalische Mitteilungen der Diözese Rottenburg-Stuttgart, April 2018